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20 Jahre Mater-Dolorosa-Karmel in Maria Jeutendorf

Am 15. September waren es 20 Jahre, dass der Karmel Maria Jeutendorf eröffnet wurde. Am Sonntag, dem 18. September feierten nun die Schwestern des Mater-Dolorosa-Karmels mit Pfarrer Prälat Dr. Alois Hörmer den Festgottesdienst. Die nachmittägige Wallfahrt mit Marienvesper und Sakramentsprozession leitete der Grazer Altbischof Johann Weber. Der festliche Gottesdienst am Patroziniumsfest wurde von den Schwestern des Karmels und dem Kirchenchor von Maria Jeutendorf musikalisch gestaltet. In seiner Predigt wies Prälat Hörmer auf Maria als Hilfe und Zuflucht für die Menschen hin, besonders in Not und Leid, aber auch als Urbild für die gesamte Kirche. Seit Jahrhunderten haben Menschen ihren Schmerz und ihr Leid im Spiegel der Gottesmutter gedeutet. Sie gebe den Menschen all das weiter, dass die Welt nicht zur Wüste werde, sondern zum Leben erwache, sagte er.


Marienvesper mit Bischof Weber


Die Wallfahrt am Nachmittag mit anschließender Sakramentsprozession und Pilgersegnung leitete der Grazer Altbischof Johann Weber, der Heimatbischof der damaligen Gründungsschwestern. "Danke dass ihr da seid!" sagte er heute in seiner Festpredigt. Er erinnerte an die Eröffnung des Karmels vor 20 Jahren, die dem damaligen Bischof Dr. Franz Zak ein tiefes Anliegen gewesen sei.
Es sei "in Rätsel ganz eigener Art", wenn die Schwestern im Karmel zu Gott gleichsam sagen "ich möchte mit dir alt werden, bis in die letzte Neige meines Lebens". Bischof Weber verglich das Leben im Karmel mit einem Schiff, das zwar einen Hafen und einen Anker habe, aber mit dem "Proviant des Gottvertrauens" ausgestattet in eine unbekannte Zukunft strebt. "Seien Sie fröhlich und bereit, die Luft der Überraschungen Gottes zu atmen", rief er den Schwestern zu.
In einer langen Zeit des Friedens und des Wohlstands die Menschen trotzdem Angst, wie die Zukunft sein werde. Die Schwestern im Karmel seien in dieser Welt dabei wie wachsame Frauen mit ihren Öllämpchen, erinnert der Bischof an ein biblisches Gleichnis. Selbst die Osterkerze, die "Mutter allen Lichts" sei mehr als nur ein Symbol, wies Bischof Weber hin. Sie sei die Gewissheit, dass sich dieses Leben lohne, dass es nicht in Tod und Elend endet, sondern zur Auferstehung führt. Und Bischof Weber zündete während seiner Predigt diese Osterkerze als Zeichen des Lichtes an, das vom Karmel Maria Jeutendorf ausgstrahle.
Die anwesenden Wallfahrer rief er sodann auf, ein "Bündnis" mit Maria Jeutendorf einzugehen. "Schauen wir immer wieder vorbei wie bei jemandem, den man gern hat", sagte der Bischof. Als weiteren Punkt empfahl er, für diesen Ort auch zu werben, ihn ins Gedächtnis zu rufen und meinte als dritten Bündnispunkt: "Üben wir die Kunst des Tröstens". Dabei könne der Blick auf Maria helfen.


Höhepunkt im Jubiläumsjahr


Die Gründung des Karmels vor 20 Jahren war einer der Höhepunkte des 200-Jahr Jubiläums der Diözese St. Pölten im Jahr 1985. Der Wunsch nach einem Karmel in der Diözese St. Pölten ist bereits bei der Dözesansynode 1972 aufgetreten. Trotzdem dauerte es noch 13 Jahre, bis er mit großartiger Unterstützung der Kath. Männerbewegung der Diözese umgesetzt werden konnte.
Heute gehören dem Karmel 12 Schwestern an, deren Hauptaufgabe das Gebet ist. Darin sind sie eine große Unterstützung und Hilfe für das geistliche Leben der Diözese. Ihre Zeiten des Gebetes werden durch Zeiten der Betrachtung, des Arbeitens und der Gemeinschaft unterbrochen.
Die Schwestern müssen selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen. Seit Beginn ihres Wirkens im Karmel betreiben sie eine Hostienbäckerei und neuerdings auch eine Ikonenmalwerkstätte.