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Pfarren Senftenberg, Kottes und Martinsberg jubeln über diözesanen Umweltpreis

Diözesaner Umweltpreis - die Preisträger

Krems, 20.01.2018 (dps) Bei einem hochkarätig besetzten Energie- und Umweltpfarrtag des Landes Niederösterreich und der Diözesen St. Pölten und Wien in der ehemaligen Kremser Minoritenkirchen holten sich die Pfarren Senftenberg (Bezirk Krems), Martinsberg und Kottes (beide Bezirk Zwettl) den diözesanen Umweltpreis.

Den Sonderpreis der Diözese St. Pölten bekam der „Waldviertler Energiestammtisch“ für die Initiative grenzüberschreitende Energiekultur zu entwickeln und umzusetzen. Ausgezeichnet wurde für diesen Sonderpreis die Pfarren Buchers (Bezirk Gmünd) und Langau (Bezirk Horn). Die Pfarre St. Martin/Ybbsfeld (Bezirk Melk) gewann den Mobilitätspreis „Wir radeln in die Kirche“. Die Hauptpreise waren mit 1000 Euro dotiert, Katholische Aktion-Präsident Armin Haiderer und KA-Generalsekretär Axel Isenbart hielten die Laudatio.

Auf dem Gebiet der Erzdiözese Wien wurden die Pfarren Auersthal und Wilfersdorf geehrt. Weiters erhielten die evangelischen Pfarren Bruck an der Leitha und Hainburg an der Donau und Bad Vöslau Preise.

Die Pfarre Martinsberg wurde zum einen für die Neuerrichtung des Pfarrsaales in Holzbauweise und zum anderen für die Installierung einer Nahwärmeanlage mit Pellets ausgezeichnet. In der Pfarre Kottes und St. Nikolaus-Auersthal werden ökologisch vorbildhafte Pfarrfeste organisiert. Senftenberg punktet mit der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage gekoppelt an eine e-Tankstelle für zwei e-Bikes und e-Autos. Bruck an der Leitha erhält die Auszeichnung aufgrund eines ökologischen Gesamtkonzeptes im Bereich der erneuerbaren Energiebeschaffung in Kombination mit einer e-Tankstelle. Eine thermische Sanierung und der Tausch der Heizungsanlage des ehemaligen Pferdestalles brachte der Pfarre Wilfersdorf die Auszeichnung. Ein Sonderpreis geht an die Pfarre Bad Vöslau aufgrund der vorbildhaften Umsetzung einer LED-Beleuchtung im denkmalgeschützten Kirchenraum.

Zu dieser Infoveranstaltung in der Kremser Minoritenkirche kamen ua. Landeshauptfrau-Stellvertreter und Umweltlandesrat Stephan Pernkopf, die Bischöfe Anton Leichtfried und Stephan Turnovsky, Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, Walter Rijs (KA Wien), Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, der Evangelische Oberkirchenrat Karl Schiefermaier oder der evangelische Superintendent Lars Müller-Marienburg. Zahlreiche Interessierte aus ganz Niederösterreich holten sich außerdem viele Tipps, wie sie ihre Pfarrfeste und -aktivitäten umweltgerecht gestalten können.

Resümee des Umwelttages in Krems war: Es gibt eine große Bereitschaft der Pfarren für Engagement und Nachhaltigkeit. Wir könnten viel tun und Bewusstsein schaffen. Die Katholische Aktion appellierte fair, ökologisch und bio einzukaufen, aber auch zu eruieren, wie viel man als Pfarre an Energie verbrauche. Drehen viele Menschen an vielen Orten beim Thema Umwelt an Rädchen, so könne das Gesicht der Welt verändert werden.

Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion (KA) der Diözese St. Pölten, betonte: „Es gibt Aufholbedarf beim Wissen um Kirche und Umwelt.“ Er verwies auf zahlreiche Veranstaltungen und Broschüren beim Thema Schöpfungsverantwortung seitens der KA: etwa „Wir radeln in die Kirche“, „Autofasten“, die Theologischen Umweltgespräche oder den renommierten Umweltpreis. Ziel sei: „Wir wollen sensibilisieren für die Mitkreaturen und Mitgeschöpfe.“

Landeshauptfrau-Stellvertreter und Umweltlandesrat Stephan Pernkopf: „Wir sind gut beraten, uns an Papst Franziskus zu halten, der einen wesentlichen Beitrag mit der Enzyklika ‚Laudato Si‘ geschaffen hat.“ Mit den Preisen seien ganz konkrete Projekte verbunden. Pernkopf: „Wir müssen Taten setzen, nicht nur Worte. Das wolle man mit dem Preis unterstützen.“ Er danke allen, die sich stark machen gegen Atomkraft in Europa und verwies darauf, dass Niederösterreich zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie setze. Die Bereiche Energie und Nahrungsmittel – etwa bei den Pfarrfesten - seien ganz wichtige Bereiche für Nachhaltigkeit.

