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Erziehung braucht Beziehung

Erziehungsberatung ist ein neues Service des Familienverbandes der Diözese St. Pölten. Sie ist die erste derartige Einrichtung in der Stadt St. Pölten und wird in den Räumen des Verbandes in der Schreinergasse 1, 2. Stock, von der Erziehungsberaterin Sissy Heiß, jeden Donnerstag von 14 bis 17 Uhr angeboten. Es ist schwierig geworden, sich im Dschungel ungezählter Erziehungsmethoden zu Recht zu finden. Bücher über richtige Erziehung füllen heute ganze Bibliotheken. Erziehungsberaterin Sissy Heiß weiß davon ein Lied zu singen. Doch gemeinsam mit Rat suchenden Eltern will sie nun mit Hilfe des Familienverbandes versuchen, in schwierigen und manchmal kniffligen Situationen einen Weg zu finden. Die Lösung sieht einfach aus, denn Erziehung ist in erster Linie Beziehung zwischen Kind, Mutter und Vater, ist sie überzeugt. Diese gelte es zu stützen und zu stärken. Jeder kann dann darin seinen Weg finden, den er mit den Kindern gehen kann und möchte. Und das ist auch ihr Programm: Eltern oder Erziehern helfen, diesen ihren Weg zu finden und sie zu stützen, ihn auch zu gehen.

Wenn eine Mutter oder die Eltern zur Beratung kommen und um Rat fragen, gilt es zuerst die Situation zu erkennen und zu analysieren. Dann heißt es, die vorhandenen Ressourcen auszuloten, und einen Weg zu finden, der zum Ziel führt. "Es ist optimal, wenn wir - Eltern und ich - im Gespräch diesen Weg gemeinsam finden", sagt Erziehungsberaterin Heiß. Oft gelte es auch nur, den Selbstwert der erziehenden Person zu heben, sich gegen die verschiedensten Meinung eventueller "Nebenerzieher" wie Großeltern, Großtanten oder Geschwister durchzusetzen. Meist braucht es nur ein Gespräch; manchmal auch eine "Begleitung", meint Heiß. So hatte etwa eine Mutter kürzlich nach einem Gespräch angekündigt, sie wolle in zwei Monaten wieder kommen, um den Erfolg zu besprechen.

Ein Hauptproblem in der Erziehung sei heute die große Unklarheit in der Rollenverteilung, meint Sissy Heiß. Auch Männer stünden zunehmend im Spannungsfeld, ihre Rolle neu zu definieren. Oft seien sie als Väter abwesend und überlassen den Müttern die Erziehung. Junge Väter denken aber bereits anders, sieht Heiß einen neune Trend. Allen rät sie, in der Erziehung ein "respektvolle und liebevolle Konsequenz" zu zeigen. Ein Kind müsse lernen, Grenzen im Leben zu akzeptieren. Wenn Mütter durch Berufstätigkeit heute weniger Zeit haben, sei die Qualität der Beziehung umso wichtige, sagt die Erziehungsberaterin. Es komme nicht darauf an, möglichst lange Zeit mit dem Kind zu verbringen, sondern wie man diese verbringe. "Eine Stunde liebevoller, intensiver Kontakt ist mehr wert als einen ganzen Nachmittag dauernde Anwesenheit".