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Heiliger Florian – ein Sankt Pöltner?

Foto: Florian Feuchtner

Sankt Pölten, 02.05.2019 (dsp/jh) „Florian“ stammt aus dem lateinischen und bedeutet „der Blühende“. Der Heilige Florian dürfte mutmaßlich in Cannabiaca, dem heutigen Zeiselmauer bei Tulln das Licht der Welt erblickt haben. Umgebracht wurde er der Überlieferung nach am 4. Mai 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch bei Enns.

Florian war Amtsleiter des Statthalters der römischen Provinz Ufer-Noricum. Er dürfte also der höchste Beamte der Provinz gewesen sein. Weil er Christ war und sich dazu bekannte, wurde er gezwungen seine Stelle im Staatsdienst aufzugeben.

Heiliger Florian – ein Sankt Pöltner

„Wie jüngste Ausgrabungen am Domplatz zu Sankt Pölten zeigen, war der Verwaltungssitz des zivilen Statthalters vermutlich ab 311 nicht Wels oder Enns, sondern Sankt Pölten“, so der Sankt Pöltner Stadtarchäologe Ronald Risy. Gefestigtes Wissen sei allerdings, dass der Heilige Florian zu Lebzeiten seine römische Villa im nahen Umland Aelium Cetiums, dem heutigen Sankt Pölten hatte. Von daher muss die Geschichte neu betrachtet werden: Der Heilige Florian war aufgrund seines Wohnsitzes bei Weitem mehr Sankt Pöltner und somit nach heutigen Begriffen Niederösterreicher, wie allgemein angenommen wird.

Stand verfolgten Christen bei

Während der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian (ab dem Jahr 303) spürte Aquilinus, damaliger Statthalter der Provinz Ufer-Noricum, Christen auf, um sie zu verfolgen. 40 Christen wurden ergriffen und nach vielen Folterungen und Martern eingesperrt. Florian erfuhr davon und eilte von Aelium Cetium nach Lauriacum, um seinen Mitchristen gegenüber dem Statthalter beizustehen.

Schwörte Jesus Christus nicht ab

Aber Statthalter Aquilinus ließ auch ihn verhaften, weil er sich weigerte, dem Glauben an Jesus Christus abzuschwören. Er wurde der Überlieferung nach mit Knüppeln geschlagen, seine Schulterblätter mit geschärften Eisen gebrochen, schließlich wurde er zum Tod verurteilt und mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns gestürzt. Gemeinsam mit den anderen 40 Bekennern, die im Gefängnis umkamen, starb er den Märtyrertod.

Heilungen und Wunder

Rund um diesen Tod des Heiligen Florian entstanden viele Erzählungen über wundersame Ereignisse. So wird beispielsweise erzählt, dass eine Witwe die Überreste des Heiligen Florian auf einem Ochsenkarren zu einem Friedhof brachte, jedoch die Tiere vor Hitze und Durst nicht mehr weiterkonnten. Daraufhin sei aus dem Boden, das heute noch bekannte „Florianibrünnl“ entsprungen, dessen Wasser in der Folgezeit bei vielen Menschen, die Heilung suchten, Wunder bewirkte.

Patron gegen Feuer und Hochwasser

Das Grab des Heiligen Florian befindet sich im Stift Sankt Florian südlich von Linz. Zur Ehre des Patrons der Feuerwehren und Beschützers gegen Feuersbrünste kam der Heilige Florian unter anderem, weil er der Legende nach in seiner Jugend ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben soll. Die Verbindung zum Schutzheiligen gegen Hochwasser dürfte wohl über das Element Wasser, in dem er den Tod gefunden hat, zustande gekommen sein.

Obwohl Feuer zu früheren Zeiten viel öfter und verheerender gewütet haben, rückt uns Menschen heute durch verschiedene Katastrophen immer wieder ins Bewusstsein, dass menschlicher Geist und Technik Grenzen hat. Der Heilige Florian wird auch in Zukunft als Heiliger zum Schutz vor Feuer und Hochwasser angerufen werden.

Weitere Informationen über den Heiligen Florian: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienF/Florian.html

Kirchen in der Diözese Sankt Pölten, die dem Heiligen Florian geweiht sind:
Buchbach bei Waidhofen an der Thaya
Scheideldorf bei Göpfritz an der Wild
Wösendorf bei Weißenkirchen in der Wachau
Zell an der Ybbs bei Waidhofen an der Ybbs
Florianikapelle in Persenbeug

Fotos: Florian Feuchtner (Statue des Heiligen Florian vom Hochaltar des Domes zu Sankt Pölten)