Der St. Pöltner Weihbischof Anton Weihbischof sagte: „Gott hat uns mit der Schöpfung viel anvertraut. Wir haben dazu eine große Verantwortung.“ Vielfach gebe es ein Missverständnis beim Thema Herrschen: Es gebe schlechtes und gutes Herrschen. Das rechte Maß sei wichtig.

Weihbischof Stephan Turnovszky aus der Erzdiözese Wien appellierte: „Wir sollten nicht nur reden, sondern selbst verwirklichen.“ Die Österreichische Bischofskonferenz hat sich zu diözesanen Leitlinien verpflichtet, um ökologisch zu arbeiten. Etwa: Weg vom Billigstbieter zum Bestbieter bei der Beschaffung; oder auch bei Pfarrfesten. Hier werde schon auf Fair Trade-Produkte gesetzt.

Der Evangelische Oberkirchenrat Schiefermaier sagte, es brauche Mut, die alten Wege zu verlassen und neue Wege zu beschreiten, auch mit Risiko. Wir bräuchten im Bereich Umwelt Neues und Innovatives, sonst gehe es sich bald nicht mehr aus. Die katholischen und evangelischen Pfarren haben da schon sehr viel gemacht. Der begeisterte niederösterreichische Superintendent Lars Müller-Marienburg kritisiert als begeisterter Radfahrer, dass es oft schwierig sei, öffentlich oder mit dem Fahrrad anzureisen. Da könne man noch mehr tun.

Hemma Opis-Pieber, Sprecherin der kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs, hielt das Hauptreferat. Es habe in der Kirche immer Idealisten für einen zukunftsfähigen Lebensweg gegeben und Persönlichkeiten, die sich für die Schöpfung gegeben. Aber Mainstream sei es in der Kirche noch nicht. Opis-Pieber gab als Chance zu bedenken: 5,5 Millionen Österreicher sind katholisch oder evangelisch und leben in 3200 Pfarren, da könne man viel bewegen. Was alle gemeinsam angehe, könnten wir nur gemeinsam lösen. Ökologie und soziale Gerechtigkeit seien untrennbar, zitiert sie Papst Franziskus. Es sei daher Aufgabe der Kirche auf den Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und sozialer Ungerechtigkeit hinzuweisen. Die Umweltdebatte sei auch eine Machtfrage: Sind die Mächtigen bereit, etwas abzugeben? Der Papst erinnere auch daran, dass alles miteinander verbunden sei. Wir wohnen in einem gemeinsamen Haus, es dürfe uns nicht egal sein, wie es unseren Mitbewohnern geht. Der Schöpfung würden wir nicht entsprechen, wenn wir uns nicht dafür einsetzen. Ohne Mystik gehe es nicht bei der Veränderung der Dinge, es brauche der Spiritualität. Der Papst würdige auch die Umweltorganisationen, sie seien essenziell für das Klimabündnis. Es brauche eine Balance zwischen Gott, der Schöpfung und uns. Der Papst fordere ganz Konkretes. Franziskus sage: „Es gibt so vieles, das man tun kann.“ In allen Diözesen soll es bis Ende 2018 eine Energiewende und Pläne zur Nachhaltigkeit geben. Diese Leitlinien seien oft mühsam erarbeitet worden. Gerade die Energiewende sei eine große Herausforderung. 20 Prozent weniger Energieverbrauch und Verzicht auf fossile Brennstoffen wären nicht leicht zu verwirklichen. Es gebe eine gute Unterstützung seitens der Länder, gerade auch in Niederösterreich. Öko-faire Kriterien sollten für Christen selbstverständlich sein. Einerseits gebe es eine große Bandbreite an Initiativen: etwa die Sammlung von LED-Lampen von Firmlingen bis hin zum Mülltrennen von Pfarrmitarbeiter/innen. Andererseits sollten Christen von Politik Maßnahmen einfordern: etwa eine ökologische Steuerreform oder grüne Klimapolitik.