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Paul Przybysz zum Priester geweiht

Paul Przybysz zum Priester geweiht

St. Pölten, 29.06.2018 (dsp) Bischof Klaus Küng zeigte sich bei der Priesterweihe von Paul Przybysz am Hochfest Peter und Paul erfreut, dass er vor seiner Amtsübergabe an Bischof Alois Schwarz die Weihe noch spendet. Er gab dem 30-jährigen Przybysz mit auf den Weg: „Wir sollen Vertrauen in die Kirche haben und in den Beistand des Heiligen Geistes. Es hat – auch in unserem Land – schon schwierigere Zeiten für Gesellschaft und Kirche gegeben. Es ist richtig, wenn wir auf die Verheißung Jesu bauen und gelassen sind.“ Hunderte feierten das Fest der Freude mit.
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Sehnsucht nach Gott ist da

Weiters zeigte sich Küng überzeugt: „Auch heute kann man mit Freude Priester werden, auch heute kann es gelingen, dass ein Priester, der an vorderster Front wirkt, trotz aller Schwierigkeiten, die es geben kann, auch nach vielen Jahren weiterhin gerne Priester ist und dabei große Freude empfindet.“ Es gebe nichts Schöneres als zu erleben, wenn in manchen Augen der Glaube plötzlich aufleuchte oder wie eine niedergedrückte Seele erneut Mut fasse oder jemand, der von Gott weit abgekommen ist, zurückfindet und sich Frieden im Herzen ausbreitet.

Die Sehnsucht nach Gott, nach dem Guten, sei bei vielen vorhanden, wenn auch manchmal verdeckt. Außerdem würden sich nicht alle Kirchen leeren. Manche würden sogar wieder voller werden, so Bischof Küng.

Jede Zeit habe ihre Schwierigkeiten und Chancen, Priestersein sei ohne Zweifel eine große Aufgabe: Menschen ansprechen, dazu schauen, dass andere mittun; die Tür entdecken, die in die Herzen hineinführt und vielleicht schon offen steht. Auf alle Menschen zugehen wie es die Missionare getan haben. Vor allem gehe es darum, Jesus zu vergegenwärtigen, auf ihn hinzuweisen, ihn anzubeten. Dabei dürften wir nicht vergessen, dass in Zeiten größerer Umbrüche oder in Zeiten, in denen der Glaube über längere Perioden hinweg zu kurz kam, die Erneuerung in der Regel im Kleinen begonnen habe. Bischof Küng: „Für mich war es etwa längere Zeit ein Rätsel, warum im 19. Jahrhundert unter Bischof Ignaz Feigerle (1795-1863) plötzlich wieder große Volksmissionen zu einem riesigen Erfolg wurden.“ Die Erklärung finde sich in der Mobilisierungskraft dieses Bischofs, aber wahrscheinlich in den Anfängen auch durch Einzelpersonen, darunter auch Priester.

Priester sollen entsprechend leben was sie sagen

Wichtig sei es, Christus im Herzen zu tragen. Das sei nicht ein Privileg des Priesters – alle können und sollen es –, aber beim Priester sei es für die Fruchtbarkeit seiner priesterlichen Tätigkeit besonders wichtig. Bischosf Küng weiter: „Auch wenn die Gläubigen hoffen dürfen, dass alle sakramentalen Handlungen, auch unabhängig von der persönlichen Würde des Priesters, wirksam sind, so ist es für sie viel leichter, wenn sie merken: Er glaubt, was er sagt, und er lebt entsprechend.“

Sein Berufungsweg

Der lebenslustige Przybysz macht derzeit in Arnsdorf, Rossatz und Mautern (Bezirk Krems) sein Diakonatsjahr und lebt im Stift Göttweig. Von dort kamen viele Mitfeiernde, ebenso aus St. Veit/Gölsen und Steinakirchen, wo er umfangreiche pastorale Erfahrungen gemacht hat. Dadurch habe er in der Diözese St. Pölten tolle Priesterpersönlichkeiten kennengelernt, die "Pfarre und Pastoral leben". Viele kennen ihn jetzt dort von den Feierlichkeiten wie Fronleichnam und anderen Begegnungen.
 
Der 30-Jährige stammt aus Polen (Jelenia Góra, im niederschlesischen Riesengebirge) und lebt seit 10 Jahren in Österreich, wo er Theologie studierte und viele Freunde hat. Sein Primiz-Spruch lautet: " Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe " (Johannes-Evangelium 21,17)

Wie war sein Berufungsweg? Es sei kein bestimmtes Ereignis gewesen, kirchlich sozialisiert sei er von Kindheit gewesen, etwa als Ministrant. Nach der Schule hat er oft die Pfarre besucht. Ein Kaplan habe ihn inspiriert, der etwa mit Theateraufführungen eine Neuevangelisierung in seinem Heimatort versuchte. Da sei es ihm mehr und mehr in den Sinn gekommen, auch Priester zu werden. Nach Österreich kam er nach der Matura über einen Bekannten. Man habe ihm hier das Gefühl gegeben, gebraucht zu werden.

Glaubt er, dass sich mit der Weihe etwas ändert? „Nein, der Paul bleibt der Paul“, lacht er. Aber es werden wohl mehr Aufgaben und Verantwortung auf ihn zukommen. Er meint, dass das Priestertum spannend sei, es biete immer etwas Neues, Spannendes und Abenteuerliches. Ihm sei es wichtig, den Menschen nahe zu sein und mit ihnen den Alltag zu leben. Er wolle einfach Gott, der Kirche und den Menschen dienen. Der Weihekandidat freue sich auf künftige Herausforderungen, auch Action dürfe ruhig dabei sein. Was ihm wichtig sei, sei das Gebet und sich auch dafür Zeit zu nehmen. Er wolle einen lebendigen Glauben vermitteln, Jesus sei kein Relikt der Vergangenheit, sondern jemand, der uns tagtäglich seine Liebe schenke.

Przybysz weist darauf hin, dass er am 7. Juli im Stift Göttweig um 9:30 Uhr den beliebten Primizsegen spendet. Dieser ist deswegen so populär, weil er der "Erstlingssegen" eines Neupriesters ist. Seine neue Wirkungsstätte ist auch schon bekannt: die Pfarren St. Pölten-Pottenbrunn und Wagram.

3 Priesterweihen

Heuer gibt es drei Priesterweihen mit Diözesanbezug: vor Przybysz wurde zum Hochfest Christi Himmelfahrt Benedikt Resch im Stift Seitenstetten geweiht, am 15. September empfängt Michael Sulzenbacher von der Blindenmarkter Gemeinschaft Servi Jesu et Mariae in Rom die Weihe.

Interessierte, die auch eine Berufung zum Priestertum oder zum Ordensstand verspüren, können sich etwa beim diözesanen Haus Gennesaret im Stift Seitenstetten melden: haus-gennesaret@kirche.at und 02742 324 3302

Predigt im Wortlaut

Foto: Prior P. Christoph Mayrhofer (Stift Göttweig), Priesterseminar-Subregens Slavomír Dlugoš, Priesterseminar-Spiritual Michael Meßner, Weihbischof Anton Leichtfried, Neupriester Paul Przybysz, Bischof Klaus Küng, Priesterseminar-Regens Richard Tatzreiter.