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Turnovszky in Rom: Differenzierte Haltung in Sexuallehre notwendig

Nach Auffassung des österreichischen Jugendbischofs und Synodenteilnehmers Stephan Turnovszky muss die katholische Kirche in der Vermittlung ihrer Ehe- und Sexualmoral genauer differenzieren. Dies sei auch eine Aufgabe für die derzeitige Jugendsynode im Vatikan, sagte er in seiner Predigt am Sonntag in der deutschsprachigen Gemeinde Santa Maria dell'Anima in Rom.

Es gebe unverfügbare Gebote und Sachverhalte, gleichzeitig müssten Auslegungen und Bewertungen mit Blick auf Betroffene differenzierter geschehen. Das gelte etwa beim Thema geschlechtliche Identität oder für den Zusammenhang von Sünde und Sexualität.

Mit Blick auf die Gender-Debatte verwies Turnovszky auf die von Gott gewollte Zweigeschlechtlichkeit des Menschen. "Als Mann und Frau schuf er den Menschen", zitierte er aus der biblischen Schöpfungserzählung. Diese biologische, psychologische, soziale und kulturelle Komplementarität sei gottgewollt, sie dürfe nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden. Gleichzeitig müssten kritische Anfragen der Gender-Debatte gehört werden, gelte es aufmerksam zu sein, wenn ein Mensch in seiner geschlechtlichen Identität unsicher sei, sich unwohl fühle.

"Eine christliche Ehe kann es immer nur zwischen einem Mann und einer Frau geben, egal was der Gesetzgeber entscheidet", betonte der Wiener Weihbischof und bezog sich dabei auch auf aktuelle Diskussionen in Österreich. Gleichzeitig müsse die Kirche empathisch sein etwa mit homosexuellen Menschen und ihnen gegebenenfalls helfen, dorthin zu finden, "wo sie ihren größeren Frieden mit Gott und mit sich selbst finden".

Auch warnte Turnovszky davor, "bei Sexualität und Sünde alles in einen Topf zu werfen". Früher habe die Kirche nicht genügend unterschieden. Ob sexueller Missbrauch, Pornografie und sexuelle Ausbeutung, ein neues Liebesverhältnis aus reinem Egoismus oder um eine neue Partnerschaft, die nach Scheitern auf Perspektive und Verantwortung angelegt ist - all das gelte es zu unterscheiden.

Gerade mit Blick auf gescheiterte Ehen, nach denen Partner erneut heirateten, habe die Familiensynode 2014/2015 differenziert und hilfreich beraten. Ähnlich müsse die Jugendsynode auch beim Thema Sexualität und Ehe gut zuhören und unterscheiden. Vor allem aber müsse sie das Wohl von Kindern und Jugendlichen stets im Blick behalten, mahnte Turnovszky.

(07.10.2018, KAP)