Nikolaus
 
 

Wolfgang Huber mit Jahresende in Ruhestand

Wolfgang Huber tritt in Ruhestand

4.11.2019, St. Pölten (dsp/kb) Der Diözesankonservator und Direktor des Diözesanmuseums St. Pölten geht nach elfjähriger Tätigkeit mit Ende des Jahres in Pension. In dieser Periode wurden große Projekte, wie die Digitalisierung der Museumsbestände sowie die detaillierte Inventarisierung und EDV-Erfassung des Kunst-und Kulturgutes der rund 420 Pfarren in weiten Teilen abgeschlossen.

Im Museum wurden die Ausstellungsflächen erweitert, die Neuaufstellung der Schatz-und Paramentenkammer durchgeführt sowie 19 Sonderausstellungen veranstaltet. Auch Bischof Alois Schwarz würdigte den Museumsdirektor für sein Engagement: „Mein Dank gilt Wolfgang Huber und seinem fundierten und bewahrenden Wirken im Museum“, so Schwarz. 

Wirken und Tätigkeit

Unter Hubers elfjähriger Verantwortung wurden der Sonderausstellungsbereich durch Einbeziehung der ans Museum anschließenden ehemaligen Archivräume erweitert und die Bestände digital erfasst. Durch das Numismatische Institut der Universität Wien wurden die Münz- und Medaillensammlung neu geordnet, die Schatz- und Paramentenkammer mit ihrem bedeutenden Bestand an liturgischen Geräten und Textilien nach konservatorischen Gesichtspunkten adaptiert und aufgestellt. Dafür und für Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und Bestandspflege sowie für die Aufbereitung und Präsentation der Sammlung wurde dem Museum 2016 das Österreichische Museumsgütesiegel verliehen. Mit den zahlreichen, meist von Katalogen begleiteten Sonderausstellungen wurden neben kunsthistorischen auch pastorale Inhalte und Aspekte thematisiert sowie der inhaltliche Bezug zur Diözese St. Pölten hergestellt. Durch die Einbeziehung zeitgenössischer Positionen wurden ebenso wie mit den beiden Installationen im Dom zum Jahr des Glaubens und zur Barmherzigkeit auch aktuelle Formulierungen der sakralen Themen vorgestellt. Von Amtsantritt an war auch die organisatorische Leitung des Wallfahrtsmuseums Maria Langegg in den Aufgabenbereich einbezogen, zuletzt wurde mit zwei kleineren, auf den Standort bezogenen Sonderausstellungen die pastorale und kulturelle Bedeutung des Wallfahrtsortes hervorgehoben.

Konservatorat und Denkmalpflege

Für die Aufgaben des Diözesankonservators wurde ein seiner bisherigen denkmalpflegerischen Berufspraxis entsprechender fachspezifischer Zugang gewählt, der in enger Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt und der Kulturabteilung des Landes die Durchführung zahlreicher konservatorischer Maßnahmen und Restaurierungen, unter anderen die mehrjährigen Großprojekte wie Maria Taferl oder die Kremser Stadtpfarrkirche St. Veit, ermöglichte. Im Sinne einer nachhaltigen Kulturguterhaltung wurden von Huber dekanatsweise abgehaltene Veranstaltungen zur Kirchenpflege eingeführt, die den praktischen Umgang mit den in Pfarrbesitz befindlichen Kunstgütern vermitteln. Als stellvertretender Vorsitzender des diözesanen Kunstrats war Huber bei den in seiner Periode durchgeführten liturgischen Neuordnungen in der Diözese beratend beteiligt.

Als Leiter eines kirchlichen Museums war es Huber wichtig, nicht nur themenspezifische Sonderausstellungen zu konzipieren, sondern weiten Kreisen einen möglichst direkten Zugang zu sakralen Inhalten zu bieten. So wurden mit den von ihm eingeführten weihnachtlichen Krippenausstellungen heilsgeschichtliche Motive in ihren vielfältigen volkskundlichen und theologischen Aspekten gezeigt, ein Anliegen, das auch die heurige Ausstellung „passio“ auszeichnete. Der von ihm verfasste Domführer stellt Baugeschichte und Ausstattung des Doms und Bistumsareals in einen übergreifenden kulturhistorischen Zusammenhang.

Neuerung für die Zukunft

Mit dem neuen domplatzseitigen Diözesan- und Museumseingang und seiner baulichen Fertigstellung wurde zu Ende von Hubers Tätigkeit ein langer Wunsch zur Verbesserung der Zugänglichkeit und öffentlichen Wahrnehmung des Diözesanmuseums erfüllt. Rückblickend stellt Huber fest, dass wesentliche Bausteine für eine gedeihliche Weiterentwicklung der diözesanen Kunstpflege gelegt wurden. Mit dem Wissen um eine geeignete Nachfolge wird er im kommenden Jahr den Ruhestand antreten. Mit einem Dankesfest wird Huber im Advent offiziell von diözesanen und pfarrlichen Verantwortungsträgern, Wegbegleitern sowie Kolleginnen und Kollegen verabschiedet.

Zur Person
Dr. Wolfgang Huber MAS
1954 in Klosterneuburg geboren
Studium der Kunstgeschichte und Archäologie in Wien (Doktorat)
Absolvent des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (MAS))
Absolvent des Kollegs für Sanierungstechnik am Camillo Sitte-HTL
Seit 1979 in der Denkmalpflege tätig (zuerst in Restaurierung, Inventarisierung und Gutachtertätigkeit)
Tätigkeiten an den Landeskonservatoraten für OÖ, zuletzt NÖ
ab 2008 Diözesankonservator und Leiter des Diözesanmuseums
Publikationen zur Denkmalpflege und Kunstgeschichte, Herausgabe von Ausstellungskatalogen und Katalogbeiträge, Domführer