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Wenn das Baby stirbt

"Es ist wie eine Brennnessel im Herzen", sagt Petra König, Leiterin der Selbsthilfegruppe "Windrad". Der Tod des eigenen Kindes bedeutet für Eltern einen unendlichen Schmerz. Wenn ein Baby bereits vor, während, oder nach der Geburt stirbt, stehen sie aber oft alleine da - fühlen sich Freunde und Mitmenschen überfordert, oder gehen den trauernden Eltern sogar aus dem Weg. Die Selbsthilfegruppe Windrad lädt diese Eltern ein, ihre Erlebnisse und Gefühle im Gespräch auszutauschen - zuletzt mit einem "Kreativworkshop" im Maria-Ward-Haus in Stattersdorf. Petra König spricht aus Erfahrung. Gespräche mit Eltern, die auch ein Kind gehen lassen mussten, halfen ihr und ihrem Mann mit dem Verlust ihrer Tochter Teresa umzugehen. Ihr ist es wichtig, dass Menschen in solchen Situationen Hilfe erfahren.


"Der Schmerz, wenn du ein Kind verlierst, ist der gleiche, egal, ob es nun einige Wochen, vier oder 26 Jahre alt ist" sagt eine Mutter, die am Kreativworkshop teilgenommen hat. Dass alle dort ähnliches erlebt hätten, habe ihr die Gewissheit gegeben, in ihrem Schmerz ernst genommen zu werden.


25 Erwachsene und 14 Kinder verbrachten drei Tage miteinander, die sie ihren verstorbenen Söhnen, Töchtern, Geschwistern widmeten: Mit dem Basteln von Kerzen und Laternen, mit dem Schreiben von Briefen an die verstorbenen Kinder, damit, sich einfach nur "auszuheulen". "Ich hab´ mich ausweinen können, und das hat mir richtig gut getan", erzählt ein Familienvater. "Ich habe den Schritt gewagt, mich meiner Trauer zu stellen und gehe gestärkt nach Hause", so eine Mutter, die zwei von drei Kindern verloren hat.


Die moderne Technologie in der Medizin mache es für Eltern nicht leichter, ist man sich in der Runde der Teilnehmer einig. Es gibt viele Möglichkeiten, bereits im Mutterleib zu untersuchen, ob ein Kind nach der Geburt lebensfähig sein wird. Das macht es schwerer, wirklich "in guter Hoffnung" die Geburt zu erwarten.


Die Veranstaltung im Lilienhof wurde vom Bundessozialamt, dem Lionsclub und den Kiwanis gefördert. "Ohne deren Hilfe, wäre der Workshop nicht möglich gewesen", sagt Petra König.


Selbsthilfegruppe Windrad