Auf den Spuren des Apostels Paulus in Griechenland

1870 Kilometer waren 16 Pilger mit dem Katholischen Bildungswerk der Diözese und unter Leitung des Bibelwissenschaftlers Prof. Dr. Josef Pichler Anfang September in Griechenland unterwegs, um den Spuren des Apostels Paulus zu folgen. Von Neapolis, Philippi und Thessaloniki im Norden des Landes bis nach Athen und Korinth war einst auch Paulus auf seinen Missionsreisen unterwegs. Die Teilnehmer spürten auf dieser Reise der unglaubliche Dynamik des Anfangs des christlichen Glaubens nach. Zentrale Themen der paulinischen Theologie werde an jenen Orten klarer, wo sie Paulus selbst verkündet hat. Dies bestätigte sagen nach der Reise Marianne Scheiblauer: „Es war überwältigend, Griechenland einmal anders aus der Sicht des Apostels Paulus zu erleben“. Und Rita Fuchs ergänzte: „Jetzt verstehe ich die Apostelgeschichte besser. Sie ist mir näher geworden“.


Prof. Pichler erklärte an den jeweiligen Orten die Stellen aus der Apostelgeschichte und den Paulusbriefen. Für die Teilnehmer zeigte sich, dass hinter den Worten des Apostels keine theoretische Abhandlung steht. Es sind Zeugnisse, die das eigene Leben deuten und ihm Sinn geben, stellte auch Mag. Peter Haslwanter vom katholischen Bildungswerk fest.
In Thessaloniki kam anhand des Briefes an die Thessaloniker die Erstverkündigung des Paulus sehr deutlich zum Tragen, wie Prof. Josef Pichler erläuterte. Die Pilger erhielten einen tiefen Einblick in die Art und Weise, wie Paulus in seiner Zeit missioniert hat.


In Philippi, der Lieblingsgemeinde des Paulus, begegneten die Pilger dem römischen Umfeld, das Paulus bereits die Anforderungen für seinen geplanten Besuch in Rom verdeutlichte. In Korinth konnten die Pilger bei der Besichtigung der Ausgrabungen das vielfältige Handelsleben der einstigen Metropole entdecken . Sie erhielten Einblick in die Schwierigkeiten der paulinischen Missionsarbeit. In Athen konnten die Pilger am Areopagfelsen unter der Akropolis den Hinweis auf die berühmte Areopagrede des Paulus aus der Apostelgeschichte entdecken.


Neben den speziellen Orten, an denen Paulus einst gewirkt hat, besichtigten die Pilger die bedeutendsten religiösen Stätten der Antike wie Delphi, Eleusis und Epidauros. Sie zeigten, wie sehr die Menschen damals an religiöser Weltdeutung und Weisung interessiert waren. Es wurde deutlich, vor welch gewaltigen religiösen Herausforderungen der Apostel und die ersten Christen standen.
Eine Begegnung mit der Orthodoxie erlebten die Pilger in den Meteoraklöstern, ihrer mystischen Liturgie und der ausdrucksstarken Bilderwelt der Ikonen, Mosaiken und Wandmalereien. „Durch die Landschaft und das Meer spüre ich die besondere Kraft und Freude, die Paulus bewegt haben muss, das Evangelium zu verkünden“, meint Maria Wagner und Christl Russ wurde von den wunderschönen Fresken und Ikonen ganz in ihren Bann gezogen, wie sie selbst sagte.