November
Weingarten
Bischof Alois Schwarz im Radio NÖ Interview
 
 

300 Jahre Englische Fräulein in Österreich

"Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind, Gott zu loben, zu preisen und zu danken" - Mit diesen Worten begrüßte Oberin Sr. Agathe Rabl CJ am 5. Mai die große Zahl der Schwestern der Congregatio Jesu aus den Nachbarländern, die ehemaligen Absolventinnen und Lehrkräfte der Schulen der Englischen Fräulein, sowie die vielen Freunde und Nahestehenden des Ordens, die in den St. Pöltner Dom gekommen waren, um das 300-jährige Bestehen der Mary Ward-Schwestern in Österreich zu feiern. Von der Gründung einer Gemeinschaft durch Mary Ward in England Anfang des 17. Jahrhunderts bis zur kanonischen Approbation der "Englischen Fräulein" durch Papst Pius IX. im Jahre 1877 war es ein steiniger Weg für die Gefährtinnen und Nachfolgerinnen auf dem Weg der Ordensstifterin: 1631 hob sogar Papst Urban VIII. die Gründung Mary Wards durch eine Bulle auf.

Immer wieder hätten sich aber Wege ergeben, sagte Diözesanbischof Klaus Küng anlässlich des Festgottesdienstes zum 300-jährigen Bestehen der Gründungen in Österreich - St. Pölten und Krems. "Die Schwestern waren treu und sind auch vor Verbitterung bewahrt geblieben", sagte der Bischof. "Die Lehre, die wir daraus ziehen können ist, dass wir mit Grund mit Zuversicht auf die Kirche Blicken dürfen. Gott hat bisher geführt, er wird uns auch weiter führen!"

Beim anschließenden Festakt in den St. Pöltner Stadtsälen gab Sr. M Michael Pelli CJ aus Rovereto in ihrem Festvortrag "Österreich und die Congregatio Jesu" einen Einblick in die geschichtlichen Brüche und die entscheidende Kontinuität in der Entwicklung des Ordens. Sie betonte die Bedeutung der österreichischen Gründungen St. Pölten und Krems für die Ausbreitung des Ordens in der Monarchie, für den Weg zur Selbständigkeit der Frauenorden und für die Bemühungen um eine einheitliche Konstitution für die "Englischen Fräulein" nach ignatianischen Grundsätzen, die in St. Pölten ihren Ausgang nahmen.

Sr. Cäcilia Kotzenmacher von der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs hob die Bedeutung des Wirkens der Congregatio Jesu für die Bildung und Persönlichkeitsbildung von Mädchen und Frauen hervor. Der Verein von Ordensschulen Österreichs hat im Jahr 2000 die Schulen von den englischen Fräulein übernommen.

LT-Abg. Martin Michalitsch überbrachte die Grüße des Landeshauptmannes. Der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler betonte die Verbundenheit des Instituts mit der Geschichte der Städte St. Pölten und Krems und sprach die "entscheidende Bedeutung" der Englischen Fräulein für die "seelsorgliche Tätigkeit in den Wirren der Zeit" hervor.

Abschließend wurde die Ausstellung "Erbe und Auftrag - 300 Jahre englische Fräulein in St. Pölten" im St. Pöltner Diözesanmuseumeröffnet. Öffnungszeiten: 6. Mai bis 29. Oktober 2006, Dienstag bis Freitag, 10.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag: 10.00 bis 13.00 Uhr. Führungen nach Vereinbarung.

Weitere Informationen:
Congregatio Jesu. - 300 Jahre Englische Fräulein in Österreich.