Katholische Schulen wachsen

Schülerzahlen in Privatschulen wachsen

St. Pölten, 23.1.2020 (dsp/kb) Im laufenden Schuljahr 2019/20 besuchen insgesamt 74.727 Schülerinnen und Schüler einen der 286 katholischen Schulstandorte in Österreich. Das entspricht einem Plus von 849 Schülerinnen und Schülern oder 1,15 Prozent im Vergleich zum vergangenen Schuljahr. Insgesamt wachsen die Schülerzahlen aber konstant: Seit dem Schuljahr 2014/15 verzeichnen die katholischen Privatschulen ein Plus von 6,25 Prozent bei ihren Schülerinnen und Schülern.

In absoluten Zahlen entfällt der größte Teil mit österreichweit 28.652 Kindern und Jugendlichen auf die privaten katholischen Gymnasien. Das entspricht rund 13,31 Prozent aller österreichischen Schülerinnen und Schülern an einer AHS. Prozentual betrachtet stellt mit 33,34 Prozent (4.436 Schülerinnen und Schüler) die Ausbildung zur Elementarpädagogik den größten Anteil; in der Erzdiözese Wien entfallen auf die sogenannten Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (BAfEP) gar 50,99 Prozent.

Wachstum in fast allen Diözesen und Schularten

Insgesamt besuchen mit den rund 75.000 Kindern und Jugendlichen 6,71 Prozent der österreichischen SchülerInnen eine katholische Privatschule (KPS). Das Plus an Schülerinnen und Schüler verteilt sich dabei auf acht Bundesländer. Lediglich die Diözese Innsbruck verzeichnet im Vergleich zum vergangenen Schuljahr einen minimalen Rückgang von 0,30 Prozent. In der Erzdiözese Wien ist der katholische Schulbereich mit genau 100 Schulstandorten und fast 30.000 Schülerinnen und Schülern der größte österreichweite Anteil.

Bezogen auf die verschiedenen Schularten – Volksschulen, Neue Mittelschulen, AHS, Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen, Bildungsanstalten und Sonderpädagogische Schulen – gibt es österreichweit lediglich bei den katholischen Polytechnischen Schulen (-7,41 Prozent) sowie ganz minimal bei den AHS (-0,05%) einen Rückgang bei den Schülerzahlen. Das größte Wachstum zeigt sich prozentual betrachtet mit +2,7 Prozent bei den privaten katholischen Volksschulen.

Konfessionelle Vielfalt, Wachstum bei o.r.B.

Mit insgesamt 27 Religionen und religiösen Bekenntnisgemeinschaften zeigt sich die konfessionelle Vielfalt der katholischen Privatschulen. In absoluten Zahlen betrachtet ist das katholische Bekenntnis nach wie vor am stärkstem vertreten. Mehr als drei Viertel der SchülerInnen, insgesamt 57.155 oder 76,59 Prozent, gehören der römisch-katholischen Kirche an. Es folgt die Gruppe der Kinder und Jugendlichen ohne Bekenntnis — hier zeigt sich ein deutliches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr: 6.681 SchülerInnen oder 8,95 Prozent ohne religiöses Bekenntnis besuchen aktuell eine heimische KPS (Schuljahr 2018/19: 6.090 oder 8,25 Prozent). Es folgen Evangelische Kirche (A.B. und H.B.) mit 3.410 SchülerInnen oder 4,57 Prozent und die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich mit 3.224 SchülerInnen bzw. 4,32 Prozent. Für beide Konfessionen sind die Zahlen nahezu konstant geblieben.

Das katholische Privatschulwesen in Österreich

In Österreich ist die Errichtung und Führung von Privatschulen im "Privatschulgesetz" geregelt. Dieses Bundesgesetz enthält u.a. Bestimmungen zur Verleihung des Öffentlichkeitsrechts an private Schulen. Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht sind berechtigt, Zeugnisse über den Erfolg des Schulbesuches auszustellen, die jenen an öffentlichen Schulen entsprechen bzw. die "mit der Beweiskraft öffentlicher Urkunden und mit den gleichen Rechtswirkungen ausgestattet sind wie Zeugnisse gleichartiger öffentlicher Schulen". Die katholischen Privatschulen (KPS) in Österreich besitzen das Öffentlichkeitsrecht. Sie unterliegen der staatlichen Schulaufsicht und ihr Lehrpersonal wird durch die öffentliche Hand bezahlt. Die sonstige Finanzierung der KPS — etwa der Erhalt der Schulgebäude — erfolgt über das Schulgeld. Auf kirchlicher Ebene vernetzt das Interdiözesane Amt für Unterricht und Erziehung (IDA) die neun diözesanen Schulämter, die wiederum für alle Themen und Anliegen der KPS in ihren Bundesländern zuständig sind. Das IDA nimmt als Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz gesamtösterreichische Aufgaben wahr betreffend den Religionsunterricht und die katholischen Privatschulen. Es ist auch für die Wahrung aller schulpolitischen Interessen der Kirche auf Bundesebene zuständig. Leiter des IDA ist der Referent für Schulfragen in der Österreichischen Bischofskonferenz – aktuell der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl. Geschäftsführende Leiterin des IDA ist die Wiener Schulamtsleiterin Andrea Pinz.