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Hochkarätiger Erziehungsvortrag im Hippolyt-Haus

Dr. Jan-Uwe Rogge

Sankt Pölten, 24.01.2019 (dsp) „Welches Bedürfnis steckt hinter den verschiedenen Ausdrucksformen kindlicher Wut und wie können Eltern mit den Emotionen ihrer Kinder im Alltag besser umgehen?“ Das war die zentrale Frage des Vortrags von Dr. Jan-Uwe Rogge welcher am 23. Jänner 2019 im Bildungshaus Sankt Hippolyt stattfand.

Der mehrstündige Vortrag stand unter dem Motto „Wut tut gut“ und handelte vom Umgang mit Aggressionen im Kindes- und Jugendalter.

In unterhaltsamer Weise sprach der beliebte Familien- und Kommunikationsberater sowie Bestsellerautor über die unterschiedlichen Formen der kindlichen Wut und ging auf Fragen aus dem Publikum ein.

Anhand zahlreicher Beispiele aus seinem Alltag als beratender Erziehungsexperte zeigte er wie unterschiedlich Aggressionen sein können. Rogge rief die anwesenden Eltern dazu auf hinter die „Fassade“ ihrer wütenden Kinder zu blicken. Oft stecke, laut dem Experten, in der Wut nämlich der Aufruf an die Eltern, mehr auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

Ein weiterer Punkt, welcher dem Erziehungsfachmann sehr am Herzen lag war aufzuzeigen, dass Kinder in der heutigen Zeit oft unter den Einschränkungen ihrer „pädagogisch wertvollen“ Eltern leiden. Dies äußere sich oft in aggressivem Verhalten und aggressiver Sprache. Laut Rogge überbehüten viele Eltern ihre Sprösslinge – Wege die Kinder früher alleine gehen konnten werden heute „gefahren“. Eltern seien „daueranwesend“ und nehmen den Kindern dadurch die Möglichkeit selbstständige Erfahrungen zu machen.
Durften Kinder früher den kurzen Weg in die Schule alleine zurücklegen, die Umgebung erforschen, laufen, spielen, trödeln, ihre Zeit selbst einteilen und sich austoben, so wird heute immer öfter jeder noch so kurze Weg mit dem Auto zurückgelegt. Dabei kritisiert Rogge, dass Kinder sich und ihren Körper „spüren“ wollen, Kinder wollen selbstständig sein. Sie wollen rangeln, raufen und toben, wild sein und Dinge ausprobieren – unabhängig davon, ob die Eltern sie davor gewarnt haben.

Diese Dinge kommen laut Rogge heute zu kurz. Schuld daran sei auch, dass Kinder immer weniger Zeit zu ihrer freien Verfügung hätten. Terminkalender seien gefüllt mit angeleiteten, pädagogisch wertvollen Aktivitäten, die Kinder hätten kaum noch Zeit zu lernen, wie man sich selbst beschäftigt und kreativ ist. Zeit für gesunde Langeweile und Zerstreuung gebe es nur noch sehr selten. Die Folgen seien nicht sofort sichtbar aber auf Dauer machen sie sich laut Rogge durch Probleme wie tendenzieller Neigung zu Bluthochdruck und psychischen Defiziten bemerkbar. Auch die generationenübergreifende Übertragung und Projektion von „Erziehungsfehlern“ auf die eigenen Kinder sei oft gegeben.

Der Direktor des Bildungshauses St. Hippolyt Mag. (FH) Mag. Erich Wagner-Walser meinte abschließend: „Jan-Uwe Rogge hält regelmäßig Vorträge im Hipp-Haus und hat sich in der Erwachsenenbildung seit Jahren bewährt. Er beantwortet Fragen der Kindererziehung auf humorvolle, wirklichkeitsnahe und bodenständige Weise. Eltern erleben ihn als sehr entlastend, weil er verdeutlicht, dass zur Kindesentwicklung mehrere Kurven, Berge und Täler dazugehören. Jan-Uwe Rogge unterstützt die Familien, besser durch das Auf und Ab der Kindererziehung zu kommen.“