"Alles in Christus erneuern"

In seiner Silvesterpredigt erinnerte Bischof DDr. Klaus Küng an die "schwierigen Monate" des vergangenen Sommers in der Diözese, die er als "Anfang eines Heilungsvorganges" bezeichnete. Im kommenden Jahr müsse der Vorsatz lauten: alles in Christus zu erneuern. Für positive Veränderungen in Gesellschaft und Kirche müsse jeder bei sich selbst anfangen. Als ein besonderes Jahr für die Diözese St. Pölten bezeichnete Diözesanbischof DDr. Klaus Küng in seiner Silvesterpredigt das vergangene Jahr. Er erinnerte an den Tod von Altbischof Dr. Franz Zak, an den 75. Geburtstag von Weihbischof Dr. Heinrich Fasching und an den Abschluss des Mitteleuropäischen Katholikentages in Mariazell. Bei diesem "beeindruckenden Glaubenszeugnis" wurde deutlich "dass Christen wetterfest sind" und sich auch unter widerwärtigen Verhältnissen bewähren können, sagte er.

Bischof Küng verwies sodann auf die "schwierigen Monate" für die Diözese, die zur Durchführung der apostolischen Visitation, zur Schließung des Priesterseminars und zur Ablöse des Diözesanbischofs geführt haben. Dies sei "der Anfang eines Heilungsvorganges", der "noch längere Zeit\" in Anspruch nehmen werde, sagte Bder. Gott führe bei jenen, die ihn lieben "alles zum Guten", auch das, was "momentan als schmerzhaft" empfunden werde.

Bereits am Beginn seiner Predigt betonte der Bischof, dass es viele Gründe gebe, Gott zu danken. In Hinblick auf die Flutwelle, die viele Länder Südostasiens heimgesucht habe, meinte er, "dass nichts, was wir haben, selbstverständlich ist". Man müsse dankbar sein für die Gesundheit, wenn Gott vor Unglück bewahre und wenn im vergangenen Jahr manches auch geglückt sei.

In Hinblick auf das kommende Jahr stellte der Bischof fest, dass sich Gesellschaft und Kirche in einer Umbruchsituation befinden, was \"eine große Herausforderung und eine Chance" bedeute. Auch in der Kirche müsse man nach Jahren, \"in denen man meinte, man könne alles planen und organisieren", zur Kenntnis nehmen, dass man auf sich allein gestellt nichts erreichen könne. Es sei, so der Bischof, "als würde uns Gott zwingen, den Blick auf ihn zu richten".

Wer über die heutige Situation von Kirche und Gesellschaft nachdenke, müsse erkennen, dass "unser erstes Gebot die Hinwendung zu Gott" sei, sagte er. Es sei "eine gute und Grundlegung der Zuversicht" für das neue Jahr, aber auch für Kirche und Gesellschaft, wenn man es mit dem Vorsatz "Alles in Christus erneuern" eröffnet, unterstrich er. Bischof Küng rief in diesem Zusammenhang auf, "in den Pfarren, Gemeinschaften und Klöstern" Gebetsstunden einzuführen und wieder das Gebet zu pflegen.

Das "Streben nach konsequentem Christsein" sollte im Programm der Kirche das erste sein, wies der Bischof hin. So sollte für eine positiven Veränderungen in Gesellschaft und Kirche jeder bei sich selber beginnen und so "zur Versöhnung in der Diözese, zur Belebung der Seelsorge, zur Erneuerung der Kirche im Land" beitragen.

Als "konkrete und dringende diözesane Anliegen" bezeichnete Diözesanbischof DDr. Klaus Küng "gut ausgebildete, gesunde, fröhliche, heiligmäßige Priester" sowie "gute Katechetinnen und Katecheten, Religionslehrerinnen und Religionslehrer, Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten". Alles müsse unternommen werden, um das Priesterseminar wieder "unter guter Leitung in Betrieb zu nehmen", sagte der Bischof.
Weitere "Herzensanliegen" der Diözese seien die theologische Hochschule in St. Pölten und die Pädagogische Akademie in Krems.

Als \"dringend" bezeichnete der Bischof die "Stärkung christlicher Familien", die "Kinder bejahen und echte Keimstätten wahren Christseins" seien. In Zukunft werde der Familienpastoral eine "vorrangige Bedeutung" zukommen, kündigte Küng an.

Predigt im Wortlaut