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NÖ-Familienverbände wollen Dialog aufrechterhalten

Foto: IV-Vorsitzender Josef Grubner mit Vertretern des Freiheitlichen Familienverbandes und der Kinderfreunde – sie präsentieren den Forderungskatalog an die Politik

St. Pölten, 12.07.2018 (dsp) Mit 31. August ist die Interessenvertretung (IV) der NÖ-Familien abgeschafft, das hat der niederösterreichische Landtag beschlossen. Dennoch wollen die in der IV vertretenen Familienverbände etwa in der Form einer Arbeitsgemeinschaft weiter zusammenarbeiten, kündigte man bei einer Pressekonferenz in St. Pölten an. Überdies wolle man der Politik noch einen familienpolitischen Forderungskatalog übergeben.

Zentrale Forderungen aus dem Katalog sind: Bestmögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Wahlfreiheit für die Kinderbetreuungsart; optimale Rahmenbedingungen, um Familiengründung und Familienerweiterung zu ermöglichen; Betreuung der Kinder sowohl in familienähnlichen (Tageseltern, Oma-/Opadienst …) als auch in institutionellen Einrichtungen; angemessenes Familieneinkommen; die familienbezogenen Leistungen des Landes sollen jährlich inflationsbedingt erhöht werden; Frauen, die unentgeltlich Pflegeleistungen in der Familie erbringen und potentiell von Altersarmut betroffen sind, soll pensionswirksame Unterstützung gewährt werden.

Würdigung des IV-Vorsitzenden Josef Grubner

In welcher Form die Kooperation der Verbände geschehen soll, sei noch offen, erklärte Josef Grubner, Vorsitzender der IV Familien und Mitglied des Vorstandes des Katholischen Familienverbandes St. Pölten. Er sieht sich auch durch Altbischof Klaus Küng ermutigt, der sich kürzlich bei einem Treffen mit IV-Vertretern für weitere Wertearbeit in der Familienpolitik eingesetzt habe. Grubner wünscht sich künftig einen konfessions- und parteiübergreifenden Dialog zwischen und mit den Familienverbänden, gerade auch aufgrund neuer Herausforderungen wie Migration. Dafür brauche man freilich Strukturen wie Räumlichkeiten.

Die Vorsitzenden des Freiheitlichen Familienverbandes und der SPÖ-nahen Kinderfreunde würdigten bei der Gelegenheit die Arbeit der IV sowie Grubners: Er habe parteiunabhängig das Gemeinsame in den Vordergrund gestellt und immer für das Wohl der Kinder und der Familien gearbeitet. Grubner, der bis im Herbst 2017 den Katholischen Familienverband St. Pölten 21 Jahre geleitet hat, sei stets sachorientiert und wertschätzend vorgegangen. Die Verbände hätten sich dabei zugehört und das Gemeinsame herausgearbeitet. Ziel sei es immer gewesen, aus den unterschiedlichen Standpunkten der ihr angeschlossenen Familienorganisationen gemeinsame Schnittmengen von familienpolitisch relevanten Aufgaben und Forderungen für die Familien zu erarbeiten und Lösungen zu erwirken.

Auch wenn die Auflösung der IV bedauert und kritisiert wird, werde man die Auflösung gesetzestreu abwickeln und noch einen Wirkungsbericht vorlegen. Die Argumentation des Landes nach Doppelgleisigkeiten mit der Familienlandes GmbH können die Familienorganisationen-Vertreter so nicht nachvollziehen. Vielmehr habe die IV – die seit 1983 besteht - den Auftrag wahrgenommen, zum Wohle der Kinder und Familien zu arbeiten. Mit der IV hätten die Familienverbände ein Grundgerüst für Vernetzung gehabt.

Im familienpolitischen Forderungskatalog, dem alle Verbände zugestimmt haben, heißt es abschließend: „Nur das gemeinsame Engagement für die niederösterreichischen Familien wird dafür sorgen, dass unser Niederösterreich auch in Zukunft all das haben wird, was wir heute an diesem Land zu schätzen wissen.“

Foto: IV-Vorsitzender Josef Grubner mit Vertretern des Freiheitlichen Familienverbandes und der Kinderfreunde – sie präsentieren den Forderungskatalog an die Politik