Ausstellung in Bayern zeigt „Zwettler Codex“

Im Schlossmuseum Friedberg bei Augsburg ist vom 8. Mai bis 6. September eine Sonderausstellung über die Jesuiten zu sehen. Beleuchtet wird nicht nur der bedeutende Einfluss des Ordens in Augsburg und in der Region, sondern auch die weltweite Missionstätigkeit der Jesuiten aus Süddeutschland und Österreich. Ein zentraler Aspekt der Ausstellung gilt der Mission. So dokumentiert der „Zwettler Codex 420“ (Paucke-Codex), eine Leihgabe der Stiftsbibliothek Zwettl, die Missionstätigkeit in Südamerika. Der illustrierte und handkolorierte Reisebericht des Jesuiten Florian Paucke aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist eine der ersten Landesbeschreibungen Paraguays.


Der Verfasser war ein altösterreichischer Missionar in der Neuen Welt, der im damals habsburgischen Schlesien geborene P. Florian Paucke (1718-1780). Sein umfangreicher, reich illustrierter Bericht über seine Missionstätigkeit sowie über die Indios und die Tier- und Pflanzenwelt seines Missionsgebiets ist heute eine der wichtigsten Kostbarkeiten der Stiftsbibliothek Zwettl. Er umfasst zwei Bände und beinhaltet mehr als 100 Handzeichnungen, die wahrscheinlich noch in Paraguay angefertigt wurden. Die Niederschrift seiner Erlebnisse in Lateinamerika datiert allerdings in die Zeit nach seiner Rückkehr und geht auf eine Anregung des Zwettler Priors Placidus Assem zurück. Als Seelsorger in Südböhmen (Neuhaus) bestritt Paucke seinen Lebensabend.


Museum Friedberg