Kampagne für Religionsunterricht: Zeitgemäßen Unterricht sichtbar machen

St. Pölten, 28.8.2020 (dsp/kb) Rechtzeitig zum Schulbeginn im September startet die katholische Kirche in Österreich eine bundesweite Kampagne für den katholischen Religionsunterricht. Über Inhalt, Umfang und Ziel der Kampagne, die unter dem Titel "Ich glaube - Ja" steht, wurde im Rahmen einer kleinen Veranstaltung die Informationskampagne in Niederösterreich vorgestellt: Zum Beginn des neuen Schuljahres wird damit Religionsunterricht in der Öffentlichkeit so präsentiert, wie er heute ist.

Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, der Bildungsbehörden, Gewerkschaften, diözesanen Einrichtungen, dem Hochschulwesen, dem Aus- und Weiterbildungssektor, der Medien sowie Mitgliedern der LehrerInnen- sowie SchülerInnenvertretungen folgten der Einladung des diözesanen Schulamtes.

Bischof Alois Schwarz fand in seinem Impuls im Rahmen der Präsentation klare Worte für die Wichtigkeit des Faches Religion: „Religionsunterricht ist ein integraler Teil schulischer Bildung: er dient dem Erwerb religiöser Sprach- und Orientierungsfähigkeit. Schülerinnen und Schüler erwerben ein Verständnis für religiöse Wahrheitsansprüche und für die Bedeutung der Toleranz, die religiös-weltanschauliche Differenzen ernst nimmt“, so Schwarz, der Konfessionalität als „Qualitätsmerkmal des Religionsunterrichtes“ hervorstreicht.

In ihren Grußworten betonte die zuständige Landesrätin für Bildung, Christiane Teschl-Hofmeister das Fundament für Gesellschaft und Kultur in einer werteorientierten Bildungslandschaft. „Werte wie Respekt und Achtung, Verantwortung und Toleranz sind heute wichtiger denn je: hier ist es auch Aufgabe des Schulunterrichtes, einen entsprechenden Boden zu schaffen, um werteorientierte Bildung zu ermöglichen“, so Teschl-Hofmeister.

„Durch die Kampagne möchten wir das Bild des Religionsunterrichts in der Öffentlichkeit neu justieren und aufzeigen, dass zeitgemäßer Religionsunterricht ein guter Ort ist, an dem existenzielle Fragen ebenso behandelt werden wie Fragen nach dem Gemeinwohl und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so Josef Kirchner, Leiter des diözesanen Schulamtes - und selbst jahrzehntelang Mittelschulprofessor für Religion.

Im Rahmen der Kampagne werden neben den großen Fragen der Kinder und Jugendlichen auch Lehrerinnen und Lehrer zu Wort kommen, die in Österreich mit viel Engagement katholischen Religionsunterricht vermitteln. Die an der Kampagne beteiligten Kinder, Jugendlichen und Lehrenden kommen aus allen österreichischen Diözesen. Sie bieten Einblicke in und Antworten aus dem Religionsunterricht heute. Die Kampagne werde breit aufgestellt sein und Plakat-Elemente ebenso umfassen wie Online-Elemente.

Zur Kampagne

Religionsunterricht bietet Raum für existentielle Fragen. Dialogisch gestaltet, an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientiert und anknüpfend bietet er Antworten aus der christlichen Perspektive und lebendigen Glaubenstradition zur kritisch reflektierten Auseinandersetzung und Aneignung an.

Breiten Raum nehmen auch alle Fragen der lebenspraktischen Orientierung ein. So vermittelt der aktuelle Religionsunterricht sowohl religiöse als auch ethische Bildung und Werteerziehung und will Kinder und Jugendliche diskursfähig machen. Die Kampagne baut daher auf Fragen auf. Insgesamt sechs Sujets — zwei aus jeder Schulstufe — stehen exemplarisch für all die Themen, die unsere Kinder und Jugendlichen in ihrem Alltag immer wieder bewegen, zum Beispiel: Gibt es heute noch Wunder? Ist da etwas nach dem Tod? Gibt es Hoffnung für die Welt?

Der Slogan der Kampagne lautet "Ich glaube – Ja." und ist damit bewusst offen gehalten für die unterschiedlichen Haltungen und Zugänge zu den Themen. Mögliche Antworten auf die Kampagnenfragen liefert die Landingpage zur Kampagne, mein-religionsunterricht.at.

Im Rahmen der Kampagne werden insbesondere auch jene Menschen zu Protagonistinnen und Protagonisten, die während des Schuljahres für das Fach einstehen. Die "Testimonials" kommen aus allen Diözesen und bringen auf der Landingpage im Laufe des Schuljahres ihre Antworten auf wechselnde Schülerfragen ein, wie sie es jeden Tag in ihren Klassen tun. Die Kinder und Jugendlichen auf den Plakaten sind Schülerinnen und Schüler des konfessionellen Religionsunterrichts in Österreich.

Zum Religionsunterricht

Der katholische Religionsunterricht ist ein Erfolgsmodell. Österreichweit besuchen insgesamt rund 586.000 Kinder und Jugendliche den katholischen Religionsunterricht, unterrichtet werden sie von rund 6.800 Lehrerinnen und Lehrern. Organisiert und verantwortet wird der Religionsunterricht von den Schulämtern der Diözesen gemeinsam mit den Bildungsdirektionen der Bundesländer. Die inhaltliche Aufsicht erfolgt durch Fachinspektorinnen und Fachinspektoren für den katholischen Religionsunterricht. Das Recht, Religionsunterricht zu erteilen, kommt allen gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich zu.

Für alle Schülerinnen und Schüler, die einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgesellschaft angehören, ist der Religionsunterricht ihres Bekenntnisses ein Pflichtgegenstand an den öffentlichen und mit Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Schulen. Es besteht aber die Möglichkeit, sich vom Religionsunterricht abzumelden. Künftig sollen alle Schülerinnen und Schüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden, den Ethikunterricht besuchen.

Zeitgemäß, kritisch und lebendig vermittelt Religionsunterricht heute religiöse sowie ethische Bildung und Wertevermittlung. Dialogisch gestaltet, an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientiert und anknüpfend bietet er Antworten aus der christlichen Perspektive und lebendigen Glaubenstradition zur kritisch reflektierten Auseinandersetzung und Aneignung an. Breiten Raum nehmen auch alle Fragen der lebenspraktischen Orientierung ein. Zudem will Religionsunterricht die Kinder und Jugendlichen diskursfähig machen.