Bischof Küng weiht „Foyer de Charité“ ein

Das einzige „Foyer de Charité“ im deutschen Sprachraum weihte Bischof DDr. Klaus Küng am 13. Juni am Sonntagberg ein. Bei einem Festgottesdienst mit dem französischen Leiter des Foyer-Werkes P. Bernard Michon und dem Foyervater P. Ernst Leopold Strachwitz wurde das „Haus am Sonntagberg“ seiner Bestimmung als „Feuerstelle des Lichtes und der Liebe“ übergeben. In fünftägigen Exerzitien sollen hier „Personen, Familien und Pfarren erneuert“ werden. Das Werk des „Foyer de Charité“ wurde 1936 von der ans Bett gefesselten Marte Robin und Abbé Georges Finet gegründet.
„Ich habe oft gesagt, das ist ein ganz besonderer Ort“, betonte Bischof Küng bei der Einweihung des Hauses am Sonntagberg als „Foyer de Charité“. Das Werk der Erneuerung der Person, der Familien und der Pfarren geschehe „nur im Blick auf den dreifaltigen Gott“, was am Sonntagberg durch die der Dreifaltigkeit geweihte Basilika besonders betont werde. Es sei sein Wunsch, so Küng, dass „was an guter Tradition noch vorhanden ist, Erneuerung erfährt und zu den Wurzeln zurückfindet“. Das Foyer sei ein „großes Vorhaben“, die Erneuerung der Diözese und der ganzen Kirche zu fördern, sagte der Bischof.


Die Übergabe des Hauses am Sonntagberg an das „Foyer de Charité“ sei der „Höhepunkt eines großen Einsatzes“, besonders von Joseph Doblhoff, erklärte Küng. Doblhoff hatte das Haus 1993 als Ruine übernommen und in mühsamer Arbeit gemeinsam mit einer wachsenden Schar von Unterstützern und Förderern – darunter auch Gemeinde und Land – renoviert und zu einem geistlichen Zentrum aufgebaut. In den letzten Jahren hat es schließlich Gespräche über die Einrichtung eines „Foyer de Charité“ am Sonntagberg gegeben. Das Werk der Foyers legt Wert darauf, in die jeweilige Ortskirche gut integriert zu sein. Daher kann ein Foyer nur mit dem Einverständnis des zuständigen Diözesanbischofs entstehen. Dieser setzt auch den jeweiligen „Père“, den Foyervater als geistlichen Leiter ein.


„Die Regeneration, die Erneuerung fasst die Berufung der Foyers de Charité zusammen“, erklärte P. Bernard Michon in einem Vortrag über die Initiatorin des Werkes, Marthe Robin. Die Erneuerung der Person sei die „große Gnade“ in den 5-tägigen Exerzitien, die das Foyer anbietet. In der Folge gehe es auch um die Erneuerung der Familien als „Basiszellen“ der Gesellschaft wie auch der Pfarren als „kleine Kirche“. Es gebe auch eine politische Dimension, betonte P. Bernard: Das Foyer stehe auch für die Erneuerung der Gesellschaft und des ganzen Volkes. Der Sinn der „polis“, des Gemeinwohls, sei die Erneuerung des jeweiligen Volkes, „damit jede Nation ein Jünger Christi wird“.


Aufgabe eines Foyers sei es, „ein Ort des Lichtes, der Barmherzigkeit und der Liebe zu sein“, wie es in einer Informationsbroschüre heißt. Das Foyer ist demnach eine geistliche Gemeinschaft, in der Männer und Frauen leben, Verheiratete und Unverheiratete, Priester und Laien, die „nach dem Beispiel der ersten Christen in der Urkirche“ ihre materiellen, geistigen und geistlichen Güter miteinander teilen. „In der gelebten Gottes- und Nächstenliebe versuchen sie, eine lebendige Zelle der Kirche zu sein.“
Die Mitglieder des Foyers legen keine Gelübde ab. Nach einer Probezeit werden sie in einem feierlichen „Engagement“ in die Gemeinschaft aufgenommen. Dieses „Engagement“ stellt im Kern eine Erneuerung des Taufversprechens dar. Damit verbindet sich eine Weihe an Jesus durch Maria im Geiste des hl. Grignion de Monfort, die täglich erneuert wird. Im Zentrum des geistlichen Lebens stehen das Gebet und die Eucharistie.


Haus am Sonntagberg
Foyer de Charité