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Pielachtal intensiviert Gedenken an Kardinal König

Foto: Langjährige Kardinal König-Mitarbeiterin Annemarie Fenzl und Kardinal König-Verein-Obmann Gottffried Auer mit einem Porträt des legendären Kardinals

Rabenstein-Kirchberg, 02.09.2018 (dsp/KAP) Der Pielachtaler Pilgerweg, der von St. Pölten nach Mariazell führt, soll künftig noch stärker als bisher auch im Zeichen des Andenkens an Kardinal Franz König stehen. Der Weg führt durch die beiden Gemeinden Rabenstein und Kirchberg an der Pielach - die Heimat des 2004 verstorbenen Kardinals. König wurde am 3. August 1905 im Rabensteiner Ortsteil Warth geboren und am 5. August in der Rabensteiner Pfarrkirche getauft. Die Volksschule besuchte er in Kirchberg an der Pielach.


In der Rabensteiner Pfarrkirche ist ab sofort eine Gedenkwand eingerichtet, die an Hand von historischen Bildern Wirken und Lebensstationen des einstigen Wiener Erzbischofs zeigt; unter besonderer Berücksichtigung des Bezugs des Kardinals zum Pielachtal. In Rabenstein hat der Verein "Kardinal König - Glaube und Heimat im Pielachtal" zudem ein Haus erworben, in dem - "möglichst bald" - eine Gedenkstätte für den Kardinal eingerichtet werden soll, wie Vereinsobmann Gottfried Auer gegenüber "Kathpress" ankündigte: "Kardinal König war ein großer Sohn des Pielachtales. Er war ein Vordenker und seiner Zeit oft weit voraus." Viele seiner Gedanken seien auch heute noch höchst aktuell, so Auer.

Rabenstein und Kirchberg sind auch seit vielen Jahren jeweils Ende August abwechselnd Austragungsort der Kardinal König-Gespräche. Abschluss dieser Veranstaltung ist immer die Sonntagsmesse in der Andreaskirche auf einem Hügel zwischen den beiden Ortschaften. Veranstaltet werden die Gespräche vom Verein "Kardinal König - Glaube und Heimat im Pielachtal" in Kooperation mit dem Wiener Kardinal König Archiv und den beiden Gemeinden Kirchberg und Pielach.

Obmann Auer zeigte sich mit den jüngsten, bereits elften Gesprächen vor rund einer Woche sehr zufrieden. Nicht zuletzt habe auch der neue St. Pöltner Bischof Alois Schwarz durch seine Teilnahme der Veranstaltung seine Referenz erwiesen. Von Seiten der Politik konnte Auer u.a. den niederösterreichischen Landesrat Martin Eichtinger begrüßen. Auch Vertreter der Evangelischen Kirche waren anwesend. Auch aus dem Ausland würden immer wieder Teilnehmer den Weg ins Pielachtal finden, so Auer.

Dankbarkeit bei Kardinal König

Die aktuelle Veranstaltung war unter dem Generalthema "Dankbarkeit" gestanden. Vertrauen und Demut seien die "verlässlichen Wurzeln der Dankbarkeit" gewesen, die Kardinal König sein ganzes Leben hindurch begleitet hätten, berichtete die Leiterin des Kardinal-König-Archivs Annemarie Fenzl. Der Kardinal sei etwa bis ins hohe Alter seinem einfachen Elternhaus dankbar gewesen, "seine Mutter bezeichnete er als seine erste Religionslehrerin". König habe auch in späterer Zeit "verlässlichen Lebenspartnern" - wie Weihbischof Helmut Krätzl - Dankbarkeit erwiesen, obwohl er ursprünglich - auch auf Grund von Erfahrungen aus Kindheit und Jugend - distanziert gewesen sei. Auch nach seinem Oberschenkelhalsbruch im 98. Lebensjahr habe König noch festgestellt: "Nicht fragen, warum ist mir das geschehen, sondern immer: wozu."

Auch der Gedanke an den Tod habe den Kardinal nicht depressiv gemacht, zitierte Annemarie Fenzl: "Der Tod macht das Leben erst kostbar, der Tod mahnt uns, unsere Zeit nicht zu verschwenden, sondern jeden Augenblick bewusst und dankbar zu erleben".

Hauptreferentin war die ORF-Moderatorin und "Krone"-Ombudsfrau Barbara Stöckl. Vieles könne fröhlich und dankbar machen, betonte Stöckl. Und viele Menschen würden oft den positiven Unterschied ausmachen, sie gelte es ebenso wie jene vielen wertzuschätzen, die im sozialen Bereich für andere da sind. Stöckl ermutigte dazu, Dankbarkeit auch explizit auszudrücken. Dankbarkeit sei eine Entscheidung, sie falle nicht vom Himmel.

Die 55-Jährige berichtete von Begegnungen mit Menschen, denen schlimme Schicksalsschläge widerfuhren - und die trotzdem froh, ja sogar glücklich waren. "Da habe ich mich gefragt: Wie geht das? Ich fand heraus, dass diese Menschen eine tief empfundene Dankbarkeit stützt." Auch Beten sei in diesem Sinne eine gute Möglichkeit, meinte Stöckl: als Verbindung mit etwas, das über einen selbst hinausreicht - etwa mit Gott oder mit der Schöpfung. Auch Fasten und Almosen könnten dazu Anstöße geben.

Der Publizist Heinz Nussbaumer schilderte, wie er in seinem - von Jugend an von Krankheit mitbetroffenem - Leben durch Dankbarkeit den "Einbruch des Himmels" und Glücksmomente verspürt hatte. In besonderer Weise sei für ihn der Berg Athos zu einem Ort des Glücks geworden. Alle Referenten waren sich einig: "Dankbarkeit macht glücklich".

Foto: Langjährige Kardinal König-Mitarbeiterin Annemarie Fenzl und Kardinal König-Verein-Obmann Gottffried Auer mit einem Porträt des legendären Kardinals