Christen haben Verantwortung für die Schöpfung

Christen dürfen nicht nur sensibel für menschliches Leid sein, sondern müssen aus ihrer Sicht der Schöpfung dieser gegenüber auch ein neues Verhalten zeigen. So der Innsbrucker Bibelwissenschafter Univ. Prof. Dr. Martin Hasitschka bei einem Vortrag in der Hochschule St. Pölten über den Apostel und das Thema „Hoffnung“ im Römerbrief. In diesem Teil seines Briefes an die Römer betont der Apostel, dass die kommende Herrlichkeit Gottes in keinem Verhältnis zu den gegenwärtigen Leidenssituationen stehe, führte Hasitschka aus. Von diesen sei aber nicht nur der Mensch selbst betroffen, da die gesamte Schöpfung schicksalhaft mit ihm verbunden sei. Doch diese Schöpfung habe auch eine Hoffnung, legte Hasitschka dar. Sie sei vom „sehnsüchtigen Harren auf Erlösung“ geprägt. Paulus warnte in diesem Teil seines Briefes an die Römer davor, statt den Schöpfer selbst das Geschaffene anzubeten. Wer dies tue, beraube sie ihres eigentlichen Sinnes, nämlich auf den Schöpfer zu verweisen und überfordere sie. Mit diesen Überlegungen stünde der Apostel Paulus, dessen Jubiläumsjahr heuer begangen wird, auch im großen Zusammenhang mit alttestamentlichen Bibelstellen, wies Hasitschka hin.


Für Paulus selbst sei die kommende Auferstehung nicht nur rein geistig zu verstehen, sondern auch als neue Leiblichkeit, legte der Exeget dar. Schließlich legte Paulus am Ende dieses Abschnittes seines Briefes in einer Argumentationskette seine Gewissheit dar, dass alles zum Guten gereichen werde: Mit Christus habe eine neue Schöpfung begonnen, seine Zusage des Heiles betreffe nicht nur die Menschen, sondern die gesamte Schöpfung, die mit ihm schicksalhaft verbunden sei. Auch sie Schöpfung sei von der Unheilssituation geprägt und nehme an der Erlösung teil.


So dürfen die Christen nicht nur sensibel für menschliches Leid sein, sondern müssen auch der Schöpfung ihr gegenüber ein neues Verhalten zeigen. Ein hoffender Christ werde, so Hasitschka, die Schöpfung auch in ihrem Bezug und in ihrer Transparenz auf Gott hin wahrnehmen.