Missio-Gründerin wird seliggesprochen

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Pauline Marie Jaricot wird am 22. Mai 2022 selig gesprochen. Für Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner wird hier eine „Powerfrau“ geehrt, die auch die Dynamik der Päpstlichen Missionswerke bis heute widerspiegelt. Die Seligsprechung fällt mit dem großen Missio-Jubiläumsjahr zusammen.

Große Freude bei den Päpstlichen Missionswerken: Der Vatikan verkündete die Seligsprechung der Missio-Gründerin Pauline Marie Jaricot. Die Französin wird am 22. Mai 2022 in ihrer Heimatstadt Lyon seliggesprochen – am Tag genau 200 Jahre nach der Gründung des sogenannten Werks der Glaubensverbreitung. „Was für ein Zeichen, dass unsere Gründerin in unserem großen Jubiläumsjahr offiziell Fürsprecherin für die Päpstlichen Missionswerke wird,“ zeigt sich Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio Österreich, begeistert.

Pauline Marie Jaricot gründete am 22. Mai 1822 das Werk der Glaubensverbreitung und den Lebendigen Rosenkranz und legte damit den Grundstein für die späteren Päpstlichen Missionswerke. „Wir von Missio Österreich feiern 2022 diese Gründung durch Pauline Marie Jaricot, außerdem feiern wir, dass vor genau 100 Jahren im Jahr 1922 Papst Pius XI. das Werk der Glaubensverbreitung und andere Werke ‚internationalisiert‘ hat und die Päpstlichen Missionswerke entstanden sind. Deshalb freue ich mich riesig, dass diese starke Frau, die ‚Mutter der Weltmission‘, auch vom Vatikan geehrt wird,“ sagt Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner.

Eine Powerfrau für die Kirche

Pauline Marie Jaricot wird am 22. Juli 1799 in Lyon als Tochter eines reichen Seidenfabrikanten geboren. In Folge der Französischen Revolution, die hunderten Priestern und Ordensleuten das Leben kostet, droht dem Land eine massive Entchristlichung. Doch das Gegenteil geschieht: Durch das Engagement und die Initiativen gläubiger Laien kommt es in Frankreich zu einer Blüte des Glaubens, ja zu einem „missionarischen Frühling“. Pauline erlebt als Teenager durch die Predigten eines Priesters eine tiefgehende Bekehrung. Sie begeistert sich für das Gebet und die Mission.

Aus dieser Erfahrung gründet Pauline 1822 im Alter von 23 Jahren das „Werk der Glaubensverbreitung“. Sie möchte, dass sich nicht nur Bischöfe, Priester und Ordensleute um die Weltmission kümmern, sondern jeder Christ! Jedes Mitglied spricht täglich ein kurzes Gebet für die Mission und spendet wöchentlich einen Sou. (Damals kostete ein Kaffee 2 Sous!) So kann jeder mitmachen, nicht nur die Reichen. Und jeder soll auch neue Mitglieder werben. Mit dem Gebet und der Spende wurden die Missionsgesellschaften unterstützt und Missionare ausgebildet.

Wenige Jahre später gründet Pauline eine Gebetsbewegung, die sie „Lebendiger Rosenkranz“ nennt: Jeweils fünf Personen beten täglich ein Gesätzchen Rosenkranz für die Mission – und jeder wirbt weitere Mitglieder für das Gebet. Bald sind über zwei Millionen Menschen im Gebet und durch Spende für die Weltmission vereint. Missio Österreich führt diese Idee von Pauline in der Gebetsbewegung „Gott kann“ weiter, die mittlerweile mehr als 10.000 Menschen umfasst.

Musical zum Jubiläum

Missio Österreich führt im kommenden Jubiläumsjahr gemeinsam mit KISI – God´s singing kids ein Kindermusical über die Pauline Marie Jaricot auf. „Pauline – Mut verändert die Welt“ wird durch ganz Österreich touren und das Leben der französischen „Laienmissionarin“ für Jung und Alt erlebbar machen. „Pauline Jaricot hat im 19. Jahrhundert 2,4 Millionen Franzosen dazu motiviert, täglich ein Gesätzchen vom Rosenkranz zu beten und wöchentlich eine kleine Spende für die Mission zu geben. Auf diese Säulen – Gebet und Spende – stützen sich die Päpstlichen Missionswerke bis heute,“ sagt Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner.