Congregatio Jesu übersiedelt in den Lilienhof

Mit der Weihe des Altares, der Kapelle und des neu adaptierten ehemaligen „Schlössls“ im Lilienhof in St. Pölten Stattersdorf können die Ordensfrauen der Congregatio Jesu, vormals „Englische Fräulein“ aus ihrem langjährigen Niederlassung in der Linzerstraße in St. Pölten in diese neue Bleibe umziehen. Das Schössl, ein Bau von Joseph Munggenast, ist nun mit zwölf Zimmern, Büro und Gemeinschaftsräumen sowie einer Küche ausgestattet. Bischof DDr. Klaus Küng nahm am 30. April die Altarweihe und die Segnung der adaptierten Räumlichkeiten vor. Die Leiterin der Congregatio Jesu in St. Pölten, Sr. Felicitas Dornhackl konnte zu diesem Anlass auch Bürgermeister Matthias Stadler sowie die die Provinzialoberin Sr. Angela Fries aus München und weitere Schwestern der Provinzialleitung begrüßen.


„Ich freue mich für diesen Anlass“, sagte Bischof Klaus Küng. „Es ist ein Neuanfang für die Schwestern wie auch für St. Pölten“, stellte er fest und drückte seinen Wunsch aus, dass die Schwestern der Congregatio „hier ein neues Zuhause finden“, ein Haus, das ihnen „eine Quelle der Kraft“ sei, ihre neuen Aufgaben zu bewältigen.
„Hier ist die Mitte des Hauses“, unterstrich der St. Pöltner Oberhirte bei der Predigt mit Hinweis auf den neu errichteten Altar. Von ihm aus mögen die Schwestern Impulse des Geistes für ihr Leben und ihre Aufgabe erhalten, unterstrich er. Es sei wichtig, sich in jedem Leben auch auf das Sterben des Herrn einzulassen, damit sich das Leben in eigenen Leben entfalten könne, wies er hin.
Lebenswenden seien Zeiten, in denen sich Wesentliches verändere, sagte Provinzialoberin Angela Fries. Wenn die Schwestern in der nächsten Zeit übersiedeln werden, werde es für manche ein schwerer Abschied aus der vertrauten Umgebung sein. Sie wünsche ihnen dennoch, dass sie bald den Schmerz des Loslassens überwinden und der „gute und fruchtbringende Neuanfang“ zum Segen für die Arbeit des angeschlossenen Bildungshauses, aber auch für die gesamte Stadt werde.


Der Lilienhof ist seit dem 11. Jahrhundert besiedelt und wurde damals wahrscheinlich Zillinghof genannt. Er befand sich im Besitz des St. Pöltner Chorherrenstiftes. 1704 wurde er verkauft und wechselte mehrere Male die Besitzer. 1755 wurde er von den Englischen Fräulein erworben. Etwa um dieselbe Zeit wurde das „Schlössl“ von Joseph Munggenast gebaut. Es wird nach der Renovierung in Zukunft Ordenshaus der St. Pöltner Niederlassung der Congregatio Jesu sein. Der Lilienhof wurde der jeweiligen Situation angepasst bis 1980 landwirtschaftlich bewirtschaftet.
1993 entschied die Gemeinschaft, das Mary-Ward-Haus als ein Zentrum der Stille und Besinnung zu errichten. Diese Art Bildungshaus wird auch weiterhin bestehen.