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Religiös aktive Menschen sind tendenziell glücklicher

Religiöse Menschen sind glücklicher

Washington D.C./Sankt Pölten, 05.02.2019 (dsp) Religiöse Menschen sind glücklicher und engagieren sich sozial und karitativ mehr als andere. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Washingtoner Pew Research Center.

Die Wissenschaftler werteten laut eigenen Angaben Umfragedaten aus mehr als zwei Dutzend Ländern aus, sie teilten die Befragten nach den drei Kategorien aktive Teilnahme (religiöse Praxis bzw. Gottesdienstbesuch zumindest einmal im Monat), bloße Mitgliedschaft (weniger als einmal im Monat) und Nichtzugehörigkeit zu einer Religion ein. In 13 von 26 Ländern erwiesen sich religiöse Menschen als glücklicher als andere Menschen. In den übrigen Ländern lasse sich eine solche Tendenz nicht nachweisen, hieß es.

„Nicht-Religiöse“ in christlichen Ländern stärker

Untersucht wurden vornehmlich Länder, in denen die Anzahl der drei Befragungsgruppen für Studien ausreichend sind. Obwohl auch einige afrikanische und asiatische Länder teilnahmen, wurden vorwiegend europäische und amerikanische Länder mit christlicher Mehrheit ausgewählt, da dort die Gruppe der Nichtreligiösen stärker als in anderen Ländern ist.

Die Erhebung beweise zwar nicht, dass der Besuch von Gottesdiensten direkt für ein glücklicheres Leben sorge, räumten die Forscher ein. Dennoch ließen die Zahlen in vielen Ländern eine deutliche Richtung erkennen: In den USA etwa bezeichneten sich 36 Prozent der religiös aktiven Befragten als „sehr glücklich“. Bei den nicht-religiösen US-Amerikanern betrug der Wert hingegen nur 25 Prozent - genauso viel wie bei den nicht-praktizierenden Gläubigen. Diese Tendenz war laut der Ende Jänner 2019 veröffentlichten Zusammenfassung in allen Ländern gleich. In keinem Land ergab die Befragung, dass religiös aktive Menschen weniger glücklich seien als andere, auch wenn es in vielen Ländern keine wesentlichen Unterschiede zwischen Aktiven und anderen gab.

Religiöse sind eher karitativ engagiert

Zusammenhänge mit dem Grad der Religiosität gebe es auch in Bezug auf Lebenswandel und Lebensdauer, jedoch nicht beim Thema Gesundheit. Ebenso zeigt die Analyse einen Zusammenhang zwischen Religiosität und der Wahrscheinlichkeit, sich gesellschaftlich zu engagieren.

Obwohl in den meisten Ländern religiöse Menschen dazu tendieren, weniger zu rauchen und Alkohol zu trinken, hat dies laut Studie keine Auswirkung darauf, wieviel Sport sie betreiben und ob sie fettleibig sind. Mehrheitlich sind Nichtreligiöse sportlich aktiver und weniger übergewichtig als religiöse Menschen. Eine Ausnahme dabei bilden die USA, wo es umgekehrt ist.

Wie in früheren Umfragen zeigt sich auch bei der aktuellen Studie des Pew Research Centers, dass Glaube zu karitativem Engagement motiviert. 58 Prozent der religiösen Menschen in den USA gaben an, sich in zumindest einer wohltätigen Organisation zu engagieren. Dieser Prozentsatz ist höher als bei religiös nichtaktiven und nichtreligiösen Menschen. Für die USA sind außerdem Zusammenhänge zwischen Religiosität und Teilnahmen an demokratischen Wahlen erkennbar: Dort gehen 69 Prozent der religiösen Menschen zur Wahl -mehr als die anderen beiden Gruppen.

Frauen, Verheiratete und Ältere eher „religiös“

Die Studie wurde seit 2010 vom Pew Research Center aufbauend auf früheren Studien der World Values Survey Association und dem International Social Survey Programme durchgeführt. Die religiös-aktiven Menschen bilden in 28 der 35 befragten Länder die Minderheit. Diese Gruppe besteht mehrheitlich aus Frauen, Verheirateten und Menschen über 40 Jahren. Das Projekt „Global Religious Futures“ wird von The Pew Charitable Trusts und der John Templeton Foundation finanziert.

weitere Informationen: www.pewforum.org/2019/01/31/religions-relationship-to-happiness-civic-engagement-and-health-around-the-world