November
Weingarten
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Gewalt in den Schulen - Familienverband fordert "hinschauen statt wegschauen"

Angesichts der steigenden Gewaltbereitschaft an Schulen fordert der Katholische Familienverband der Diözese in einer Aussendung Maßnahmen, damit "ein soziales und ethisch vertretbares Miteinander" möglich sei. Die Initiative des Zukunftsministeriums "Faire Schule" sei "ein Schritt in die richtige Richtung", erklärt der Vorsitzende des Familienverbandes Dr. Josef Grubner. Die jüngsten Meldungen aus England lassen aufhorchen, heißt es in der Aussendung des Verbandes. Das "Bullying" - so nennt man das Schikanieren unter LehrerInnen oder SchülerInnen - habe derartige Ausmaße angenommen, dass bereits ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden entstanden sei. "Dass Berliner Schulen unter Polizeischutz stehen und Psychologen ein breites Tätigkeitsfeld vorfinden, beunruhigt nicht weniger", meint dazu der Vorsitzende des Familienverbandes, Dr. Josef Grubner.

Zunehmende Gewalt an Schulen werde nun auch in Österreich ein Problem. An Wiener Schulen wurden im vergangenen Jahr 302 Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Im Jahr zuvor waren es noch 268. "Erst vor einigen Jahren hat man versucht, über die schulpartnerschaftlichen Gremien LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern etwas in die Hand zu geben, das einen Ausweg aus der beginnenden Krise hätte bringen sollen", weist Grubner hin. "Das Zauberwort hieß Verhaltensvereinbarungen." Alle Beteiligten sollten aushandeln, wie man sich in der Schule zu verhalten habe. Das Projekt sei nun offensichtlich gescheitert, meint der Familienverband.

"Hinschauen statt wegschauen"

"Wenn es in Zukunft nicht gelingt, unseren Jugendlichen so etwas wie eine moralische Landkarte zu vermitteln, wird es kaum möglich sein, sie in eine einigermaßen richtige Orientierung zu entlassen" betont der Vorsitzende des Familienverbandes in der Aussendung. Die jüngst vorgestellte Initiative des Zukunftsministeriums "Faire Schule" könne dabei als "Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet werden. Dort heiße es "Hinschauen statt wegschauen!" "Wenn tatsächlich wieder gezeigt werden darf, dass man nicht einfach alles tun darf, was beliebt und wenn wieder deutlich werden kann, dass es für das Nichteinhalten von Verboten tatsächlich Konsequenzen gibt, dann könnte wieder ein Hoffnungsschimmer für soziales und ethisch vertretbares Miteinander möglich werden" zeigt sich Grubner über diesen Versuch optimistisch.

Dass für diesen Weg den LehrerInnen geeignete Mittel in die Hand gegeben werden müssen, scheine mehr als verständlich zu sein, heißt es in der Aussendung des Familienverbandes. Dies sei zum Schutz der SchülerInnen die sich korrekt verhalten wollen, aber auch zum Schutz der LehrerInnen, die ihrer schwierigen Aufgabe nachgehen wollen sowie zum Schutz für die Eltern, die aus Verantwortung zeigen, wohin der richtige Weg gehe.