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Bischof Klaus Küng erläutert Vatikan-Instruktion

"Zölibat ist der Verzicht auf Ehe und setzt prinzipiell eine heterosexuell orientierte Persönlichkeit voraus. Es wäre eine Unterminierung des Zölibates, wenn in einem Seminar oder in einem Kloster eine so genannte homosexuelle Subkultur besteht", so Bischof Klaus Küng in einer Stellungnahme zur Vatikan-Instruktion über Kriterien zur Berufungsklärung von Personen mit homosexuellen Tendenzen. Die Stellungnahme im Wortlaut:


Stellungnahme zur Instruktion über Kriterien zur Berufungsklärung von Personen mit homosexuellen Tendenzen.


Wer das Dokument verstehen will, muss sich auf die größeren Zusammenhänge einlassen, die sich aus dem christlichen Menschenbild ergeben. Der Mensch ist von Gott als Mann und Frau erschaffen. Geschlechtsverkehr gehört nach christlichem Verständnis in die Ehe, ist nur dort, in der Ehe, ganzheitlicher Ausdruck der gegenseitigen Hingabe mit Leib und Seele, wobei das Offensein, Vater bzw. Mutter zu werden, Bestandteil dieser Hingabe ist. Außerhalb der Ehe ist auch für heterosexuell geneigte Menschen Geschlechtsverkehr nicht statthaft. Bei homosexuell geneigten Personen ist eine solche eheliche Ganzhingabe nicht möglich und daher nach christlichem Verständnis niemals statthaft.


Abgesehen davon ist zu beachten, dass die geschlechtliche Orientierung ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit jedes Menschen ist und die gesamte Denk-, Rede- und Verhaltensweise beeinflusst. Gerade deshalb würde es u.a. für Priesteramtskandidaten mit homosexuellen Tendenzen schwierig sein, das christliche Bild der Ehegemeinschaft zwischen Mann und Frau glaubhaft zu vertreten. Homosexuell geneigte Menschen können aber sehr begabt, sehr fähig und sehr wertvoll sein.


Die Instruktion spricht stellenweise von homosexuell geneigten Menschen mit tief greifender Prägung: gemeint ist eine homosexuelle Orientierung, die bis in die Kindheit zurückreicht und zu einer starken Prägung der Persönlichkeit geführt hat.


Zölibat ist der Verzicht auf Ehe und setzt prinzipiell eine heterosexuell orientierte Persönlichkeit voraus. Es wäre eine Unterminierung des Zölibates, wenn in einem Seminar oder in einem Kloster eine so genannte homosexuelle Subkultur besteht. Homosexuelle Personen ziehen sich an, heterosexuell Personen fühlen sich jedoch von einer homophilen Atmosphäre eher abgestoßen, was für die Entwicklung solcher Seminare und Klöster entsprechende Folgen haben kann, wie es anscheinend die Erfahrung der USA in einigen Fällen gezeigt hat.


Die römische Instruktion sagt nichts über den Einsatz von Priestern mit homosexuellen Neigungen. Sie sind jedenfalls - so wie heterosexuell orientierte - zur Enthaltsamkeit angehalten und sicher ist, dass sie nicht für die Leitung von Seminaren, und im Allgemeinen, für die Ausbildung von Seminaristen in Frage kommen.


Immer wieder wird die Meinung vertreten, die Instruktion habe mit dem gehäuften Vorkommen der Pädophilie zu tun: In Wirklichkeit kommt Pädophilie sowohl bei hetero- als auch bei homosexuell geneigten Personen vor.


Die Instruktion im Wortlaut