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Papst: Auch die Kirche wird immer vom Bösen versucht sein

Papst Franziskus hat der katholischen Kirche ins Bewusstsein gerufen, dass es auch für sie immer Versuchungen gebe. Sich mit dem Leben des Apostels Petrus auseinanderzusetzen, bedeute, "zu lernen, die Versuchungen zu kennen, die das Leben des Jüngers begleiten werden", sagte er in einer Messe zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus am Freitag auf dem Petersplatz.

"Wie Petrus werden wir als Kirche immer versucht sein, von diesen 'Einflüsterungen' des Bösen, die zum Stolperstein für die Sendung werden", so der Papst in seiner Predigt. Jesus wolle seine Kirche "von hohlem triumphalem Gehabe befreien: von einem Mangel an Liebe, an Dienstbereitschaft, an Mitgefühl, von einem Mangel an Volksnähe". Es gelte, persönliche und gemeinschaftliche Tarnungen zu entdecken, "die uns daran hindern, mit dem konkreten Leben der anderen in Berührung zu kommen".

Die katholische Kirche gedenkt am 29. Juni der Apostel Petrus und Paulus. Sie starben der Überlieferung nach als Märtyrer in Rom und sind auch Schutzheilige der Stadt, weshalb der Tag in Rom und im Vatikan ein Feiertag ist.

Zu Beginn des Gottesdienstes segnete Franziskus gemäß der Tradition die sogenannten Pallien, Ehrenzeichen für im vergangenen Jahr ernannte Leiter von Erzdiözesen. Es handelt sich um schmale, mit sechs schwarzen Seidenkreuzen bestickte Bänder aus weißer Lammwolle, die von Erzbischöfen über dem Messgewand getragen werden. Diese Stolen sollen die besondere Verbundenheit der Metropolitanbischöfe mit Rom ausdrücken.

Insgesamt erhielten 30 Erzbischöfe das Pallium, von denen 26 an dem Gottesdienst teilnehmen konnten. Unter ihnen waren der Erzbischof von Mexiko-Stadt, Kardinal Carlos Aguiar Retes, der Pariser Erzbischof Michel Aupetit und auch Tokios neuer Erzbischof Tarcisio Isao Kikuchi. Das Pallium erhielt zudem einer der engsten Vertrauten des Papstes: Erzbischof Victor Manuel Fernandez, den Franziskus Anfang Juni zum neuen Erzbischof von La Plata ernannt hatte. Er ist in den vergangenen Jahren als einer der wichtigsten "Ghost-Writer" für Franziskus auch international bekannt geworden.

Den Gottesdienst feierten auch jene 14 neuen Kardinäle mit, die der Papst am Donnerstag in das Kardinalskollegium aufgenommen hatte. Wie üblich nahm außerdem eine orthodoxe Delegation des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, angeführt von Erzbischof Job Getcha von Telmissos, an den Feierlichkeiten zu Peter und Paul teil. Die Delegation wurde von Vatikanseite durch den Schweizer Kardinal Kurt Koch begleitet, Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen.

Franziskus ging in seiner Predigt auch auf die Bedeutung der apostolischen Tradition ein, die "nicht die Weitergabe von Dingen oder Worten, keine Ansammlung toter Dinge" sei. "Die Tradition ist der lebendige Fluss, der uns mit den Ursprüngen verbindet, der lebendige Fluss, in dem die Ursprünge stets gegenwärtig sind", zitierte er den emeritierten Papst Benedikt XVI. (2005-2013).

(29.06.2018, KAP)