GlaubensFEST in Neuhofen/Ybbs
Ministranten-Sommerlager Pfarre Dorfstetten
Wallfahrt mit der ganzen Familie
 
 

Lasst die Kirche im Dorf!

Die Kirche möge Mitte des Ortes bleibe, wo die Menschen Heimat und Kraft für ihr Leben finden. Dies wünschte Diözesanbischof DDr. Klaus Küng der Gemeinde Obritzberg-Rust bei St. Pöltern, die am 29. Jänner zur Marktgemeinde erhoben wurde. Im Anschluss an die Festlichkeit im Gemeindezentrum feierte der Bischof mit den anwesenden Priestern und der Pfarrgemeinde in der Kirche die Abendmesse.


Den Weg zum Wesentlichen finden


Bei der Markterhebungsfeier äußerte der Bischof den Wunsch, dass sich die Jugend in der neuen Marktgemeinde wohl fühlen und so in ihre Verantwortung für die Zukunft hineinwachsen möge. Auch die Bewohner sollten jene Bedingungen im Ort vorfinden, damit sie Familie und Leben bejahen, sagte der Bischof. Auch die alten und kranken Menschen sollen sich nicht allein gelassen fühlen, wies er hin. Als wichtig legte Bischof Küng der Gemeinde und Pfarre Obritzberg-Rust, wo es einige Schwierigkeiten gegeben habe, die nun großteils überwunden seien, ans Herz, dass die Menschen "den Weg zum Wesentlichen finden und dabei Gott nicht außer Acht lassen".
Obritzberg wurde bereits 888 erstmals urkundlich erwähnt. 1988 erhielt die Gemeinde ein eigenes Wappen und durch Beschluss des NÖ Landtages vom 15. September und 14. Oktober 2004 wurde sie zur Marktgemeinde erhoben. Die Anwesenheit hoher Landespolitiker und Beamter sowie kirchlicher Würdenträger bei der Überreichung wertete Bürgermeister Franz Lahmer als hohe Auszeichnung. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Bischof DDr. Klaus Küng, Landeshauptmann-Stellvertreter Heidemarie Onodi, der evangelische Superintendent Mag. Paul Weiland, Bezirkshauptmann Dr. Josef Sodar sowie der Dechant des Dekanates Oberwölbling, P. Albert Dexel.


Fest der Begegnung


Gerade im Umgang mit der eigenen Geschichte zeige sich die Liebe und Zuneigung zur Heimat, meinte Landeshauptmann Erwin Pröll. Dieses Fest sei gerade in einer Zeit, in der menschliche Begegnungen nicht mehr so selbstverständlich seien, in besonderer Weise ein "Fest der Begegnung von Menschen". Viele könnten heute eher mit dem Computer und ihrem Handy umgehen als mit Mitmenschen, sagte Pröll.
Wie die Zukunft gestaltet werde, hänge davon ab, ob es gelinge "die Kirche im Dorf zu lassen", verwies er auf die Worte des Bischofs. Er legte den Bewohnern der neuen Marktgemeinde ans Herz, die Liebe zur Heimat nicht zu vergessen, die Kraft der menschlichen Begegnung zu erhalten und auf jene Rücksicht zu nehmen, die an der Hast und Hektik unserer Zeit zu zerbrechen drohen.
Kinder aus der Volksschule, die zwei Musikkapellen der Gemeinde und die Kirchenchöre von Obritzberg und Hain umrahmten musikalisch die Feier im Gemeindezentrum.


"Lasst uns nie vergessen, dass Gottes Liebe unendlich groß ist"


In der bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrkirche wurde der Diözesanbischof bei der Abendmesse herzlich willkommen geheißen. Die Kinder aus dem örtlichen Kindergarten sangen das Eingangslied: "Gottes Liebe ist so wunderbar groß. Nichts kann größer sein ..." und gestikulierten mit ihren Händen begeistert mit. Drei Kinder überreichten dem Bischof einen Strauß Blumen. "Wir wollen heute und auch in Zukunft nie vergessen, dass Gottes Liebe wirklich so unendlich groß ist, wie ihr gesungen habt", meinte der Bischof am Beginn der Messe zu den Kindern.
In der Predigt erinnerte er dann daran, dass sich heute immer mehr Menschen von Gott abwenden und nicht mehr in seinem Wort das Heil suchen. Er bedauerte, dass er der Pfarre derzeit keinen eigenen Priester vor Ort geben könne. Die Pfarre werde aber von zwei Seelsorgern begleitet. Der Priestermangel, so der Bischof, bleibe eine große Sorge.


Dank für lebendige Gemeinde


Nicht alles hänge allein nur vom Pfarrer ab, sagte der Bischof und dankte den Gläubigen, dass sie eine lebendige Gemeinde geblieben seien, in der sehr viele Menschen mitarbeiten und mitwirken. Mit Hinweis auf das Evangelium des Sonntags, die Seligpreisungen, betonte der Bischof, dass diese tatsächlich ein Festprogramm seien. Wer sie umzusetzen versuche, werde den Weg zur Freude und zu Frieden finden. Er ermutigte die Anwesenden, auf dem Weg Christi weiter zu gehen, auch wenn dies oft schwer falle. Dann werde die Kirche auch in Zukunft Heimat sein und bleiben.
Dank sprach der Obmann des Pfarrgemeinderates, Dir. Gerhard Osterhaus dem Bischof für sein Kommen aus, und dass die Pfarre eine neue seelsorgliche Betreuung erhalten habe. Mit Verweis auf die Weihnachtsbotschaft des Bischofs, alle sollten an der Erneuerung der Kirche mittun, versprach er im Namen der Pfarre, dieses Anliegen mit zu tragen. Bischof Küng erklärte abschließend, dass ihm diese Begegnung Zuversicht gebe, "dass die Kirche präsent ist - nicht nur hier auf dem Berg, sondern auch in den Häusern und Herzen der Menschen".