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Kirchliche Expertin: Inzwischen "Null-Toleranz" bei Missbrauch

In der katholischen Kirche in Österreich gibt es mittlerweile hinsichtlich Gewalt und Missbrauch eine "Null-Toleranz-Haltung". Das betont die Leiterin der Stabsstelle für Gewaltprävention in der Erzdiözese Wien, Martina Greiner-Lebenbauer, in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag".

Das seit 2010 eingerichtete flächendeckende Präventions- und Schutzkonzept greife und sei ein "klares Signal an alle, dass hier genau hingeschaut wird", so Greiner-Lebenbauer: "Kinder und Jugendliche sollen und müssen in unserer Kirche einen sicheren Ort haben. Wir sind uns der Verantwortung bewusst und nehmen sie sehr ernst." Dadurch bekomme die Kirche in Österreich von den Menschen mittlerweile auch wieder großes Vertrauen.

Greiner-Lebenbauer erläuterte die kirchlichen Maßnahmen anhand der Erzdiözese Wien. Im Wesentlichen gebe es drei Stufen: Erstens die verpflichtende Aus- und Weiterbildungen für alle hauptamtlichen Mitarbeiter und für viele Ehrenamtliche, zum Beispiel für alle Gruppenleiter. "Dabei thematisieren wir präventive Maßnahmen für Themen wie Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt. Alle Mitarbeiter sollen wissen, was zu tun ist, wenn sie einen Verdacht haben, oder wenn sich ihnen jemand anvertraut, der belästigt wird oder Gewalt erfährt", so die Expertin.

Zweitens gebe es in allen Pfarren der Erzdiözese Präventionsbeauftragte, "die das Thema in der Pfarre wachhalten und die auch genau hinschauen".

Drittens habe die Erzdiözese Wien (wie auch alle anderen heimischen Diözesen) eine eigene Ombudsstelle für Opfer von Gewalt und sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche eingerichtet. An diese könne sich jeder wenden, der irgendwo eine Verfehlung feststellt - selbstverständlich auch anonym. Greiner-Lebenbauer: "Wir gehen jeder Meldung ausnahmslos nach und arbeiten dabei eng mit zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel dem Jugendamt, zusammen."

Ein Vertuschen sei nicht mehr möglich ist: "Jeder Meldung, die bei uns in der Ombudsstelle einlangt, wird ausnahmslos nachgegangen." Und es gebe auch immer Konsequenzen, "wenn es irgendwo zu einer Gewaltausübung gekommen ist", sagte die Stabsstellen-Leiterin: "Und wir stellen fest, dass diese Maßnahmen greifen. Haupt- und Ehrenamtliche im kirchlichen Umfeld sind dadurch sensibilisiert und achten bewusst darauf, was in ihrem Umfeld los ist."

(24.08.2018, KAP)