Am Geburtsort des Völkerapostels

Tarsus – die Geburtsstadt des Apostels Paulus war einer der Höhepunkte der Diözesanwallfahrt der Diözese St. Pölten vom 18. bis 25. April auf den Spuren des Völkerapostels bei seiner ersten Missionsreise. In der Pauluskirche feierten die Pilger mit Bischof Klaus Küng den Gottesdienst. „Ich bin ein Jude aus Tarsus in Zilizien, Bürger einer nicht unbedeutenden Stadt“, gab sich Paulus einst zu erkennen. Tarsus hatte damals eine Bedeutung, die heute kaum mehr zu erahnen ist. Die Ursprünge der Stadt gehen bereits in das dritte vorchristliche Jahrtausend zurück. Zur Zeit des Apostels Paulus lebten in Tarsus etwa 300.000 bis 500.000 Menschen. Sie war ein Ort der Bildung und besaß einen bedeutenden Hafen. Heute ist die Stadt 15 Kilometer vom Meer entfernt. Die zweite Bedeutung der Stadt lag darin, dass ihre Bewohner das römische Bürgerrecht hatten, auf das auch Paulus bei seiner Verhaftung pochte.


„Wo Paulus geboren wurde, sprudelt heute symbolisch eine Quelle“, verweist P. Robert Bösner aus Maria Dreieichen auf den Paulusbrunnen, der heute an jenem Ort steht, an dem sich einst das Geburtshaus des späteren Apostels Paulus befunden haben soll. „Hier hat alles begonnen und hier wollen wir auch bitten, unsere eigene apostolische Berufung besser zu verstehen“, führte er aus.


Die heutige Pauluskirche von Tarsus geht wohl auf das 19. Jahrhundert zurück und war eine griechisch-orthodoxe Kirche. Sie wurde aufwendig restauriert und dient eher als Museum, ermöglicht aber dennoch Pilgern, vor allem in diesem Jubiläumsjahr des Apostels Paulus, Gottesdienste zu feiern. Die Kirche in dieser völlig muslimischen Stadt wird von einigen Schwestern betreut.


„Christus stand im Zentrum des Lebens des Apostels Paulus“, verwies Bischof Küng am Ende des Gottesdienstes. „Ich wünsche allen Pilgern, dass der Glaube, den der Apostel Paulus gesät hat, auch in jedem von uns eine Umkehr bewirke“.