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20 Jahre Karmel Maria Jeutendorf

"Unsere Hauptaufgabe ist das Gebet" sagt Schwester Margarita, die Priorin des Mater-Dolorosa-Karmels in Maria Jeutendorf. Nur wer an die Macht des Gebetes glaubt, versteht auch die Lebensweise dieser Schwestern, deren Tagesablauf von Gebet, Stille, geistlichen Lesungen und Arbeit geprägt ist. Vor 20 Jahren sind acht Schwestern in den Karmel von Maria Jeutendorf eingezogen. Die Gründung dieses kontemplativen Frauenklosters ging auf eine Anregung der Diözesansynode von 1972 und dem Wunsch von Bischof Dr. Franz Zak zurück. In fünfjähriger Arbeit wurde damals das ehemalige Servitenkloster durch die Diözese und mit Unterstützung von 1.000 freiwilligen Helfern der Katholischen Männerbewegung restauriert. Am 15. September des Jubiläumsjahres 1985 konnte das Kloster feierlich geweiht werden.


Gebet im Mittelpunkt
Heute beherbergt das Kloster zwölf Schwestern. Ihre Hauptaufgabe ist das Gebet. "Das bedeutet für uns, Herz und Sinn auf Gott hin auszurichten in Lob, Dank und Bitte. Aber auch in der Betrachtung der Heilstaten Gottes in der Schöpfung, in der Geschichte der Menschen, in der unserer Gemeinschaft und in unserer persönlichen Geschichte", so die Priorin Schwester Margarita. Zwei Stunden, eine am Morgen und eine am Abend, verbringen die Schwestern täglich in stiller Betrachtung. Aber auch bei der Arbeit während des Tages "bleiben wir im Bewusstsein der Gegenwart Gottes". Die Ordensgründerin Teresa von Avila sagte einst über das Beten: "Beten ist nichts anderes als die Begegnung mit einem Freund. Mit ihm kommen wir gern zusammen, einfach um bei ihm zu sein. Denn wir wissen ganz sicher, dass er uns liebt!"


Hostenbäckerei und Ikonenwerkstatt
Die Arbeit dient den Schwestern nicht nur zum eigenen Lebensunterhalt, sondern auch dazu, in ihren Gedanken nicht nur um sich selbst zu kreisen. So gibt es seit Beginn eine Hostienbäckerei, die den Grossteil der Pfarren der Diözese, aber auch Pfarren in der Steiermark, Kärnten und darüber hinaus, mit Hostien beliefert.
Seit zwei Jahren beschäftigen sich vier Schwestern auch mit der Ikonenmalerei. Eine von ihnen erklärt: "Ikonenmalen ist für mich Gebet. Ich befinde mich einfach in der Gegenwart der Person, die ich male! So verweile ich schweigend und aufmerksam beim Malen der Ikone".
Die Arbeit der Schwestern wird ihrer Regel entsprechend in Stille verrichtet. Nur nach dem Mittagstisch und dem Abendessen kommen sie zusammen, um ihre Erfahrungen und Erlebnisse des Alltags, ihre Freuden und Leiden einander mitzuteilen.


"Wir sind dankbar, dass unser Leben hier im Karmel von Maria Jeutendorf durch unsere Berufung von Gott her ermöglicht und durch die Unterstützung der Diözese und des Diözesanbischofs gefördert worden ist und auch jetzt noch wird. Um diese Unterstützung möchten wir auch weiterhin bitten, wie wir auch in Zukunft für die Anliegen dieser Diözese und ihres Oberhirten uns einsetzen und beten wollen", verspricht die Priorin Schwester Margarita.