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Stift Göttweig: Große Vorfreude auf Jugendtheaterproduktion „Cyrano de Bergerac“

Foto: Hannes Seierl

Göttweig, 24.07.2018 (dsp) Am 10., 11., 12. und 14. August 2018 wird auf den Stufen der Göttweiger Stiftskirche die romantische Komödie „Cyrano de Bergerac“ von Edmond Rostand aufgeführt. Nach dem großen Erfolg der Göttweiger Theaterproduktion „Jedermann“ (2014) und „Nathan der Weise“ (2016) wagt sich das Ensemble heuer an ein neues Projekt, das nicht weniger herausfordernd wird.

Im Herbst 2017 startete das Projekt mit dem Casting der jugendlichen Schauspieler - 25 Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren aus Niederösterreich und Wien wurden schließlich nach Workshop und Audition ausgewählt.

Ein klares Regiekonzept fördert die jungen Akteure und ihre kreativen Fähigkeiten. In der Inszenierung sind Techniken des modernen Theaters sowie die klassische Theaterarbeit vereint. Als Regisseur konnte der Autor und Kabarettist Thomas Koller gewonnen werden. Er zeichnete bereits für die ersten beiden Göttweiger Theaterproduktionen im Jahr 2014 und 2016 verantwortlich und arbeitet seit Jahrzehnten erfolgreich mit Kindern und Jugendlichen. „Die ‚Romantische Komödie in fünf Aufzügen‘, wie sie Edmond Rostand genannt hat, vereint alles, was ein erfolgreiches Theaterstück ausmacht: große Gefühle, Action sowie wunderbar gezeichnete Figuren – und alles in perfekte poetische Sprache gegossen. Die Bilder, die sofort im Kopf entstehen, werden wir temporeich, humorvoll und gleichzeitig zutiefst tragisch spielen.“ so Thomas Koller.
Neben den ganz- und auch mehrtägigen Proben wurden vom Jugendhaus aber auch gemeinschaftsbildende Maßnahmen gesetzt. „Wir haben bei uns einen bunten Mix an Räumlichkeiten und Betreuungsangeboten, um soziale Kompetenz zu fördern“ betont die Leiterin Martina Reisinger-Grüner vom Jugendhaus Stift Göttweig.

Die Ziele sind aber weiter gesteckt: so soll das Projekt Jugendliche und junge Erwachsene motivieren, sich inhaltlich und künstlerisch mit dem Themen rund um „Glauben, Gesellschaft und Politik“ auseinanderzusetzen. Isabella Stöckelhuber von der Jugendpastoral St. Pölten verweist auf ihre Erfahrungen: „Jugendliche sind bereit, sich mit kirchlichen und politischen Themen kritisch auseinander zu setzen.“

Die Darstellervertreter Matthias Schmid, Hanna Koller und Christina Wanko freuen sich auf die vier Aufführungstage – zuvor wird aber noch eine Intensiv-Probenwoche Anfang August eingeschoben.

„Es ist für mich faszinierend, zu erleben, wie junge Menschen zu interessieren und zu begeistern sind. Für mich als Abt bedeutet es eine übergroße Freude, dass zwischen Göttweig und der Jugend mit den drei Theaterprojekten der letzten Jahre ein starke Beziehung gewachsen ist, die hoffentlich bestehen bleibt - über die Dachsanierung hinaus. Unsere Tore stehen jedenfalls weit offen“ betont Abt Columban Luser OSB.

„Das Jugendhaus und das Stift Göttweig wollen jungen Menschen Raum und Gelegenheit geben, sich herausfordern zu lassen. Die Jugendlichen sollen Gemeinschaft, Spaß, Freude und Kreativität bei uns erleben und leben können.“ so Martina Reisinger-Grüner vom Jugendhaus und Projektleitung. So soll das Stift Göttweig noch stärker als Stätte des Glaubens und der Kultur und Ort der Begegnung verankert werden.

Was passt besser zu einem gelungenen Theaterabend als ein gutes Glas Wein und so vinifizierte das Weingut Ettenauer gleich zwei verschiedene Weine. Einen frischen, pfeffrigen Veltliner und einen fruchtigen, aber gehaltvollen Rotwein aus der Sorte Rösler. Kreativ gestaltet ist auch das Weinetikett mit dem Spruch „Krank bin ich vor Durst und will genesen“.

Der Verkaufserlös dieses Weines unterstützt ebenfalls die Dachsanierung des Stiftes. Die Weine werden bei allen Aufführungen der Jugendtheatergruppe angeboten und sind auch direkt im Weingut Ettenauer in Kuffern erhältlich.

