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Bebenopfer in Pakistan benötigen dringend Hilfe

"Am Boden zerstörte Infrastruktur, schwer zugängliche Gebirgsdörfer, zu wenig Zelte und all das unmittelbar vor den Wintereinbruch" - dramatisch schildert der Koordinator für das Hilfsprogramm der Caritas der Diözese St. Pölten, Lukas Steinwendtner, die Situation nach dem Erdbeben im Norden Pakistans. Wieder zurück von seinem Auslandseinsatz richtet der Niederösterreicher einen dringenden Appell an die Spendenbereitschaft der Bevölkerung: "Wenn die UNO sich bereits zum dritten Mal an die internationale Gemeinschaft wendet, ist das ein alarmierendes Zeichen!" Betroffen von den Erdstößen war ein Gebiet von rund 20.000m² (ein wenig mehr als die Fläche Niederösterreichs und Wiens). Nach offiziellen Schätzungen sind 73.000 bis 86.000 Menschen umgekommen, drei Millionen wurden obdachlos. "Unter den Hilfskräften gibt es keinen Mitarbeiter, der nicht einen nahen Familienangehörigen verloren hat", so Steinwendtner.


Auf seinen Aufenthalt im Katastrophengebiet sei er gut vorbereitet worden, so der Caritas-Mitarbeiter: "Ich habe schon damit gerechnet, dass ich mit vielen traurigen, trauernden und traumatisierten Menschen konfrontiert sein werde". Bei seiner Ankunft in Islamabad habe er bei der Partnerorganisation aber vorerst einmal Wachsamkeit vorgefunden, schnelle Hilfe zu organisieren. - "Ich war überrascht über die Handhabung unter dem Motto "das Leben geht weiter", aber dann sah ich auch, wie Mitarbeiter, die in die Koordinationszentrale kamen, selber betroffen waren. Beim gemeinsamen Abendessen lief zunächst noch der "Schmäh", bis ein junger Mann mit 25 erklärte, dass er nun mit Allah auf Kriegsfuß stehe, weil das alles für ihn nicht erklärbar wäre." - Bis die Trauer richtig hochkommt, wird es aber wohl noch eine Weile dauern. "Die eingetretene Not ist nicht festzumachen", sagt Steinwendtner. Jetzt gehe es den Menschen dort einmal darum, zu arbeiten.


Internationale Hilfe: Ungleichgewicht
im Vergleich zu anderen Katastrophen


"Es gibt eine starke Solidarität in Pakistan, aber das Land kann das nicht alleine schaffen. International gibt es viel zu wenig Aufmerksamkeit", konstatiert der Caritas-Mitarbeiter ein "Ungleichgewicht" beim weltweiten Engagement im Vergleich zu anderen Katastrophen, wie etwa beim Tsunami im Dezember des Vorjahres. Dabei wäre die Ausgangssituation nun eine weitaus dramatischere: Die Flutwelle in Südostasien habe zwar einen 200 Meter breiten Küstenstreifen zerstört. Im Hinterland wäre aber eine funktionierende Infrastruktur zur Verfügung gestanden. Das ist in Pakistan nicht der Fall.


In den gebirgigen Regionen sind manche Dörfer vier Wochen nach dem Beben noch immer von der Hilfe abgeschnitten. Es gibt nur 150 Helikopter, die im unwegsamen Gelände teilweise nicht einmal landen können. Zudem steht der Wintereinbruch bevor. Steine für den Hausbau sind nur unzureichend vorhanden, Zelte gibt es weit weniger als benötigt wären. Tragik am Rande: Die pakistanische "Textilhauptstadt" Faisal Abad wäre zwar nicht weit entfernt, die Lager sind jedoch nach der Tsunami-Katastrophe leer und mit der Produktion kommt man fast nicht nach. "Auch das Heizproblem gilt es noch zu lösen, sonst werden in der Gebirgsregion Tausende erfrieren", so Steinwendtner.


3.500 Familien versorgt


Die Hilfe der Caritas St. Pölten im Katastrophengebiet wird von den Städten Muzaffarabad und Manshera aus koordiniert. 600.000 Euro wurden bisher für Sofortmaßnahmen investiert: Zelte, Decken und Lebensmittelpakete für 3.500 Familien. 80 Euro im Monat kostet laut Steinwendtner die Versorgung einer sechsköpfigen Familie mit Mehl, Zucker, Öl, Tee, etc..


Über die Partnerschaft mit der Lepraärztin Ruth Pfau war die St. Pöltner Caritas schon vor dem Erdbeben im Azad Kashmir, dem pakistanischen Teil der Krisenregion an der Grenze zu Indien präsent. "Uns kommt zugute, dass wir jetzt ihr Netzwerk nutzen können, in einem Gebiet, wo sich internationale Organisationen mit Hilfsmaßnahmen sonst schwer tun." Da wäre es für die Österreicher sogar leichter als für die Pakistanische Caritas, denn "eine christliche Struktur" zur Verteilung gibt es nicht. Die Mitarbeiter Ruth Pfaus sind zu 98 Prozent Muslime. Die Caritas der Diözese St. Pölten hält den ständigen Kontakt mit einem Mitarbeiter vor Ort aufrecht.


Spendenkonto der Caritas St. Pölten für die Bebenopfer in Pakistan:
Raiba St. Pölten, BLZ 32.585, Kto.-Nr. 76.000