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Bankexperte stellte zukunftsweisendes Finanzmodell vor

Das innovative und nachhaltige Konzept von Ethical Banking stellte Finanzexperte Helmut Bachmayer im diözesanen Bildungshaus St. Hippolyt vor. Dabei verzichten Sparer teilweise auf Zinsen, die Bank auf den Profit, und die Kreditnehmer bekommen geförderte Kredite. Beim Ethical Banking haben die Sparer Gewissheit, was mit ihrem Geld geschieht und wissen, dass damit regionale, nachhaltige, und soziale Projekte forciert werden. Bachmayer begann mit der Entwicklung dieses Systems in Bozen und „exportiert“ es jetzt auch nach Österreich.
In seinem Vortrag auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes, des Katholischen Familienverbandes und des Weltladens St. Pölten betonte Bachmayer, wie wichtig es sei, dass die Sparer wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Daher werde auch offengelegt, wer die Kreditnehmer sind, die einen geförderten Kredit bekommen. Der Geldfluss bleibe für den Sparer immer nachvollziehbar.

Mit den Einlagen würden Projekte im Bereich gerechter Handel, erneuerbare Energien und biologische Landwirtschaft finanziert. Weitere Sparten sind ein bäuerlicher Notstandsfonds und eine Sozialgenossenschaft. Die Nachhaltigkeit der Projekte sei für Bachmayer entscheidend: „Schneller Profit ist kein Thema.“ Dafür, so Bachmayer, gebe es kaum Kreditausfälle, denn „die Kleinen zahlen ihre Kredite immer zurück“, sagte er.

Bachmayer stellte auch mehrere Projekte vor, die er in Österreich begleitet: So wird derzeit in der Region Steyr-Kirchdorf unter dem Titel „Mehrwertgeld“ ein Projekt gestartet, dass auf diesen Grundsätzen basiert. Dort wird diese Spar- und Kreditform eingesetzt, um die Wirtschaft der Region zu fördern. Auch in einigen niederösterreichischen Regionen soll das Konzept bald umgesetzt werden.

www.ethicalbanking.it
www.mehrwertgeld.at

Foto: Familienverbands-Geschäftsführerin Eva Lasslesberger und Ethical-Banking Experte Helmut Bachmayer.