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Pastoraltheologe: Jugendlichen echte Partizipation ermöglichen

Prof. P. Dr. Michael Kaplánek SDB

St. Pölten, 20.02.2018 (dsp) Eine echte Teilhabe der Jugendlichen in der Kirche forderte der Budweiser Pastoraltheologe P. Michael Kaplánek bei der Priesterstudientagung der Diözese St. Pölten im Bildungshaus St. Hippolyt. Es könne nicht darum gehen, die traditionelle Seelsorge „den Jugendlichen ein bisschen anzupassen“, sondern die jungen Menschen in die Pfarrpastoral einzubeziehen.

Partizipation bedeute, die Strukturen so zugänglich zu machen, dass sich Jugendliche nicht nur interessieren, sondern auch etwas sagen und mitarbeiten können – „nicht nur formell“, wie der Salesianer Don Boscos betonte. Jeder Pfarrgemeinderat müsse zu einer „Lobby “ werden, damit Jugendliche von den Gottesdiensten und vom Pfarrleben nicht ausgeschlossen bleiben, da Gebete, Musik und Gestaltung „normalerweise den älteren Menschen angepasst“ seien. So sei es auch Sinn der kommenden Jugendsynode, „weltweit die Augen und Ohren für die Jungend zu öffnen“.

„Nicht rekrutieren, sondern dienen!“

Bei der notwendigen Erstellung eines Pastoralkonzeptes dürfe nicht die Bewahrung von Strukturen im Vordergrund stehen, so Kaplánek: „Es geht nicht darum, neue Gemeindemitglieder zu gewinnen, sondern den Reichtum des Glaubens zu teilen.“ Für eine Pfarrgemeinde bedeute dies, dass sie Jugendlichen zuhören müsse, dass sich junge Menschen willkommen und ernst genommen fühlen. Von dem gängigen ekklesiozentrischen Modell, in dem alles auf die Pfarrgemeinde konzentriert ist, müsse die Jugendseelsorge zu einem diakonalen Modell kommen, wo die Bedürfnisse des Einzelnen wahrgenommen werden. „Nicht rekrutieren, sondern dienen!“, fasste Kaplánek zusammen.

So dürfe auch bei Jugendlichen nicht die „Option für die Armen“ vergessen werden. Viele seien aufgrund materieller oder auch geistlicher Armut aus dem Gemeindeleben ausgeschlossen. Zielgruppen der Jugendpastoral seien nicht nur „brave Kinder“, sondern auch die Entfremdeten, die „vom Evangelium Unberührten“, die Armen und Behinderten, die Entwurzelten und Ausländer, die Ausgeschlossenen. Deswegen sei Evangelisierung eine Angelegenheit der Liebe und keine Propaganda, unterstrich Kaplánek: „Es muss mir um die Menschen gehen, sonst wird meine Predigt zur Ideologie.“