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Univ. Prof. Kenner: Jeder Embryo ist schützenswert

"Auf welchem Wege ein Embryo entsteht, ist hinsichtlich seiner Schutzwürdigkeit irrelevant", so Univ. Prof. Dr. Lukas Kenner über die ethische Vertretbarkeit der Gewinnung von Stammzellen durch in-vitro Fertilisation (IVF) und Klonen. Am Samstag referierte der Molekularpathologe in St. Pölten bei einem Vortrag im Rahmen der Vorstandsklausur der Aktion Leben Österreich in St. Pölten, bei der auch ein neues Leitbild für den Verein verabschiedet wurde. "Der Beginn der Schutzwürdigkeit des Menschen kann nur von der Verschmelzung der Ei- mit der Samenzelle definiert werden. Abgesehen von moralischen und religiösen Gesichtspunkten ist das ein naturgegebenes Erfordernis", so Kenner, der über wissenschaftliche Erkenntnisse in den Bereichen IVF, PID (= Präimplantationsdiagnostik), Stammzellengewinnung und Klonen informierte.


Die IVF wäre "wesentlich gefährlicher für die Kinder, als man bis jetzt gedacht hat". Aufgrund der Überwindung zahlreicher Selektionsbarrieren, die bei einer natürlichen Befruchtung zu tragen kämen, wären IVF-Embryonen häufig defekt, sodass nur 10% für eine Implantation in Frage kämen. Die Anzahl schwerer Geburtsdefekte (per Definition "mehr oder weniger angeborene Krankheiten bis zum ersten Lebensjahr") bei IVF wäre doppelt so hoch als bei anderen Kindern.


Die Präimplantationsdiagnostik könne eine weitere Steigerung der Geburtsdefekte mit sich bringen, warnte Kenner. Bisher habe man gedacht, dass der frühe Embryo nicht polar entwickelt sei. Nun habe man aber in Tierversuchen entdeckt, dass schon beim Beginn der Zellteilung gewisse Gene nur in einer, oder ganz bestimmten Zellen aktiviert wären. Diese "asymetrische Zellteilung" gelte vermutlich wie in den Tierversuchen auch beim Menschen. Eine spätere Fehlbildung im Organismus wäre das drohende Resultat.


Was die Gewinnung von embryonalen Stammzellen - abgesehen von der moralischen Problematik - betrifft, stellte Kenner die Sinnhaftigkeit einer Therapie mit solchen in Abrede, da die Entstehung von Tumoren die Folge wäre. - Ein Nachteil, den adulte Stammzellen, wenn sie aus dem eigenen Körper stammten, nicht hätten.


"Die Entnahme von embryonalen Stammzellen setzt immer die Zerstörung des Embryos voraus", so Kenner. Das wäre auch beim Klonen der Fall. Dabei wäre nicht entscheidend ob von "therapeutischen" oder "reproduktiven" Klonen die Rede wäre. "Der Vorgang ist derselbe, der Unterschied nur semantisch".


Bei der Tagung am Wochenende verabschiedeten die Vorstandsmitglieder auch ein neues Leitbild, um "umfassend der Arbeit der der Aktion Leben Österreich gerecht zu werden", so Generalsekretärin Dr. Gertraude Steindl. Als Bewegung zum Schutz menschlichen Lebens gehe es neben der Schwangerschaftsberatung auch darum, wissenschaftliche Entwicklungen und Fehlentwicklungen mit zu verfolgen und Information über mögliche Auswirkungen von Biomedizin und Biotechnologie auf unser aller Leben zu geben, sagte Präsident Prof. Prim. Dr. Paul Aiginger. Denn diese würden von denen, die die Entwicklung vorantreiben oft nicht publiziert.


Der St. Pöltner Diözesanbischof DDr. Klaus Küng hatte den Tagungsteilnehmern bereits am Freitag einen Besuch abgestattet, bei dem er die Wichtigkeit hervorhob, gegen die Embryonenverbrauchende Forschung die Stimme zu erheben.