Karten zum Vorverkaufspreis von EUR 23,00 sind im Tourismusbüro Stift Göttweig täglich von 9 bis 17 Uhr erhältlich. Der Reinerlös des Theaterprojektes kommt der Dachsanierung zugute.

Statments zu Cyrano:

Abt Columban Luser:
Es ist für mich faszinierend, zu erleben, wie junge Menschen zu interessieren und zu begeistern sind. Dem Regisseur Thomas Koller gelingt es immer neu, aus dem bunten Ensemble von engagierten Jugendlichen ein Team zu formen, das überzeugend Klassik auf die Bühne bringt.

Es wird weitgehend auf technisches Equipment und aufwendige Bühnenstaffage verzichtet. Dadurch kommt so richtig die schauspielerische Klasse der jungen Leute und ihr Esprit zu tragen, und das Stück gewinnt enorm an spürbarer Dynamik und Vitalität. Ein Erlebnis!

Für mich als Abt bedeutet es eine übergroße Freude, daß zwischen Göttweig und der Jugend mit den Theaterprojekten der letzten drei Jahre ein starke Beziehung gewachsen ist, die hoffentlich bestehen bleibt - über die Dachsanierung hinaus. Unsere Tore stehen jedenfalls weit offen...

Thomas Koller
Regie, 50 Jahre, Kirchstetten/Totzenbach
Seit 2014 darf ich als Regisseur das Sommertheater im Stift Göttweig leiten – und es macht immer wieder Spaß, mit jungen Menschen zu arbeiten. Manche sind seit dem ersten Mal dabei, andere sind neu dazugestoßen – und innerhalb kürzester Zeit ist auch dieses Ensemble wieder fest zusammengewachsen. Sehr hilfreich ist dabei das bestens organisierte Team des Jugendhauses, das immer für alle da ist, eine perfekte Infrastruktur für die Proben und Aufführungen bietet und nahezu alle meine (Bühnenbild, Kostüm-, Requisiten, ...)-Wünsche unkompliziert erfüllt.

Die ‚Romantische Komödie in fünf Aufzügen‘, wie sie Edmond Rostand genannt hat, vereint alles, was ein erfolgreiches Theaterstück ausmacht: Große Gefühle, Action sowie wunderbar gezeichnete Figuren – und alles in perfekte poetische Sprache gegossen.

Die wunderbaren Bilder, die sofort beim Lesen im Kopf entstehen, werden wir temporeich, humorvoll und gleichzeitig zutiefst tragisch spielen. Dazu eignet sich der breite Stiegenaufgang vor dem Stift Göttweig hervorragend. Um auch bei Schlechtwetter im Brunnensaal das Stück umsetzen zu können, werden wir in einer eigenständigen Inszenierung die Bühne in der Mitte des Saales aufbauen und die Zwischengänge und Nischen bespielen.

Echte Bühnenmusik, klassische Zwischenmusik sowie musikalische szenische Untermalungen vervollständigen die Aufführungen, bei denen wir dem Publikum ein atemberaubendes Spektakel liefern wollen.

Katja Herzmanek
Allrounderin (Regieassistentin, Schauspielerin, Schneiderin), 20 Jahre, Furth bei Göttweig
Für mich ist es schon das dritte Mal, dass ich bei dem Theaterprojekt des Jugendhauses mitmache und hoffentlich nicht das letzte Mal. Schon vor fünf Jahren, bei der allerersten Probe, war ich davon überzeugt, dass dieses Projekt einfach unglaublich ist und mir jede Menge Möglichkeiten bietet. Es hat in mir die Liebe zum Theater geweckt. Auf unser heuriges Stück ‚Cyrano de Bergerac‘, freue ich mich schon ganz besonders. Das erste Mal darf ich heuer nicht nur als Schauspielerin tätig sein, sondern unseren Regisseur Thomas Koller bei seiner Aufgabe unterstützen. Es fühlt sich toll an, selbst Regieanweisungen einbringen zu dürfen. Nebenbei spiele ich auch kleinere Rollen, wie zum Beispiel das Blumenmädchen, Valvert und Lise, die Frau des Zuckerbäckers. Und nun darf ich auch das Kleid für unsere Hauptndarstellerin Roxane nähen. Das freut mich ganz besonders und ist eine große Herausforderung. Also wird mir im Juli nicht langweilig.Unsere Proben sind immer lustig, aber auch produktiv. Es ist erstaunlich wie professionell wir alle zusammenarbeiten, obwohl wir alle noch so jung sind. Aber gerade unsere Jugend macht dieses Projekt so besonders. Während des Probenjahres wächst unsere Truppe zu einer Familie zusammen. Ich freue mich auch dieses Jahr wieder auf den Stiegen vor dem Stift spielen zu dürfen und ich bin mir sicher, dass wir - wie auch schon die Jahre zuvor - die Leute ‚von den Socken hauen‘ werden!

