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10.000 Unterschriften für den Sonntag

Für eine Beibehaltung des arbeitsfreien Sonntags haben sich die Gliederungen der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten ausgesprochen und die Pfarren aufgerufen, die österreichweite Aktion der Allianz für den arbeitsfreien Sonntag zu unterstützen. In den zwei Monaten Dezember bis Jänner konnten dafür 10.530 Unterschriften gesammelt werden. Die Unterschriften kommen aus 84 Pfarren, was KA-Präsident Roman Fröhlich als "äußerst erfreuliches Ergebnis" wertet. Es gab für diese Aktion keine speziellen Schwerpunktaktionen, wies er hin. Die Unterschriftenlisten seien lediglich in den Pfarrkanzleien aufgelegen und unterstreichen so das Ergebnis einer Studie, wonach etwa 80 Prozent der Bevölkerung für den arbeitsfreien Sonntag eintreten, sagte er. Er erwarte sich von dieser Aktion, dass sie zu "ein deutliches Signal" in der EU sei, und dass nicht nur von multinationalen Konzernen gegen den freien Sonntag agiert werde.
Bereits vor dieser Aktion habe es in der Diözese St. Pölten in den vergangenen acht Jahren eine Vielzahl von Aktivitäten gegeben, die auf den Wert des Sonntags als arbeitsfreien Tag hingewiesen haben. Als einen der "größten Erfolge" bezeichnet Roman Fröhlich die Verankerung des arbeitsfreien Sonntags in der Landesverfassung von Niederösterreich vom 28. Juni 2001. Präsident Fröhlich wies auch hin, dass heute nicht nur Handelskonzerne den Sonntag als Arbeitstag wollen, sondern auch Industrie und Gewerbe aufgrund der hohen Investitionsausgaben eine Amortisation auf Kosten der Arbeiter und Angestellten anstreben.


Insgesamt 25.00 Unterschriften - ein starkes Zeichen


Als "qualitativ wichtiges Zeichen" bezeichnete Dr. Markus Glatz-Schmallegger von der Allianz für den arbeitsfreien Sonntag Österreich dieses Unterschriftenpaket. Mit den Unterschriften aus den Diözesen Eisenstadt, Salzburg und Vorarlberg - insgesamt 25.000 - soll dieses Votum gemeinsam mit einigen anderen Ländern wie Ungarn, Slowenien, Tschechien und Deutschland noch in diesem Halbjahr dem Wirtschafts- und Sozialausschuss der EU in Brüssel übergeben werden. "Wir sehen das als Modell für eine Mitbeteiligung", meint Glatz-Schmallegger. Dennoch hofft er, dass diese Aktion "ein Keim ist, der ganz Europa erfassen wird". Immerhin zeigen bereits auch andere Staaten wie Kroatien und die baltischen Länder ein vehementes Interesse an dieser Frage.
Wichtig für ihn sei jedoch der Aufbaue einer Kette eines dichten Netzwerkes, von den einzelnen Regionen über die Nationen hin bis zur EU in Brüssel, sagt Glatz-Schmallegger. Derzeit seien in der Allianz 51 Organisationen vertreten, von Parteien über NGO's bis zu den Vereinen. Immer mehr würden erkennen, dass es zu diesem "allgemeinen freien Zeitfenster des arbeitsfreien Sonntags" keine Alternative gebe.


Gewerkschaft lobt Engagement der Kirche


Franz Georg Brantner von der Gewerkschaft der Privatangestellten befürchtet aufgrund der vorliegenden Arbeitszeitrichtlinien einen Trend zur Auflösung des arbeitsfreien Sonntags. Österreich stehe mit seinen Bestrebungen nicht allein da, wies er hin. In Nachbarländern wie Kroatien, Slowenien gebe es starke Bestrebungen und bereits auch Erfolge, den Sonntag arbeitsfrei zu halten.
Überall, wo die Katholische Kirche stark verankert sei, trete sie auch vehement gegen die Aufweichung des Sonntags ein. Dieses Thema dürfe "nicht auf ein einzelnes Land isoliert bleiben, sondern müsse länderübergreifend wachsen", stellte Brantner fest. Lob für das große Engagement der Katholischen Aktion der Diözese, kamen auch vom Regionalsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, Michael Pieber und dem Betriebsratsvorsitzenden der Angestellten der Firma Metro, Hans Jappel. Es sei "eine Freude, dass so viele Menschen auf dieses Problem reagiert haben", sagten sie. Diese Unterschriften seien ein starkes Zeichen für die Allianz von Kirche und Gewerkschaft und für die Gewerkschaften eine starke Basis für eine solide Weiterarbeit in den Betrieben.