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Glaube an die Schöpfung - Freude am Leben

"Der christlicher Glaube an die Schöpfung bringt Licht in die Frage über den Sinn des Lebens", sagte Dr. Bernhard Augustin beim Waldviertler Bauerntag am Aschermittwoch, dem 1. März im Stift Zwettl in seinen Ausführungen über "Glaube an die Schöpfung - Freude am Leben". In einem weiteren Vortrag sprach Mag. Klemens Riegler vom Ökosozialen Forum über die Herausforderung des Bauern in den Zeiten heutiger Globalisierung.

Die rechte Auffassung von der Schöpfung sei eine Quelle für die Lebensgestaltung des Einzelnen und der Gemeinschaft, betonte Augustin. Die Welt habe einen geistigen Sinn, den der Mensch auch erkennen könne.
So sei der Mensch als Mann und Frau geschaffen. Augustin kritisierte die heute oft propagierte "verflachende Beziehungskultur". Es gelte wieder mit Deutlichkeit dafür einzutreten, dass die Ehe ein Zukunftsmodell sei, sagte er. Die Zeit sei reif, die Ehe als Erfolgsmodell für ein gelungenes Leben auch jungen Menschen gegenüber mit Offenheit und Einfühlungsvermögen zu verkünden.
Der biblische Auftrag, sich die Erde untertan zu machen, sei weder ein Freibrief für die ungehemmte Vernichtung von Ressourcen noch eine Absage an jegliche Veränderung. Er soll den Menschen vielmehr Mut machen, die Natur verantwortlich zu nutzen. In diesem Zusammenhang verlangte Augustin mehr Klarheit in der Beurteilung der Gentechnik. Der Glaube helfe, echte Kriterien für das Handeln zu gewinnen, betonte er. Die moderne Gentechnologie lasse sich auch nach ethischen Gesichtspunkten nicht aufgrund ihrer Irreversibilität ablehnen, was heute ein vielfach gebrauchtes Argument sei. Vielmehr sei zu beurteilen, ob gentechnisch veränderte Produkte noch als Nahrungsmittel tauglich und ohne Schadstoffe seien.
Die Bibel verbiete nicht die Forschung, sondern gebe vielmehr Impulse zur Innovation und zu neuen Initiativen. Sie fördert die Flexibilität und weist den Menschen auf seine eigentliche Berufung hin. So lasse der Glaube an die Schöpfung den Menschen seinen Sinn im Leben entdecken. Wo dieser Sinn durch Verfall, etwa der Ehekultur oder einer technokratischen Grundeinstellung verachtet werde, entstehen Probleme, die vom eigentlichen Ziel wegführen.

Neue Ansätze für ökosoziale Marktwirtschaft

Die World-Trade-Organisation, kurz WTO genannt, sei der Hauptmotor des Globalisierungsprozesses, wies Mag. Klemens Riegler vom Ökosozialen Forum hin. Bis Ende April sollen die neuen Regeln und bis Ende Juli die Entwürfe für deren Umsetzung festgelegt sein. Dabei gehe es vornehmlich um die Exportförderung, die Agrarzahlungen und die Marktzutrittsgebühren, führte er aus. Bei diesen kommenden Verhandlungen müsse Europa offensiver auftreten, verlangte Riegler. Denn durch das derzeit vorliegende Angebot würde der Einkommensverlust der Bauern insgesamt mindestens zehn Prozent betragen.
Der Global-Marshall-Plan versuche dagegen neue Ansätze für eine weltweite ökosoziale Marktwirtschaft zu finden, bei der alle - die Länder des Nordens wie auch des Südens - auf der Gewinnseite stehen. Dadurch soll eine faire Entwicklung für alle und auch eine faire Marktwirtschaft möglich sein. Die Europäische Union sei dabei ein wichtiger Hoffnungsträger, weil in ihr bereits Teile des globalen Marshallplanes in wesentlichen Punkten festgelegt seien.