Matthias Schmid
„Cyrano de Bergerac“, 25 Jahre, St. Pölten

Ich bin zum ersten Mal bei dem Theater Spiel in Stift Göttweig dabei und darf die Hauptrolle Cyrano Savinien Herkules de Bergerac übernehmen, wofür ich sehr dankbar bin. Cyrano ist ein sehr vielseitiger Mensch, begabter Dichter und meisterlicher Degen-Fechter. Jedoch bestraft durch eine irrwitzig lange Nase und deshalb im ständigen Selbstzweifel über sein Aussehen.
Seit Jahren ist das Theater spielen und auf der Bühne stehen eine Leidenschaft von mir. Dieses Gefühl jemanden zu unterhalten, zum Lachen oder Weinen zu bringen, ist einfach unbezahlbar. Dieser bunte Haufen voller junger Talente ist einfach fantastisch. Ich fühle mich sehr gut aufgehoben. Auch wenn man mal unmotiviert zur Probe kommt, fegen sie diese Unlust mit Späße und guter Laune sofort wieder weg.
Aus der Rolle nehme ich auch etwas mit – nämlich: Steh zu deinem Wort, Aussehen ist nicht alles und Selbstvertrauen sei gut dosiert.

Christina Wanko
„Christian de Neuvillette“, 19 Jahre, Großweikersdorf
Die Lust am Schauspielen ist mir erst relativ spät, mit ungefähr 14, richtig bewusst geworden. Möglicherweise liegt es daran, dass Theater immer eine große Überwindung und Herausforderung bedeutet, der ich mich heute gerne, früher eher nicht so gern, gestellt habe. Mittlerweile, nach etlichen Jahren Schultheatererfahrung und der Aufführung „Nathan der Weise“ im Sommer 2016, kenne ich das Gefühl, auf der Bühne zu stehen – es macht mich aber trotzdem nicht weniger nervös. Gott sei Dank bin ich Teil eines wirklich tollen Teams, das mir auch auf lange Sicht viele Freundschaften gebracht hat. Man merkt deutlich, dass, obwohl wir alle sehr verschieden sind, das Theaterspielen doch einen gemeinsamen Angelpunkt schafft. Gemeinsam zu spielen ist einfach jedes Mal lustig, gerade die Probenwochen im Sommer schweißen richtig zusammen. Das ist es definitiv wert, meine Nervosität zu überwinden!
Dieses Mal darf ich „Christian de Neuvillette“ spielen, einen jungen Mann, der gerade erst dem Gardecorps beigetreten ist. Obwohl Christian im Stück eine so gewichtige Rolle spielt, hat der Autor ihm bewusst nur zwei markante Wesenszüge mit auf den Weg gegeben: Seine außergewöhnliche Schönheit und die absolute Unfähigkeit, sich verbal auszudrücken. Sein ansprechendes Äußeres ist es auch, was schließlich die Aufmerksamkeit seiner Angebeteten, Roxane, auf ihn lenkt. Christian, der Hals über Kopf in sie verliebt ist, setzt alles daran, sie für sich zu gewinnen. Sein dümmliches Stammeln und Stottern kommt bei der Auserwählten leider gar nicht gut an. Da Schönheit allein also nur die halbe Miete ist, braucht er die Hilfe des scharfsinnigen Cyrano, der alles hat, was Christian fehlt. Lustiger Weise gilt das auch umgekehrt…

Hannah Koller
„Roxane“, 18 Jahre, Kirchstetten

Es macht mir einfach großen Spaß, auf der Bühne zu stehen, zu proben und mich mit einem Stück auseinanderzusetzen. In verschiedene Rolle schlüpfen zu dürfen und einmal jemand anderer zu sein, sind Aspekte, die Theaterspielen für mich interessant machen. Unser Team ist wie jedes Mal etwas ganz Besonderes. Wir sind nicht nur Freunde, sondern eine große Familie. Es entstehen Freundschaften, die immer wieder zusammenfinden. Das Theaterspielen steht bei uns an erster Stelle, aber wir entwickeln immer wieder zusätzlich Projekte, die wir in der Freizeit weiterführen. Und in den Pausen wird immer wieder musiziert oder diskutiert.
Im Laufe der Proben hat sich mein Bild von Roxane geändert. Jetzt ist sie für mich ein Mensch, der trotz schwerer Zeiten am Ende Ruhe findet. Es ist wichtig, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen und sich nicht von falschen Bildern und Vorstellungen blenden zu lassen. Roxanes letzter Satz: „Ein einzig Wesen liebt ich, und nun verlier ich es zum zweiten Mal" sagt meiner Meinung nach alles über ihr Leben aus.

Foto: Hannes Seierl