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Stift Geras lädt zur Wasserweihe im byzantinischen Ritus

Foto: Stift Geras

Geras, 05.01.2018 (dsp) Das katholische Prämonstratenserstift Geras gilt als Brückenbauer zwischen der Ost- und der Westkirche. Daher lädt das Stift zu einer einzigartigen Feier, die im byzantinischen Ritus gefeiert wird: nämlich die feierliche Wasserweihe am 6. Jänner (19 Uhr), die im Rahmen des Theophanie-Gottesdienstes gefeiert wird.

Dabei wird das Wasser feierlich gesegnet, indem Abt Michael Proházka das Kreuz drei Mal in den Wasserkessel eintaucht. Wo die Möglichkeit besteht, zu einem fließenden Gewässer zu gehen, wird die Wasserweihe dort (Meer, See, Fluss) gehalten. Dieses Wasser nehmen die Gläubigen als Weihwasser nach Hause mit.

Die Kirchen des byzantinischen Ritus – sowohl die orthodoxen, wie die mit Rom in Einheit stehenden Ostkirchen - feiern am 6. Jänner (nach gregorianischem Kalender!) das Fest der Offenbarung des dreifaltigen Gottes durch Jesus Christus (Theophanie im Unterschied zu Epiphanie) im Bild der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer.

Die Kirchen, die dem julianischen Kalender folgen, feiern am 6. Jänner den „24. Dezember“ – also heiliger Abend mit den so genannten Königlichen Stunden und der Basiliusliturgie. Der Christtag ist dann der 7. Jänner!

Brückenbauer zwischen Ost und West

Der Abt sagt: „Hier in Geras ist eine Stätte der Begegnung von Ost und West. Denn was uns verbindet ist mehr als das, was uns trennt.“ Die byzantinische Kapelle soll ein Zeichen sein, dass die katholische Kirche „mit beiden Lungenflügeln atmet“ und unser Stift möchte so seine Brückenfunktion zwischen Ost und West wahrnehmen. Abt Michael K. Proházka ist Priester des lateinischen wie auch des byzantinischen Ritus. Er setzte sich in seiner bisherigen Amtszeit besonders für eine Verbesserung der Situation der griechisch-katholischen Kirche im Nahen Osten ein. Unter Proházka wurde im Stift Geras eine byzantinische Kapelle eingerichtet. Die Festigung und Stärkung der Klostergemeinschaft und eine spirituelle Erneuerung sind seine wichtigsten Aufgaben. Er ist u. a. Vorstandsmitglied der Stiftung Pro Oriente, Mitglied des Lazarus-Ordens und Rektor der byzantinischen Kapelle des Stiftes Geras.

In der katholischen Kirche gibt es verschiedene Riten, innerhalb derer die Heilige Messe gefeiert werden kann. Die Lateinische Kirche verwendet fast nur den Römischen Ritus. In den Ostkirchen gibt es hingegen mehrere, wie etwa den byzantinischen Ritus ("Göttliche Liturgie" des Hl. Johannes Chrysostomus) oder den syrisch-malabarischen. Der byzantinische Ritus entstand und entwickelte sich im Oströmischen Reich, besonders in Konstantinopel (früher Byzanz, heute Istanbul). Sowohl die byzantinisch-orthodoxen Kirchen als auch die mit Rom unierten Ostkirchen feiern ihre Gottesdienste in dieser Form. Die sehr feierliche Form der Liturgie ist unter anderem gekennzeichnet durch die Verehrung der Ikonen, die Verwendung von Weihrauch und viel Gesang, die Verbindung des Altarraumes mit dem zentralen Kirchenraum durch die Ikonostase sowie die besonders festlichen Gewänder der Zelebranten und Ministranten.