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Stephansdom: Bischof Küng gedachte der Jugendfeier 1938

Wien, 07.10.2018 (dsp) Der emeritierte St. Pöltner Bischof Klaus Küng hat am Samstag im Wiener Stephansdom einen Gottesdienst, eine Marienfeier und eine Kranzniederlegung im Gedenken an die Ereignisse von 7./8. Oktober 1938 geleitet. Die Jugendfeier im Stephansdom am Rosenkranzfesttag war die einzige Massendemonstration gegen die Nazis in den Jahren ihrer Herrschaft; sie rächten sich dafür durch den Sturm auf das Erzbischöflichen Palais und Verhaftungen. E

s seien "dramatische Ereignisse" gewesen, sagte Bischof Küng. Was damals geschehen sei, habe für die heutige Zeit viel zu sagen.

Die Predigt bei der Messe am Samstag, die mit dem Geläut der Pummerin endete, hielt Pfarrer Andeas Kaiser aus Wien-Ober St. Veit, der auch Seelsorger der Verbindung "KHV Babenberg" ist. Er erinnerte, dass die Verhaftungswelle nach dem 8. Oktober 1938 auch mehrere junge Männer ins KZ Dachau geführt habe. Zwei von ihnen - Ferdinand Habel und Hans Eis - seien an den Folgen der Folterungen gestorben. "Sie litten stellvertretend für Kardinal Innitzer", so Kaiser.

Die damaligen antikirchlichen Maßnahmen hätten aber bewirkt, dass die Kirche in den Kriegsjahren "Hoffnungsort und Herberge" für Tausende junge Menschen geworden sei. Vor 20 Jahren, bei der Seligsprechung der einzigen in der NS-Zeit in Großdeutschland hingerichteten Ordensfrau, Sr. Restituta Kafka, habe Papst Johannes Paul II. diese Hoffnung thematisiert. "Schwester Restituta hat Christus als Erfüllung ihrer Sehnsüchte gesehen, und sie hat an ihm festgehalten", zitierte Kaiser aus der damaligen Papstansprache.

Die Historikerin Annemarie Fenzl rekapitulierte die Ereignisse von Oktober 1938, die im Ausland Erschütterung bewirkten. Dennoch habe die Kirche weiteres zu erleiden gehabt. So sei eine Massenkundgebung mit 200.000 Menschen auf dem Wiener Heldenplatz eine Woche nach dem Rosenkranzfest explizit gegen die Kirche gerichtet gewesen. Die Masse habe gejohlt, als Gauleiter Josef Bürckel gegen Innitzer gewettert habe. Nazis seien mit "Pfui!"-Rufen am Erzbischöflichen Palais vorbeigezogen, auf Spruchbändern sei zu lesen gewesen, "Pfaffen an den Galgen", "Innitzer nach Dachau" oder "Innitzer und Jud, eine Brut", erinnerte die Historikerin und seinerzeitige Büroleiterin des 2004 verstorbenen Innitzer-Nachfolgers Kardinal König.