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Gmünder bereiten Bischof Schwarz warmherzigen Empfang

Foto: Diözese Sankt Pölten

Gmünd, 13.02.2019 (dsp) Gut hundert Katholiken aus Gmünd und Umgebung bereiteten dem Sankt Pöltner Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz am Dienstagnachmittag trotz dichtem Schneetreiben einen freudigen und sehr warmherzigen Empfang.

Sichtlich beeindruckt von der großen Zahl der mitbetenden Gläubigen bei der Vesper bedankte sich Bischof Schwarz und meinte: „Ich bin sehr gerührt und es freut mich sehr, dass so viele mitten am Nachmittag an einem Werktag Zeit gefunden haben für diese schöne gemeinsame Vesper.“

Im Anschluss daran erzählte der Gmünder Historiker Harald Winkler kurz über die Zeitgeschichte der Stadt: „Beginnend mit dem russischen Einmarsch in Galizien waren insgesamt 200.000 Flüchtlinge - hauptsächlich Ruthenen aus dem Osten der Monarchie - in Gmünd untergebracht. Dies war zugleich auch der Beginn des Stadtteiles Gmünd-Neustadt.“
Durch umstrittene Grenzziehungen aufgrund des St. Germainer Vertrages ist der damals wichtigste Stadtteil von Gmünd rund um den damaligen Gmünder Hauptbahnhof (Anm.: heute Ceske Velenice) an die Tschechoslowakei gegangen, obwohl die allermeisten Menschen dort Niederösterreicher waren. „Später haben sich viele Menschen aus der Tschechoslowakei, die österreichische Wurzeln hatten, in leeren Holzbaracken des Gmünder Flüchtlingslagers angesiedelt.“ Durch den Zuzug dieser Altösterreicher sei Gmünd-Neustadt aufgeblüht. Handwerk und Industrie hatten einen hohen Stellenwert und daraus entstand die Pfarre Gmünd-Neustadt, deren Herz-Jesu-Kirche von 1950 bis 1953 nach Plänen des Architekten Josef Friedl erbaut wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg sind viele deutschsprachige Sudeten nach und durch Gmünd geflüchtet. „Bald danach wurde der Eiserne Vorhang aufgestellt, der die Stadt teilte und das Ende der freien Welt war“, so Winkler.

Auf kirchlicher Ebene funktioniere die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg ziemlich gut. So sei beispielsweise der jetzige Pfarrer von Ceske Velenice früher Kaplan in Gmünd-Neustadt gewesen. Auch verschiedene Feste, Prozessionen und Wallfahrten werden gemeinsam geplant und durchgeführt, wie etwa demnächst ein Kreuzweg von Gmünd über die alte Pfarrkirche Zuggers nach Ceske Velenice.

Vor der Einladung aller Anwesenden zur anschließenden Agape überreichte Pfarrer Georg Kaps dem Diözesanbischof im Namen der gesamten Pfarrgemeinde einen schönen Blumenstrauß und bedankte sich für den Besuch und das gemeinsame Gebet im „Dom des Waldviertels zum Herzen Jesu“ in Gmünd-Neustadt.

Bei Fruchtsäften, belegten Brötchen, Kipferln und Tortenstücken ließ man den schönen gemeinsam verbrachten Spätnachmittag bei manch interessantem Gespräch ausklingen. Eine engagierte Frau aus der Pfarrgemeinde meinte beispielsweise: „Die Kirche wurde als Zeichen gegen den Kommunismus gerade an dieser Stelle gebaut. Sie steht hier auf einem Hügel und war deshalb immer schon von der tschechischen Seite her gut sichtbar.“