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Plädoyer der Ordensgemeinschaften gegen Menschenhandel

Tag des geweihten Lebens im Stift Göttweig

Göttweig, 29.01.2018 (dsp) Die Ordensgemeinschaften sind ein Geschenk für die Kirche. Anlässlich des „Tages des geweihten Lebens“ am 2. Februar feierten die Orden im Stift Göttweig einen Gemeinschaftstag. Heuer thematisierten sie die furchtbaren Auswüchse des Menschenhandel und luden Expert/innen der Organisation Solwodi zum Vortrag.

Bereits seit 2010 setzt sich eine Gruppe von Ordensfrauen gegen Frauenhandel ein. Im Herbst 2012 hat sich, ausgehend von der internationalen Bewegung Solwodi, ein eigenständiger Österreichischer Verein gegründet, der sich besonders für Frauen engagiert, die Opfer von Menschenhandel, sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind. Solwodi bietet Schutz und Beratung gerade für Prostituierte, die oft ohne Schulbildung, mit hohen Schulden und aus großer Not dazu genötigt werden. Sie werden unterstützt bei der Bewältigung des Alltags, da Aussteigerinnen ihr Leben selber in die Hand nehmen wollen. Ebenso erhalten sie Unterstützung, wenn sie Kinder haben oder bei Behördenwegen. Etwa 96 Prozent kommen aus dem Ausland und tun es aus extremer Armut heraus, darum „verbiete es sich, Prostitution schönzureden“. Die Expert/innen forderten dabei auch die Politik auf, mehr Möglichkeiten zu schaffen, um den Frauen einen Ausweg aus Prostitution zu ermöglichen.

Beim Ordenstag wollte man auf das Schicksal der Frauen aufmerksam machen und es war ein Plädoyer gegen den Menschenhandel. Der Tag wurde mit einer beeindruckenden Vesper unter der Stiftskirche beendet.

Wirken der Orden in der Diözese St. Pölten

Im Gebiet der Diözese St. Pölten leben (Stand Ende 2016) 135 Ordensfrauen in 14 Niederlassungen sowie 255 Ordensmänner in acht Stiften (Altenburg, Geras, Göttweig, Herzogenburg, Lilienfeld, Melk, Seitenstetten, Zwettl) und 7 weiteren Niederlassungen.

Zahlreiche Pfarren der Diözese werden von Ordensgemeinschaften betreut. Viele Ordensfrauen und -männer arbeiten im Bildungswesen (Schule, Kindergarten, Hort, Internat) oder engagieren sich im sozial-karitativen Bereich in der Pflege von alten und kranken Menschen und betreuen Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Etliche bringen sich in der geistlichen und spirituellen Begleitung und in der Exerzitienbegleitung ein. Kontemplativ lebende Ordensleute nehmen das Gebet für die Anliegen der Kirche und das Heil der Menschen als besonderen Auftrag wahr.

Weiters kümmern sich Ordensleute um Flüchtlinge, Obdachlose, Bettler oder armutsgefährdete Menschen. Sie finden in den Klöstern Ansprechpartner und konkrete Hilfe. Schwester Generaloberin Franziska Bruckner, Vorsitzende der Vereinigung der Frauenorden der Diözese St. Pölten: „Wir haben viel mit jungen Menschen zu tun und wissen um deren Freuden, Sorgen und Nöte. So sind wir am Puls der Zeit.“ Sie geben auch die Möglichkeit, das Leben im Kloster näher kennenzulernen, etwa mit Urlaub im Kloster, Exerzitien im Alltag oder geistliche Begleitung.