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TINGL TANGL: Melk war eine Woche Kinderhauptstadt

3,5 Tonnen Essen, 100 kg Marmelade, 1.542 Eis, 20 m² Wettex, 400 Bänke, 109 l Acrylfarben und 2.000 Rollen Klopapier - Die Logistik für das größte Kinder-Sommerlager Niederösterreichs, dem "TINGL TANGL", das Ende Juli in Melk statt fand, brach alle Rekorde. 174 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Spektakels. Untergebracht waren die Kinder und BegleiterInnen in Stift, Volksschule, Hauptschule und in einer Zeltstadt mit mitgebrachten und bereit gestellten Zelten.


Kinder reisten durch die "Welten"


"Alles funktionierte planmäßig, die Zahnräder liefen ineinander", freut sich Gudrun Simmer, Mitglied im Organisationsteam, über die gelongene Woche. Zwei Jahre lang wurde für das Event geplant. Das Tingl Tangl fand nach 1996 (Eggenburg) und 2000 (Waidhofen/Th.) heuer bereits zum dritten Mal statt. Das Konzept: Als "Weltenbummler" besuchten die Kinder im Lauf der Woche jede Pfarre als "Reisegruppe" alle sieben zur Auswahl stehenden "Welten".


Nicole, Jakob und Maximilian aus der Pfarre Stattersdorf-Harland in St. Pölten waren begeistert: Der "Klosterkrimi" hat ihnen am besten gefallen. Auf einer Tour durch das Stift galt es, Rätsel zu lösen, um ein gestohlenes Schriftrollenstück zu finden. Aber auch die "Tingl Tangl - City" war ein Hit: "Da musste jeder sein eigenes Geschäft aufmachen: Eine Werbeargentur, ein Tattoostudio, Massagesalon, Bar, Souvenirladen oder ein Fitnesscenter." Nachdem das Gewerbe angemeldet worden war - natürlich bei einem Amt mit langer Warteschlange, wo alles ganz ordnungsgemäß mit einem Stempel bestätigt wurde - konnten die jungen Unternehmer bei der Bank ihr Kontingent an Nudeln, dem Zahlungsmittel in der Tingl Tangl-City, beheben . . .


Vom Klosterkrimi bis zum Bodypainting


Ihr Bibelwissen vertiefen konnten die Kinder beim Workshop "Gott und die Welt". Papier herstellen und Glückskekse essen wie die Chinesen oder miteinander ein Straussen Ei kochen und verschmausen stand bei "Spirit of Cultures" am Programm. Trickfilme synchronisieren und im Film durch die Luft schweben wie Harry Potter in der "Filmwelt" oder Musik auf Blechtrommeln und Bodypainting in der "crazy world" - irgendetwas war für jeden dabei. Beim Workshop "Rund um Melk" durften die Kinder den Sagen und Mythen um Richard Löwenherz in der Wachau lauschen, dem Hammerwerk in Aggsbach einen Besuch abstatten oder einen Ausflug zu einem Waldviertler Bauernhof mit Streichelzoo machen. Lisa aus der Pfarre Krenstetten hatte es die Schnitzeljagd angetan: In der Stadt musste der geheimnisvolle Mister X gesucht werden. "Der hat sich nur alle halben Stunden gezeigt!"


News im Tingl Tangl Tagesspiegel


Spiele, Bücher und Bälle zum Ausborgen gab es für die freien Zeiten zwischen den Workshops. Die Zeit beim Anstellen zum Abendessen wurde auch nicht fad: Schließlich gab es da jeden Tag die neuesten Berichte im "Tingl Tangl Tagesspiegel" zu lesen, der von den eifrigen Redakteuren verteilt wurde. Am Dienstagabend zogen die Kinder mit Fackeln durch die Stadt. Am Mittwoch gab es kein fixes Programm, dafür aber einen Tag lang "Spektakel" mit vielen, vielen Angeboten: Basteln, Bierkisten-Klettern, ein Rettungsauto von innen bestaunen, ins Kino gehen ("Ice Age" oder "Findet Nemo" ansehen), usw.. an diesem Tag konnten auch Eltern und Freunde zu besuch kommen.


Abt Georg: "Ihr könnt alles machen, was ihr wollt!"


Am Abend stellte sich Prominenz aus Kirche und Politik bei dem Jungschar-Event ein. Den begeisterten Applaus der Kinder sicherte sich Gastgeber Abt Georg Wilfinger, der den jungen Gästen im barocken Stift bescheinigte, "noch viel zu leise" zu sein und hinzufügte: "Ihr könnt machen, was ihr wollt!". Melks Bürgermeister Helmut Sommer meinte, er hätte den Kindern gerne eine weitere Woche Quartier angeboten, um noch ein wenig länger den Ruf als Kinderhauptstadt genießen zu können. Weitere Gäste waren u.a. der Pastoralamtsleiter der Diözese St. Pölten, Msgr. Wilfried Kreuth, Ordinariatskanzler Msgr. Gottfried Auer, KA-Präsident Roman Fröhlich, NR-Abg. Karl Donabauer, Frau Bezirkshauptmann Dr. Elfriede Mayrhofer sowie der Bürgermeister von Loosdorf, LAbg. Joschi Jahrmann.


Donnerstagabend bildete der gemeinsame Gottesdienst mit Abt Georg Wilfinger und der "Sixtinischen Kapelle", einer Band aus der Steiermark einen weiteren Höhepunkt des Sommerlagers.


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