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Künstler Helldenmut schuf neue Fastentücher für Dürnstein und Loiben

Foto (Photography Pfeffel): Das Foto zeigt das Fastentuch in Dürnstein mit dem Titel „Du in mir“ sowie Pfarrer Hugo de Vlaminck und den Künstler Helldenmut.

Dürnstein-Loiben, 25.02.2018 (dsp) In vielen Altarräumen der Kirchen finden sich in der Fastenzeit wieder Fastentücher. Mit Beginn der diesjährigen Fastenzeit wurde in den beiden Pfarrkirchen Dürnstein und Loiben diese alte Tradition ebenfalls aufgenommen. Der in Velden am Wörthersee ansässige - Dürnstein jedoch seit vielen Jahren sehr verbundene - Künstler Helldenmut schuf die Werke.

Entstanden aus dem jüdischen Tempelvorhang, dienten die meist einfarbigen Fastentücher im Mittelalter als Sichtschutz zwischen Chorraum und Langhaus. Damit war während der vierzigtägigen Fastenzeit die Heilige Wandlung nicht mehr sichtbar. Der Gläubige musste auf das Schauen des Göttlichen verzichten und damit nicht nur körperlich, sondern auch seelisch Buße tun.

Geriet das Phänomen Fastentuch in den letzten Jahrhunderten beinahe in Vergessenheit, steigt die Zahl der Tücher im liturgischen Gebrauch im 21. Jahrhundert wieder merklich. Die Verwendung heute ist allerdings eine andere: Die Paramente verhüllen meist den Hochaltar, die Heilige Wandlung am Volksaltar ist damit einsehbar. Die sehr unterschiedlich gestalteten Kunstwerke sollen auf die Passion Christi aufmerksam machen und das menschliche Leiden Jesu in den Mittelpunkt stellen.

Gedanken des Künstlers Helldenmut:

Es freut mich, dass die Tradition des Anbringens eines Fastentuches in den Pfarren Dürnstein und Loiben wieder aufgenommen wird und dass mir die Gelegenheit gegeben wurde das Motiv zur Verfügung zu stellen.

Um für beide Pfarren ein Bild mit Aussagekraft zu finden, habe ich mich im Vorfeld mit der Geschichte der Fastentücher beschäftigt. Das Velum quadra gesimale, also das Tuch der 40 Tage, sollte als Symbol des Fastens und des Verzichts etwas Besonderes und Wertvolles sein.
Nicht der Inhalt des Tuches steht im Vordergrund, vielmehr ist es die Einfachheit, die es ermöglicht unseren Blick voll und ganz auf Gott zu richten.

Das Dürnsteiner Bild trägt den Titel „Du in Mir“

Auf den ersten Blick nehmen wir zwei Figuren wahr, als eine abstrahierte Darstellung des Menschen. Das Bild stellt eine besondere Lebenssituation dar. Der graue Bildrand deutet die Endlichkeit des Lebens an.

„Du in Mir“ soll aber nicht nur personifiziert gesehen werden – Die zweite, kleine Figur ist auch als Symbol des Glaubens zu verstehen.

Die Farben tragen wesentlich zur Entschlüsselung des Bildes bei: Blau, grau und schwarz spiegeln die Nacht wieder, die uns umgibt. Denn in der Fastenzeit ist unser Blick auf den Leidensweg gerichtet. Der Tag der Auferstehung ist noch weit entfernt.

Blau steht für Treue. Der Glaube in mir ist da, gibt mir Hoffnung. Der Glaube überwindet die vor uns liegende dunkle Nacht.

Es ist der Glaube, der Hoffnung gibt. Zum Abschluss lade ich Sie ein, das Bild nochmals zu betrachten.
Vielleicht haben die Ausführungen etwas verändert und Sie nehmen das Bild nun anders wahr. Danke!

Das Fastentuch in Loiben heißt „Silberlicht“

Zunächst können wir viele einzelne Figuren im Bild sehen.

Sie lassen sofort erkennen, hier sind Menschen dargestellt. Menschen in einfachster Form. Diese einfache Form ist der kleinste gemeinsame Nenner  – keine Äußerlichkeiten wie Hautfarbe, Größe, Statur oder Kleidung irritieren unseren Blick.

Auch die Farbgebung des Bildes trägt zur Vereinfachung bei. Die bewusste Farbreduktion  – es wurden nur verschiedenste Grautöne verwendet – sollen das Wesentliche im Leben in den Mittelpunkt stellen.

Ohne dieser Ablenkungen können wir sofort ausnehmen, dass die Figuren im Bild, dass wir Menschen, unterwegs sind. Wir sind auf der Reise des Lebens.

Der Glaube an Gott leuchtet wie ein Silberlicht am Horizont. Der Glaube lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

Wir sind und bleiben im Glauben gemeinsam unterwegs.

Zum Abschluss lade ich Sie ein, das Bild nochmals zu betrachten.
Vielleicht haben die Ausführungen etwas verändert und Sie nehmen das Bild nun anders wahr. Danke!

Foto (Photography Pfeffel): Das Foto zeigt das Fastentuch in Dürnstein mit dem Titel „Du in mir“ sowie Pfarrer Hugo de Vlaminck und den Künstler Helldenmut.