Bischof Alois Schwarz und Bischof Klaus Küng
Berufungswallfahrt Maria Taferl
Caritas Haussammlung
 
 

„Tag der Pfarrgemeinderäte“: „Kirche muss missionarisch werden“

PGR-Tag Plenum

St. Pölten, 28.01.2018 (dsp) „Das ist mein größter Wunsch für die Zukunft der Diözese St. Pölten: dass sie eine missionarische Kirche wird“, betonte Bischof Klaus Küng vor knapp 200 Ehrenamtlichen beim „Tag der Pfarrgemeinderäte“ im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt. Unter dem Motto „Baut auf, ermutigt, spendet Trost“ veranstalteten die Pastoralen Dienste und die PfarrCaritas der Diözese St. Pölten einen motivierenden Informations- und Impulstag für ihre Pfarrgemeinderäte. Insgesamt engagieren sich diözesanweit 5.500 PGR, die im März 2017 neu gewählt worden sind.

Es sei eine große Aufgabe für die Kirche zu lernen, „die Hemmschwelle zu überwinden und andere anzusprechen“, betonte Bischof Küng. Es seien nicht nur Priester, sondern alle Getauften und Gefirmten berufen, Christus den Menschen zu bringen. Dabei brauche nichts neu erfunden zu werden, denn „der erhöhte Herr ist es, der alle an sich zieht; wir sind nur seine Werkzeuge“. Entscheidend jedoch sei das eigene Christsein, wie Küng ausführte: Die Gläubigen müssten „Christus im Herzen tragen und betende Menschen sein, die Kontakt zu Gott haben“. Denn „was man nicht hat, kann man nicht geben“.

Pfarrgemeinderäte „ein Geschenk Gottes“

Die Kirche sei zurzeit auf „Ortssuche“ in einer Gesellschaft, in der sie an Relevanz verloren habe, sagte Anna Hennersperger, Direktorin des Seelsorgeamts der Diözese Gurk-Klagenfurt, in ihren „Stärkungsimpulsen“. „Wir befinden uns in einem Übergang, wir erleben das Ende der konstantinischen Ära.“ Aufgrund von Individualisierung und Pluralisierung wollten und müssten die Menschen wählen. Dadurch sei die Kirchenmitgliedschaft zerbrechlicher geworden.

In dieser Situation seien die neu gewählten Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte „ein Geschenk Gottes“ für die Lebendigkeit seiner Kirche, wie Hennersperger betonte: vor Ort in den Pfarren, in den Dekanaten und darüber hinaus. Sie seien „berufen, beauftragt und gesendet“, die Seelsorge und die Pastoral in den Pfarrgemeinden mitzugestalten: „Sie schreiben positiv an der Kirchengeschichte mit.“ Jeder Christ, jede Christin habe eine „unübertragbare Verantwortung“ ihr Christsein zu leben. Jeder habe Gnadengaben, Charismen, erhalten, um damit zu handeln und anderen zu nützen. „Jeder empfängt, und jeder gibt“, so die Pastoraltheologin.

Pfarrgemeinderäte als „Marke“ der Kirche

Die Pfarrgemeinderäte seien über die Jahre zu einer „Marke“ in der Kirche geworden. Dies werde möglich durch die gelebte Berufung vieler. Marken müssten jedoch auch gepflegt und weiterentwickelt werden, führte Hennersperger aus. Deswegen sei die große Herausforderung, dass sich die „Kirche in jeder Generation neu gründen“ müsse. „Die Menschen brauchen die Berührung mit dem Geheimnis Gottes.“ Die Pfarren sollten nicht in zu engen Bahnen denken, der eigene Horizont dürfe nicht zur Grenze werden.

Jesus habe nicht zufällig Fischer berufen: Landarbeiter würden Straßen bauen und befestigen und in der Folge immer den gleichen Weg begehen. Fischer jedoch wählten immer andere und neue Wege – dorthin, wo die Fische sind. Fischer seien auch keine einzelnen Angler sondern richtige „Networker“. So wie die Jünger auf Jesu Wort „ins Tiefe“ fuhren, um Fische zu fangen, so sollten auch die Pfarrgemeinderäte „darauf vertrauen, dass Gott uns nicht in die Irre führt“, sagte Hennersperger.

Mutworte: "Ich baue mit am Reich Gottes!"

Im zweiten Teil des „Tages der Pfarrgemeinderäte“ brachten die Pastoralen Dienste und die PfarrCaritas in zahlreichen Workshops zukunftsweisende Ansätze für die Entwicklungen der Pfarrgemeinden ins Gespräch. „Wir schauen gemeinsam auf das, was Gemeinden aufbaut, wo gesät und gepflanzt werden kann“, erklärte Direktor Johann Wimmer. „Wir blicken auf eine Kirche, die einlädt, auf die Menschen zugeht, die Freude am Glauben weckt und mit den Gott-Suchenden teilt.“

In abschließenden „Mutworten“ fassten Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Anregungen aus den Workshop-Gruppen zusammen: offen auf Jugendliche zugehen; die Jugend ist nicht nur Dekoration, sondern darf auch mitmachen und mitbestimmen; die Pfarren brauchen eine Willkommenskultur; Mut, fürchtet euch nicht, stehen wir zu unserem Christsein; Gott braucht uns mit Hirn, Herz und Händen – nicht nur reden, sondern tun; wir können die Gesellschaft gestalten, wenn wir unsere Tätigkeit ernst nehmen.

Weihbischof Anton Leichtfried ermutigte die Pfargemeinderäte, nicht nur auf ihre einzelnen Tätigkeiten zu schauen – Pfarrcafé vorbereiten, Liedtexte kopieren etc. – sondern den Blick auf das Größere zu weiten: „Ich baue mit am Reich Gottes!“