Diözese St. Pölten startet mit neuem Erscheinungsbild

Claim „ICH BIN. MIT DIR“ ist „Botschaft, Haltung, Überschrift, Leitschnur“ pastoralen Denkens

St. Pölten, 28.11.2021 (dsp/kb) Die Diözese St. Pölten startet mit dem ersten Adventsonntag in eine neue Bildwelt. Als integraler Bestandteil des zukünftigen Erscheinungsbildes wird ab sofort ein neues Stammlogo der Diözese St. Pölten im Zentrum des Kommunikationsdesigns stehen. Gestartet wird mit dem Logo in den sozialen Medien, dann folgen analoge und digitale Anwendungen. Mit dem Launch eines neuen Webportals in der Osterzeit 2022 wird die Logoimplementierung einen wichtigen weiteren Meilenstein erreichen.

„Unser neues Erscheinungsbild und die sukzessive Umsetzung in der Diözese sind ein starkes Signal in der Wahrnehmung und stehen sinnbildlich für den Aufbruch, die Erneuerung und die Zukunftsbestrebungen einer Diözese im Heute“, so Bischof Alois Schwarz zum Start der neuen Bildwelt. Der Logo-Launch zum Beginn des neuen Kirchenjahres unterstreicht dieses Anliegen zusätzlich. Ab dem 1. Adventsonntag wird zudem bis Weihnachten eine Lichtprojektion auf die Domfassade das neue Erscheinungsbild präsentieren. Der Adventkalender in den sozialen Medien wird täglich einen Aspekt der biblischen „Ich bin“-Worte beleuchten, die die Basis für die pastorale Botschaft „ICH BIN. MIT DIR“  waren.

Die Grundüberlegungen zur Erneuerung von Logo und Design wurde in einer Fokusgruppe mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen der Zentralverwaltung gestaltet. Die finale Ausführung und Feinjustierung wurde vom Vorarlberger Grafiker und Religionspädagogen Michael Schneider (Modular Plus) vorgenommen.

Stammlogo und Bildwelt

Zentrum des Logos stellt das Symbol des christlichen Glaubens, das Kreuz, dar. Vom Kreuz ausgehend und im Kreuz mündend eröffnet sich eine klare Linie. Die Dynamik der Bildmarke zeigt damit Christus als Ausgangspunkt und Ziel sowie Eckstein eines sich eröffnenden Lebensraumes. Die Assoziationen des neuen Logos sind offen und vielfältig, so Bischof Alois Schwarz: „Begriffe wie Fenster, Haus, Fisch, Raum, Pilgerweg, das Christusmonogramm P, das „P“ von St. Pölten, Mitra, Bischofsstab, Anker und Tür wurden als Deutungen rückgemeldet“. Neben der inhaltlichen Botschaft wurde auf eine optimale Anwendbarkeit und eine klare Schriftart geachtet. Der Schriftzug schreibt das Wort „Sankt“ aus und verweist damit auf den Ursprung des Domstadt- und Diözesannamens im heiligen Hippolyt. 

Neu ist, dass die Diözese St. Pölten in Zukunft mit den Worten „ICH BIN. MIT DIR“ ihren Außenauftritt ergänzt. „Der Satz ‚ICH BIN. MIT DIR’ ist über einen einfachen Claim hinaus Botschaft, Haltung, Überschrift und Leitschnur pastoralen Denkens und Handelns der Diözese St. Pöltens“, so Bischof Alois Schwarz. „Mehrfach sichert Gott in der Heiligen Schrift sein Unterwegssein mit uns Menschen zu: „Ich bin“ steht durch alle Bücher der Bibel hindurch für den dreieinen Gott selbst, der jedem und jeder von uns in vielen Geschichten und Ausdrucksformen sein Mit-Uns-Sein verspricht“, so der Bischof zu den Überlegungen. Gleichzeitig steht „Ich bin mit Dir“ auch für die Tätigkeiten der Kirche, für das Miteinander unter den Menschen und die Gemeinschaft in Christus.

Als zusätzliches gestalterisches Element der neuen Bildwelt steht in Zukunft neben dem und über das Logo hinaus auch der „Aufbruchstrich“, der gleichsam eine Aufwärtsbewegung und eine Unterbrechung ist, und sowohl eine Zuordnung der vielfältigen kirchlichen Tätigkeiten und Aufgabenbereiche erlaubt als auch die Wiedererkennbarkeit stärkt.  

Die biblischen „Ich bin“-Worte

Die „Ich bin“-Worte sind Ausdrucksform und Zusicherung gleichermaßen. Als Ich-bin-Worte werden in erster Linie verschiedene Selbstaussagen von Jesus von Nazareth bezeichnet, die indirekt sein messianisches Sendungsbewusstsein offenbaren. „Ich bin“ ist die deutsche Übersetzung des altgriechischen Ausdrucks ἐγὼ εἰμί (ego eimi), mit dem jede der Aussagen beginnt. Am bekanntesten sind sieben Ich-bin-Worte Jesu im Johannesevangelium. Neben diesem Gebrauch der Ich-bin-Formel mit einem Bildwort gibt es auch „absolute“ Ich-bin-Aussagen ohne prädikative Bestimmung, wenn Gott sich selbst erklärt.

Neben den neutestamentlichen Ich-bin-Worten werden auch die im Alten Testament zu findende Selbstoffenbarung Gottes in der Bekanntgabe seines Namens JHWH und die daran anknüpfenden Hoheitsaussagen und Heilszusagen als Ich-bin-Worte diskutiert.

 Die in den Ich-bin-Worten verarbeiteten Symbole „Brot“, „Licht“, „Tür“, „Hirt“, „Weg“, „Weinstock“ und die Urworte „Leben“ und „Wahrheit“ sind sowohl in der Religionsgeschichte als auch in der Theologie des Alten Testaments verwurzelt. Dadurch schaffen sie Anknüpfungspunkte für das Verstehen der neutestamentlichen Botschaft von Jesus Christus. In einfacher und verständlicher Sprache vermitteln sie zugleich die Einladung, sich von Jesus Gemeinschaft mit dem Vater schenken zu lassen, und den Anspruch, Jesus nachzufolgen.

Ich-bin-Aussagen finden sich im Neuen Testament in allen vier Evangelien – drei im Markusevangelium, je acht im Matthäus- und Lukasevangelium und 24 im Johannesevangelium. Die auffällige Häufung im Johannesevangelium deutet darauf hin, dass diese Aussagen für den Evangelisten Johannes eine hohe theologische Relevanz hatten.