Große Anteilnahme am Begräbnis der ermodeten Sr. Stefani

Sr. Stefani Tiefenbacher (@Pfarrchronik Kirchberg)

Kirchberg-Südafrika, 28.04.2015 (dsp) Die aus Kirchberg/Pielach stammende Ordensfrau Sr. Stefani Tiefenbacher wurde in Südafrika unter großer Beteiligung der Bevölkerung beerdigt. Laut Medienberichten dürften die Täter gefasst sein. Wir veröffentlichen hier einen Nachruf ihrer Ordensgemeinschaft.

"Sr. Stefani, Gertrud Tiefenbacher, wurde am 30. Januar 1928 als Älteste von sieben Kindern in eine gut katholische Familie in Kirchberg an der Pielach, Österreich geboren. Da die finanzielle Lage der Familie nicht gut war, wurde sie im Alter von acht Jahren in die Obhut von Pflegeeltern gegeben. Sie fand ein gutes Zuhause in ihrer neuen Familie, aber hielt auch den Kontakt zu ihrer leiblichen Familie aufrecht.

Ein Kriegserlebnis vertiefte ihr Interesse an Gott. Sie kam knapp mit dem Leben davon, als Bomben um sie herum explodierten. Sie begann die Mariannhiller Zeitschrift intensiv zu lesen. Im Alter von 19 Jahren fühlte sie einen klaren Ruf zum Ordensleben. Am 30. September 1947 trat sie in unsere Kongregation, die Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, in Wernberg, ein. Am 31. Mai 1950 legte sie ihre Erste Profess ab. Sie bekam ihre Aussendung nach Mariannhill, wo sie am 29. Januar 1952 ankam. Nach einem kurzen Englischkurs wurde sie ins Herz Jesu Heim, Ixopo, versetzt. Hier lebte sie ihr ganzes Ordensleben. 1953 legte sie ihre Ewige Profess ab.

Im Mai 1952 wurde sie Sekretärin in der Little Flower Schule und Internat und machte die Buchführung. Nachdem sie beide Posten über 30 Jahre in der immer größer werdenden Schule inne hatte, wurde sie von ihren Pflichten in der Schule befreit. Sie arbeitete jedoch weiter im Internat bis 1992. So war Sr. Stefani für 40 Jahre innig mit der Little Flower Schule verbunden. Sie behielt weiterhin Kontakt mit einigen Lehrer/innen, die in der Teachers‘ Lane wohnten, da sie für die Verwaltung der Wohnungen verantwortlich war.

Sr. Stefani kannte sich auf vielen Gebieten gut aus. Fünf Mal war sie Beraterin der jeweiligen Oberinnen. Seit 1992 machte sie Pfortendienst, eine Aufgabe, die sie mit großer Freude versah. Briefschreiben war für sie eine andere Lieblingsbeschäftigung. Sie schrieb nicht nur ihrer Familie, sondern auch vielen Wohltätern und Verwandten von Mitschwestern, die nicht mehr schreiben konnten oder verstorben waren.

Wenn irgendwo Not am Mann war, konnte man sich auf Sr. Stefani verlassen. Sie strahlte Güte und Freundlichkeit aus. Sie holte ihre Kraft aus ihrer Liebe zu Gott. Sie sagte einmal: “Ich weiss, wem ich mich anvertraut habe - Gott. Er hat mich niemals enttäuscht.“

Es war ein großer Schock, als Schwestern sie am 19. April morgens gegen 3:00 Uhr in ihrem Zimmer fanden. Sie war vergewaltigt und erwürgt worden. Möge sie ein Leben in Fülle und Freude in Gott finden, dem sie in ihrem ganzen Leben vertraut hat."

Foto (Pfarrchronik Kirchberg): Sr. Stefani Tiefenbacher