Bischof Küng: „Evangelium ohne Abstriche verkünden“

In seiner Silvesterpredigt unterstrich Diözesanbischof DDr. Klaus Küng die Notwendigkeit, das Evangelium „ohne Abstriche“ zu verkünden und die Sakramente so zu feiern, „wie es der Kirche aufgetragen ist“. Es gebe keinen anderen Weg zur „Fruchtbarkeit der Kirche und zur Fruchtbarkeit des Christseins“. Der Rückgang an Priesterberufungen liegt für Bischof Küng nicht am Zölibat, sondern an der niedrigen Geburtenzahl und der schwindenden Glaubenspraxis.
Silvesterpredigt im Wortlaut
Im Jahresrückblick hob Bischof Küng bei der Jahresabschlussandacht im Dom von St. Pölten die Diözesanwallfahrt in das Heilige Land hervor, weiters die Weihe von fünf Priestern als „weiteren Schritt im Gesundungsvorgang der Diözese“ sowie die kürzliche Übergabe des Christbaumes in Rom. Das Jahr 2008 sei auch durch die Bemühungen um den Erneuerungsprozess der Diözese geprägt gewesen: „Erste Schritte der Umsetzung wurden vollzogen im Bewusstsein, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt.“ Küng erinnerte auch an den überraschenden Tod des Pastoralamtdirektors Msgr. Wilfried Kreuth.


Für das Neue Jahr sei es angesichts der Weltwirtschaftskrise wichtig, „in die Hilfe des Herrn zu vertrauen“, wie dies im Segen des Aaron angedeutet sei, sagte Küng. Die Heilige Schrift fordere weiters dazu auf, „uns nicht zu viele Sorgen um das Materielle zu machen“. Gemäß dem Evangelium müsse es zuerst „um sein Reich und seine Gerechtigkeit“ gehen. Dies sei für ihn, Küng, die wichtigste Erkenntnis aus der Wirtschaftskrise.


Gemäß einem Wort des hl. Paulus im 1. Korintherbrief rief Bischof Küng alle Gläubigen auf: „Seht doch auf eure Berufung!“ Nicht nur Priester, sondern das ganze Volk Gottes habe eine Berufung, eine je eigene Aufgabe. Alle sollten bemüht sein, „konsequent aus dem Wort Gottes zu leben, so wie es von der Kirche vermittelt wird“, betonte Küng. Besonders in einer Zeit der Relativierung von Normen und Geboten sei es wichtig, die Sonntagsmesse regelmäßig zu besuchen und die Sakramente „mit der rechten inneren Gesinnung“ zu empfangen.


Ohne eine Änderung im Glaubensleben würden auch bei einer größeren Anzahl an Priestern nicht mehr Menschen am kirchlichen Leben teilnehmen, vermutete der Bischof. Der Rückgang an geistlichen Berufungen sei nicht im Zölibat zu suchen, so Küng, sondern in niedrigen Geburtenzahlen und in der „ziemlich stark zurück gegangenen Glaubenspraxis“. Um den Glauben zu vermitteln, seien „große Anstrengungen nötig“, besonders von Priestern, Diakonen, Religionslehrern und Pastoralassistenten. Aber auch die Familien müssten dazu beitragen, „in den heutigen Verhältnissen ein christliches Leben zu entfalten“, erklärte Küng.


Silvesterpredigt im Wortlaut