Biblisch fundierte Moraltheologie als Anliegen

Seine Abschiedsvorlesung als Professor für Moraltheologie hielt Gerhard Holotik am 3. November in der Aula der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten. In Anwesenheit von Diözesanbischof Klaus Küng, Weihbischof Anton Leichtfried, Generalvikar Eduard Gruber und des Hochschulkollegiums erläuterte Holotik sein Anliegen einer „biblisch fundierten Moraltheologie auf der Grundlage des 2. Vatikanischen Konzils“. Nach einer Laudatio von Prorektor Glaßner verabschiedete Rektor Josef Kreiml den langjährigen Inhaber des Lehrstuhles für Moraltheologie.
Prof. Holotik, der erst kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, wurde 1977 vom damaligen Diözesanbischof Franz Zak an die Hochschule berufen und emeritierte im Vorjahr. Neben seiner Lehrtätigkeit war Holotik, der 1968 in St. Florian die Priesterweihe empfangen hatte, seit 1970 am Gericht der Erzdiözese Salzburg tätig, als dessen Offizial er 1993 auf 20 Jahre bestellt wurde.


In seiner Vorlesung über „Moraltheologie in paulinisch-theologischer Sicht“ unterstrich Holotik die Wichtigkeit grundlegender Systematik auf biblischer Grundlage, die „heute zu kurz“ komme. Es sei eine „bedenkliche Entwicklung“, dass aktuelle Fragen der Moraltheologie „zu sehr im Vordergrund“ stünden. Holotik plädierte für eine stärkere Beachtung der Paulusbriefe, die „nicht nur theologisch bedeutend“ seien, sondern „heute auch von der Philosophie entdeckt“ würden.
Als zweite Grundlage sei Thomas von Aquin „maßgebend“, jedoch „nicht im Sinne eines Neu-Thomismus“, wie Holotik betonte, sondern im Sinne dessen, „was Thomas wirklich geschrieben“ habe. Besonders hob der Moraltheologe die Gewissenslehre, die Gerechtigkeitslehre und die Lehre des Aquinaten über die Tugenden hervor.


Foto: Bischof Klaus Küng, Gerhard Holotik, Weihbischof Anton Leichtfried, Generalvikar Eduard Gruber, Ordinariatskanzler Gottfried Auer (v.r.)