50 Jahre Schulamt der Diözese St. Pölten

Mit einem Festakt feiert das Schulamt im Bildungshaus St. Hippolyt

St. Pölten, 3.9.2022 (dsp/kb) Zum Festvortrag wurde der Philosoph und Theologe Johannes Hartl, Gründer des Gebetshauses Augsburg, eingeladen; ein hochkarätiges Publikum folgte der Einladung. Knapp 150 Personen aus der Bildungs- und (Privat-)Schullandschaft Niederösterreichs, zahlreiche Schulerhalter, Vertreter aus Bund und Land und viele Religionslehrerinnen und Religionslehrer feierten das Jubiläum der obersten Schulbehörde der Diözese St. Pölten.

Bischof Alois Schwarz betonte in seinen eröffnenden Worten die Wichtigkeit geistiger Bildung und betonte auch, dass es Mehr brauche als reine Religionspädagogik: „Religionsunterricht ohne Spiritualität wird den Dimensionen von Religiösität nicht gerecht“, so der Bischof wörtlich.

Im Festvortrag von Johannes Hartl ging der Autor auf aktuelle gesellschaftliche Megatrends und die großen Fragen und die Sehnsucht des Menschen nach Verbundenheit, nach Sinn und nach Schönheit ein und stellt das christliche Menschenbild in das Zentrum der Überlegungen. Unter dem Titel „Quo vadis, homo sapiens?“, also „Wohin gehst du, Mensch?“ sprach Hartl über die Herausforderungen, ein spirituelles Leben in Verbundenheit mit Gott und den Menschen in einer beschleunigten, digitalisierten und unübersichtlichen Welt zu führen; er sprach in Bezug auf die heutige Zeit von einer unerforschten „mentalen Klimakrise“ mit „geistlicher Umweltverschmutzung“ und einer Antwort im Wahrnehmen der „Nachhaltigkeit des Schönen, des Guten und des Wahren“.  Nach einer gemeinsamen Komplet klang der Abend im Foyer des Hiphauses aus.

Das Schulamt der Diözese St. Pölten

In der Diözese gab es schon lange vor 1972 eine zuständige Stelle für den Religionsunterricht bzw. die Katechese: Bis 1935 wurden die diözesanen Schulangelegenheiten im bischöflichen Ordinariat bearbeitet. Ein Jahr später wurde ebendort ein eigenes Schulreferat gegründet. Als ab 1962 von staatlicher Seite die Schulgesetzgebung neu aufgestellt wurde und kirchlicherseits die Entwicklungen nach dem Zweiten Vatikanum für Veränderungen sorgten, errichtete Diözesanbischof Franz Zak auf Antrag der Diözesansynode mit 1. September 1972 das Diözesanschulamt.

Dieses ist seither für alle administrativen, rechtlichen und disziplinären Angelegenheiten des Religionsunterrichts in der Diözese zuständig. Es hat für die Ausbildung, Fortbildung und Bestellung der Religionslehrer, die Besetzung offener Religionsstunden, die Beaufsichtigung des Religionsunterrichtes durch die Fachinspektoren, die Koordination mit der Fortbildung Religion an der KPH/ Campus Krems und mit den katholischen Privatschulen sowie den staatlichen Schulbehörden zu sorgen.

Ab 1. September 2022 heißt das Diözesanschulamt offiziell „Ressort Schulamt“ und nimmt somit die Aufgabe der kirchlichen Oberbehörde für die Diözese St. Pölten im Schul- und Hochschulbereich wahr. Ressortleiter ist seit einem Jahr MMMag. Dr. Benedikt J. Michal. Wie jedes Ressort untersteht auch dieses dem Generalvikar bzw. dem Diözesanbischof. Der Schulamtsleiter verantwortet zudem im Auftrag des Bischofs mit zwei weiteren Hochschulräten die Kirchlich-Pädagogische Hochschule Wien/Krems bzw. ist, sofern nicht anders geregelt, Schulerhalter jener Schulen, die in der Trägerschaft der Diözese sind. Das Ressort Schulamt profiliert sich inhaltlich und strukturell als jene kirchliche Einrichtung, die Pädagogik in die Pastoral und Pastoral in die Pädagogik bringt. Es versucht im Grunde das Eine: An der Sendung Christi teilhabend uns selbst, Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen & Schüler zu „mathetes“ (Jüngerinnen & Jünger, Schülerinnen & Schüler Christi) zu verwandeln.