Beratungsdienst muss auf christlichem Menschenbild basieren

Für einen Beratungsdienst, dem ein christlich-ganzheitliches Menschenbild zugrunde liegt, hat sich "Familien-Bischof" Klaus Küng anlässlich eines Festgottesdienstes und Festaktes zum 25-jährigen Bestehen des Beratungsdienstes des "Instituts für Ehe und Familie" (IEF) in Wien ausgesprochen. Ein auf biologische Funktionalität reduziertes Menschenbild, wie es heute oft in der Medizin propagiert werde, wies Küng zurück. (KAP-Bericht)Was einen christlichen Beratungsdienst zudem von anderen Beratungsangeboten unterscheiden müsse, sei die Verwurzelung in Gott, betonte Küng. Er sei davon überzeugt, so der Bischof, dass die Probleme des Lebens umso größer und komplizierter würden, je weiter sich ein Mensch von Gott entfernt. Das gelte auch für die Gesellschaft als ganze.


Die Erfahrung zeige, dass angesichts der oft schwierigen Situationen der Menschen eine geistliche Begleitung, wie sie von Seelsorgern geleistet wird, oft nicht mehr ausreiche. Er stehe deshalb voll hinter dem Beratungsdienst des IEF, betonte Küng, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für Ehe und Familie zuständig ist und in dieser Funktion auch den Beirat des IEF leitet.


Das "Institut für Ehe und Familie" wurde 1973 gegründet, 1984 wurde die Ehe-, Familien- und Lebensberatung eingerichtet, die staatlich gefördert wird. Bischof Küng wies in seiner Ansprache auf die gesellschaftliche Bedeutung dieser Einrichtung hin und zeigte sich zuversichtlich, dass die staatlichen Fördermittel auch weiterhin zur Verfügung gestellt würden.


Neben dem Beratungsdienst in der Spiegelgasse 3 (1010 Wien) bietet das IEF auch Beratungen an den Bezirksgerichten Wien-Innere Stadt, Meidling, Neusiedl/See und Korneuburg an. Weiters gibt es auch eine "Online Beratung"sowie ein "FinanzCoaching" für Menschen in finanziell schwierigen Situationen. Zwischen 25 und 30 professionelle Beraterinnen und Berater sind für das IEF tätig.


In den vergangenen Jahren war das IEF neben den Beratungsdiensten u.a. auch beim Aufbau eines österreichischen "Familiennetzwerks" (2007) und des Projekts "Familienplattform" federführend beteiligt. Seit 1980 führt das IEF auch wissenschaftliche Studien durch und organisiert nationale und internationale Veranstaltungen zu einschlägigen Themen.