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Weltkirchenrat kehrt für 70-Jahr-Feier an Gründungsort zurück

Mit einem Gottesdienst an seinem offiziellen Gründungsort, der Nieuwe Kerk in Amsterdam, feiert der weltweite Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) am 23. August sein 70-jähriges Bestehen. Weltkirchenrat-Generalsekretär Olav Fykse Tveit und die ÖRK-Zentralausschuss-Vosritzende Agnes Abuom werden zusammen mit zahlreichen Vertretern der Mitgliedskirchen an dem ökumenischen Gottesdienst teilnehmen.

Vor dem Gottesdienst (16 Uhr) findet bereits am Vormittag an der Amsterdamer Vrije-Universität ein Jubiläums-Symposion unter dem Titel "Gastfreundschaft auf dem Pilgerweg zu Friede und Gerechtigkeit" statt, bei dem u.a. die Tochter des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Erzbischof Desmond Tutu und Geschäftsführerin der "Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation", Mpho Tutu, sprechen wird. Mittags startet zudem ein "Walk of Peace" durch die Innenstadt Amsterdams, der an mehreren historischen Denkmälern Halt macht, die einen Bezug zu einem der Leitworte des Weltkirchenrats "Gemeinsam auf einem Weg, im Dienste von Gerechtigkeit und Frieden" haben.

Dem ÖRK gehören heute weltweit rund 350 evangelische, anglikanische und orthodoxe Kirchen an. Der Weltkirchenrat vertritt damit mehr als eine halbe Milliarde Christen auf der ganzen Welt. Anders als etwa im lokalen "Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich" (ÖRKÖ), wo die katholische Kirche seit 1994 als Vollmitglied vertreten ist, ist der Heilige Stuhl kein Mitglied des Weltkirchenrats, hält aber enge Kontakte zu ihm. Im Juni hatte Papst Franziskus anlässlich des heurigen Weltkirchenrats-Jubiläums den ÖRK-Sitz in Genf besucht.

In der Nieuwe Kerk von Amsterdam war am 23. August 1948 der Eröffnungsgottesdienst der ersten ÖRK-Vollversammlung gefeiert worden. Die historischen Wurzeln des Ökumenischen Rates der Kirchen liegen in den Studenten- und Laienbewegungen des 19. Jahrhunderts, der Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh und in einer Enzyklika des Patriarchen von Konstantinopel aus dem Jahr 1920, in der die Schaffung eines "Kirchenbundes" nach dem Vorbild des Völkerbundes vorgeschlagen wurde. Führende kirchliche Persönlichkeiten, die mehr als 100 Kirchen vertraten, beschlossen 1937/38, einen Ökumenischen Rat der Kirchen zu gründen, die Umsetzung dieses Beschlusses wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges jedoch aufgeschoben. 1948 war es dann soweit.

(08.08.2018, KAP)